Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: St. Goarshausen Seite 2 von 39

Zwangsruhe in Rüdesheim und ein offener Brief von der Loreley

Am 9. März eröffnete Niederwald-Gastronom Peter Häfner seinen zweiten Betrieb in Rüdesheim, das gerade übernommene traditionsreiche Hotel Trapp. 10 Tage später musste er es schon wieder schließen – der erste Corona-Lockdown legte alles lahm. In einen Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ beschreibt er die touristische Achterbahnfahrt des Jahres 2020. Im Spätsommer lief vor allem der Stammbetrieb am Niederwald fast wie in alten Zeiten. Dann kam die zweite Welle. Häfner nutzt die Zwangspausen, um an neuen Konzepten zu feilen. Er kümmert sich mehr um digitales Marketing, will verstärkt jüngere Zielgruppen ansprechen und entwickelt Alternativen zum Bus-Tourismus. Um die Corona-Krise in Rüdesheim geht es auch in einem am Montag erschienen Artikel im „Wiesbadener Kurier“. Reporter Thorsten Stötzer hat sich u. a. mit Sanja Maglic von der Boutique „Darwin’s Daughter“ und Sabine Messerschmidt vom „Geschenkehaus Ehrenfels“ unterhalten. Tenor: Die Stadt und die Läden sind deutlich leerer als sonst. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (Print), Wiesbadener Kurier

Niederwalddenkmal über Rüdesheim. Foto: Rüdesheim Tourist AG

Ein offener Brief von der Loreley

Im Streit um die Loreley-Bühne wenden sich die Pächter jetzt ans Publikum. Ulrich Lautenschläger vom Event-Veranstalter Loreley Venues und sein Investor Frank Otto (Sohn von Versandhausgründer Werner Otto) verbreiten einen offenen Brief und feuern dort gegen den Stadtrat, der den Pachtvertrag gekündigt hat. Lautenschläger und Otto wollen offenbar bis zur letzten Patrone um ihre Bühne kämpfen und drohen mit endlosen Prozessen. Auch das geplante Hotel „Slow Down Loreley“ bekommt sein Fett ab: Weil der Campingplatz geopfert werde, seien mehrtätige Festivals unmöglich geworden. Facebook

Bonita bleibt Bingerin

Erfolg für die gebeutelte Binger Innenstadt: Die Modemarke Bonita hat die geplante Schließung ihrer Filiale in der Salzstraße zurückgenommen. Der Betreib geht auch im neuen Jahr weiter, meldet die „AZ“. bingen.de

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St. Goarshausen behält die Bühne und St. Goar bekommt 115 Betten

In St. Goarshausen sind die Loreley-Rebellen Daniel Daum, Bernhard Roth und Harald Steil mit den meisten ihrer Forderungen am Stadtrat gescheitert. Das Kommunalparlament folgte 2 von 5 Punkten und beschloss ohne Gegenstimme, dass die Freilichtbühne auf der Loreley dauerhaft Eigentum der Stadt bleiben soll. Umstritten bleibt die Forderung, die Bilanzen des Bühnenpächters zu prüfen. Der Stadtrat verwarf das Bürgerbegehren, weil von den erforderlichen 90 Unterschriften 2 fehlten. Daum will die fehlenden Signaturen nachreichen und den Antrag erneut einbringen. Hintergrund ist der seit Jahren schwelende Streit um die Zukunft der Bühne. Der Stadtrat will den von Event-Manager Ulrich Lautenschläger vertretenen Pächter wegen ausstehender Zahlungen eigentlich loswerden, schließt aber eine Einigung nicht  aus. Daum, früher selbst im großen Stil im Event-Geschäft unterwegs und nach Rückschlägen in der Branche umstritten, hält einen kommunalen Neuanfang auf dem Plateau für alternativlos. Er befürchtet, dass sich die Stadt ausbooten lässt und alles an die Verbandsgemeinde Loreley abgibt. Eine dritte Fraktion in der Stadt verteidigt das bestehende Pachtverhältnis mit Lautenschlägers Loreley Venue GmbH. Rhein-Zeitung

St. Goarshausen im Herbst

St. Goarshausen im Herbst. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

115 Betten für St. Goar

Gegenüber in St. Goar würden unter normalen Umständen die Sektkorken knallen. Die Jugendherberge ist für rund 6 Millionen Euro rundum saniert worden und endlich startklar zur Wiedereröffnung. Corona macht dem ohnehin schon gebeutelten Deutschen Jugendherbergswerk einen Strich durch die Rechnung. Jetzt hofft man auf 2021. Das generalüberholte Haus im Hang bietet 115 Betten in 31 Zimmern mit jeweils eigenen Duschbädern. Rhein-Zeitung

Jemand will eine Mauer bauen

Bahnlärm oder Blick auf die Mauer? Diese Frage stellt sich gerade u. a. in Trechtingshausen. Laut „AZ“ könnte entlang der Gleise eine bis zu 2 Meter hohe Schallschutzwand gebaut werden. Vorher will die Ortsgemeinde die Anwohner befragen. Allgemeine Zeitung

Ein Bagger auf Tauchstation

Glück im Unglück hatte gestern ein Baggerfahrer in Lorchhausen: Sein 15 Tonnen schweres Gefährt rutschte bei Rodungsarbeiten in der Böschung ab und landete im Rhein. Der Mann konnte sich unverletzt aus seiner gefluteten Kabine retten. Wiesbadener Kurier

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Offene Rechnungen in St. Goarshausen und Altlasten in Lorch

Auf den ersten Blick ist St. Gorshausen die Ruhe selbst. Im Städtchen gibt es noch nicht einmal Parteien, die streiten könnten. Der Stadtrat wurde ohne Listen nach reinem Mehrheitsprinzip gewählt und der aktuelle Bürgermeister kam mit traumhafte Ergebnis und ohne Gegenkandidaten ins Amt. Aber unter der friedlichen Oberfläche brodelt es schon lange. Die Kommune mit angeschlossener Loreley-Freilichtbühne (manche behaupten, es sei umgekehrt) produziert mehr Ex-Bürgermeister, Event-Experten und Leserbriefschreiber als anderswo üblich. Manche Konflikte reichen viele Jahre zurück. Gerade haben 3 Bürger, unter ihnen der frühere Bürgermeister Bernhard Roth, einen Antrag auf 5 (!) Bürgerbegehren gestellt. Dabei soll vor allem das Verhältnis zur Verbandsgemeinde Loreley aufgearbeitet werden. Die Initiatoren stören sich u. a. an einem Grundstücksverkauf aus dem Jahr 2018. Damals hatte die Stadt Flächen auf dem Loreley-Felsen an die Verbandsgemeinde übertragen – für einen viel zu geringen Preis, wie die Kritiker mutmaßen. Die Rede ist von „arglistiger Täuschung“. Außerdem soll St .Goarshausen die Miete für das Verwaltungsgebäude erhöhen, das von der VG genutzt wird. Aber das eigentliche Thema ist  – natürlich – die Freilichtbühne. Bürgerbegehren Nr. 4 soll sicherstellen, dass das Open-Air-Gelände nur von der Stadt verpachtet und vermarktet werden darf. Roth und sein Mitstreiter Daniel Daum – selbst Event-Profi – wollen verhindern, dass dieselbe Verbandsgemeinde dort die Kontrolle übernimmt, die bereits die Neugestaltung des Plateaus koordiniert. Daum strebt eine neue Lösung ohne VG und unbedingt  ohne den bisherigen Pächter an. Der wiederum wird von Sympathisanten in Stadt und der Umgebung unterstützt, während der Stadtrat ihn wegen ausstehender Zahlungen loswerden will. Das eigentliche Problem ist, dass wegen Corona niemand weiß, wie es mit der Event-Branche weitergeht und welche Veranstalter am Ende übrig bleiben.  Rhein-Zeitung

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Lasten für Lorch

Apropos zerstrittene Stadt: Stromaufwärts in Lorch werden sich Bürgermeister Ivo Reßler und seine Stadtverordneten nicht einig. Reßler hat bei seinen Amtsantritt im Februar eine fast bankrotte Kommune vorgefunden. Er sieht drastische Steuererhöhungen als einzige Lösung. Kommunalparlament und Magistrat wollen nicht mitgehen, allerdings gibt es auch keine Alternatvvorschläge. Laut „Wiesbadener Kurier“ lasten 12,6 Millionen Euro Schulden auf Lorch. Wiesbadener Kurier

Corona in Kamp-Bornhofen

Im Bornhofener Seniorenheim Haus Marienberg ist das Corona-Virus ausgebrochen. Die „RZ“ berichtet von 13 infizierten Personen  – 8 Pflegekräfte und 5 Bewohner. Ein 96-Jähriger ist am Samstag gestorben. Das Haus bleibt vorerst für Besucher geschlossen. Rhein-Zeitung

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