Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Autor: Frank Zimmer Seite 2 von 257

Dr. Frank Zimmer ist Journalist und digitaler Medienmacher. Er studierte Geschichte in Mainz und Köln, schrieb mehrere Bücher und war viele Jahre Leitender Redakteur im Süddeutschen Verlag. 2018 gründete er das Blog Mittelrheingold.

Ein kleines Buga-Jubiläum und die Burg der freundlichen Brüder

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) erinnert an 5 Jahre Buga-Vision. Aus der Idee ist längst ein Projekt geworden. Seit 2 Jahren steht fest, dass die Bundesgartenschau 2029 an den Mittelrhein kommt. Sie soll genau wie die Buga in Koblenz und die Landesgartenschau in Bingen weit über das eigentliche Event hinausreichen und die Entwicklung der Region vorantreiben. Im dpa-Artikel erklären u.a. RLP-Innenminister Roger Lewentz und Buga-Stratege Rainer Zeimentz den großen Plan. Der Text dürfte in den kommenden Tagen in vielen deutschen Zeitungen erscheinen. Die dpa beliefert Verlage bundesweit mit journalistischen Inhalten.

Roger Lewentz und Rainer Zeimentz (l.) schieben die Buga an. Foto: Innenministerium RLP

Roger Lewentz und Rainer Zeimentz (l.) schieben die Buga an. Foto: Innenministerium RLP

Die Burg der freundlichen Brüder

Es gibt fast nichts, was die Schönburg über Oberwesel in den letzten 900 Jahren nicht erlebt hätte – inklusive Mord im Mittelalter (Täter war natürlich ein Bacharacher), Zerstörung durch die Franzosen und Wiederaufbau durch einen Millionär aus Amerika. Corona ist nur ein weiteres Kapitel in einer langen Geschichte. Die heutige Inhaberfamilie Hüttl hat nach dem Lockdown ihr 4-Sterne-Hotel wiedereröffnet, eines der besten Betriebe am Mittelrhein. Der SWR hat die Brüder Johann und Hermann Hüttl auf der Burg besucht. Im Video geht es u.a. um die klare Arbeitsteilung hoch über Oberwesel: Hermann kümmert sich um die Hotellerie, Johann um das Restaurant. Eigentlich wollten die Hüttls in diesem Jahr nochmals kräftig investieren und erweitern, aber die Krise hat sie vorsichtiger werden lassen. Das neue Burg-Bistro wird in diesem Jahr trotzdem eröffnet. SWR (Video)

105 Jahre Oberwesel

Apropos Oberwesel: Die Stadt hat das Zeug zum Gesundbrunnen, denn laut „RZ“ wohnt hier die älteste Einwohnerin des gesamten Rhein-Hunsrück-Kreises. Anneliese Thorn wurde gestern 105 (!) Jahre alt. Als sie 1915 in Oberwesel geboren wurde, regierte in Deutschland noch Wilhelm II. und in Österreich-Ungarn Kaiser Franz Joseph. Thorn versorgt ihren Haushalt und ihren Garten, läuft jeden Tag mindestens 2 Kilometer zum Einkaufen und regelt auch sonst noch alles selbst. Ihr Motto: „Nicht ruhen und immer viel arbeiten und sich bewegen“. Konfessionell ist sie allerdings eine eher untypische alte Oberweselerin: Thorn ist evangelisch und gehört damit seit jeher zu einer Minderheit im tief katholischen Ort. In ihrer Jugend hatten die Gegensätze zwischen den Konfessionen noch einen Hauch von Nordirland. Im mehrheitlich protestantischen Bacharach etwa hatte jede Konfession ihre eigene Schule, ihren eigenen Arzt und bevorzugte ihre eigenen Handwerker. Heute gibt es noch nicht einmal überall eigene Pfarrer. Laut „Wiesbadener Kurier“ sind allein auf der rechten Rheinseite 3 evangelische Pfarrstellen unbesetzt.  Rhein-Zeitung (Anneliese Thorn), Wiesbadener Kurier (Pfarrstellen rund um Kaub und Lorch)

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Hoch hinaus in Bingen und der digitale Organist von Oberwesel

Beim Binger Hotelprojekt  „Papa Rhein“ ist alles ein bisschen größer, moderner und ambitionierter als anderswo im Welterbe-Tal. Jetzt setzt Investor Jan Bolland auch bei der Vermarktung neue Mittelrhein-Maßstäbe. Noch vor der Eröffnung inszeniert „Papa Rhein“ am 13. Juni hoch über der Stadt auf der Dachterrasse eine interaktive Wein-Show mit regionalen Winzern, dem neuen Küchenchef Nils Henkel und Live-Musik. Dabei sind u. a. Theresa Breuer vom Rüdesheimer Weingut Georg Breuer und die Binger Winzer Frank, Felix und Philipp Hemmes. Für die Moderation wurde Radio-Profi Andreas Kunze verpflichtet. Vor den Bildschirmen daheim kann mitprobiert und mitgekocht werden: Das Hotel bietet ein Paket mit Weinen, Zutaten und einem Übernachtungsgutschein für 69 Euro an. Laut „AZ“ waren die ersten 200 Boxen innerhalb von 3 Tagen verkauft. Allgemeine Zeitung, bolland-hotels.de (Aktionsseite)

Beste Aussichten für Bingen: „Papa Rhein“-Küchenchef Nils Henkel auf der neuen Dachterrasse. Foto: Papa Rhein.

Der Digital-Organist von Oberwesel

In Oberwesel lebt und arbeitet ein Musiker mit interenationalem Ruf: Regionalkantor Lukas Stollhof hat zahlreiche Musikpreise gewonnen und ist der Meister der Orgel in der Liebfrauenkirche. Weil Corona keine Konzerte erlaubt, gibt es den Wesel-Sound im Netz: Stollhof hat einen kompletten Bach-Zyklus auf YouTube eingespielt. Es sind 46 Stücke aus dem „Orgelbüchlein“ von Johann Sebastian Bach, einer Konzertreihe für angehende Barock-Organisten. Die besondere Herausforderung: Stollhof konnte sich keinen Fehler erlauben; die Kamera lief immer mit, eine nachträgliche Bearbeitung war nicht möglich. YouTube (Videos), lukasstollhof.de (Website des Meisters)

Helden gesucht

Apropos Kultur: Foto-Maestro Herbert Piel aus dem Bopparder Höhenort Holzfeld sucht Gastronomen, Unternehmer und Solo-Selbständige für ein Corona-Projekt: Er will Anpacker zeigen, die sich mutig durch die Krise kämpfen. Facebook

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Last Exit Lorchhausen

Hinter dem Lorcher Stadtteil Lorchhausen ist die hessische Welt zu Ende. Die bis 1971 selbstständige Gemeinde grenzt an Rheinland-Pfalz und galt lange Zeit als der schläfrigste Ort im Rheingau. Aber damit ist es spätestens seit der Eröffnung der „Wisper-Trails“ vorbei. Der boomende Wander-Tourismus bringt mehr Autos nasch Lorchhausen als den Einwohnern lieb ist. Der „Wiesbadener Kurier“ berichtet von fehlenden Parkplätzen, überlasteter Infrastruktur und genervten Bürgern. An manchen Sonntagen quälen sich über 100 Autos durch die engen Straßen. „Wir werden überrannt“, zitiert die Zeitung CDU-Ortsvorsteher Thomas Schott. Parkplätze am Dorfgemeinschaftshaus und bessere Beschilderung sollen helfen. Wiesbadener Kurier, wisper-trails.de (Infos zu den Wanderwegen)

Lorcher Weinberge mit Blick auf Bacharach. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Lorchhäuser Weinberge mit Blick auf Bacharach. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Wer soll das bezahlen?

Apropos Lorch: In der Kommunalpolitik herrscht wieder einmal dicke Luft. Die Stadtkasse ist auch ohne Corona so leer, dass saftige Steuererhöhungen drohen. Der neue Bürgermeister Ivo Reßler erklärt die Lage in einem „Bürgerbrief“, von dem sich Teile des Magistrats distanzieren. Der Hintergrund: Reßler ist parteiloser Newcomer und hat die Finanzpolitik der vergangenen Jahre nicht zu verantworten. CDU und SPD dagegen waren an den Entscheidungen beteiligt und fühlen sich auf den Schlips getreten. Wiesbadener Kurier, ivoressler.de (Bürgerbrief)

Die Marksburg unter Corona-Bedingungen

Die Marksburg kämpft sich langsam aus der Corona-Krise. Am ersten Tag nach der Wiedereröffnung kamen laut „RZ“ 2 (!) Besucher, am nächsten Tag 20 und am folgenden Samstag immerhin schon 120. Die Zeitung hat mit Gerhard Wagner gesprochen, dem Geschäftsführer der Deutschen Burgenvereinigung und Hausherren. Wagner rechnet mit einen schwierigen Jahr. Größere Probleme erwartet er aber erst, wenn sich die Besucherzahlen auch 2021 nicht erholen. Momentan können pro Führung maximal 12 Personen eingelassen werden. Rhein-Zeitung

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