Mittelrheingold

Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Die Marksburg nach dem Lockdown und Post vom Pixelhelper-Anwalt

Über 190.000 Gäste kommen jedes Jahr auf die Marksburg. Eigentlich. Corona wird die Bilanz 2020 deutlich drücken, aber die einzige vollständig erhaltene Höhenburg im Welterbe-Tal kann jetzt wieder besucht werden. Seit dem Wochenende ist auch die Burgschänke von Patrick Heßler wieder geöffnet. Heßler hatte eine besonders heftige Durststrecke zu überwinden – wegen der Höhenlage weit über Braubach konnte er noch nicht einmal Essen zum Mitnehmen anbieten. Weil das bisherige Selbstbedienungskonzept mit den neuen Hygiene-Regeln kollidiert, hat er kurzerhand auf klassischen Tisch-Service umgestellt. Rhein-Zeitung, marksburg-schaenke.de

Morgendämmerung über der Marksburg. Foto: Iris Schäfer

Morgendämmerung über der Marksburg. Foto: Iris Schäfer

Post vom Pixelhelper-Anwalt

In Oberwesel eskaliert der Streit zwischen der Verwaltung und der gemeinnützigen Organisation Pixelhelper. Pixelhelper will die Schließung der der Loreley-Kliniken durch ein Bürgerbegehren verhindern und hat ein ungewöhnliches Konzept vorgelegt:  Demnach soll sich das Krankenhaus Oberwesel u.a. als „Zentralversorger für Blut und Plasma in Rheinland-Pfalz“ finanzieren. Die Initiative von Pixelhelper-Gründer Oliver Bienkoswki hat in der Region bisher wenig Rückhalt und wird von Stadt und Verbandsgemeinde aktiv bekämpft: Beide Verwaltungen warnten im Amtsblatt und auf ihren Websites vor einem „nicht zulässigen“ Bürgerbegehren und vor „fragwürdigen“ Spendensammlungen. Jetzt wird der Konflikt juristisch ausgetragen: Bienkowski hat den Lahnsteiner Anwalt Harald Gerstenberg eingeschaltet und verlangt von den Bürgermeistern Marius Stiehl (Oberwesel) und Peter Unkel (Hunsrück-Mittelrhein) einen öffentlichen Widerruf. Laut Anwalt haben Verwaltungen hätten „in unzulässiger Weise Einfluss auf die Willensbildung der Gemeinde“ genommen. Dadurch seien weitere Unterschriften für das Bürgerbegehren verhindert worden. Nach der Veröffentlichung im Amtsblatt untersagten u.a. Rewe und Aldi die Unterschriftensammlung auf ihren Parkplätzen. Facebook (Seite der Initiative für das Bürgerbegehren), oberwesel.de (Warnung vor Pixelhelper)

Der Mittelrhein als Urlaubstipp

Das Internet-Portal Watson.de hat eine Liste mit 13 empfehlenswerten Urlaubszielen in Deutschland veröffentlicht. Das Welterbe-Tal ist mit dabei und steht in einer Reihe mit der Zugspitze, Helgoland und der Ostsee-Halbinsel Darß. watson.de

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Die Burgen am Oberen Mittelrhein Marksburg in Braubach Eine mittelalterliche Ritterburg wie aus dem Lehrbuch – die Marksburg ist die einzige nie zerstörte Höhenburg des Mittelrheintals und auch heute noch vollständig erhalten. Die eindrucksvolle Wehranlage aus dem 13. bis 15. Jahrhundert erhebt sich mit Bergfried, mehreren Gebäuden und Bastionen auf einem Felskegel 90 Meter über Braubach und ermöglicht heute eine wahre Zeitreise ins Mittelalter. Die imposante Festung, mitsamt historischen Innenräumen und Exponaten kann in regelmäßig stattfindenden Führungen zwischen 10 und 18 Uhr besichtigt werden – auf Grund der gegenwärtigen Situation können pro Tour nur 10 Personen durch die Burganlage geführt werden. Das Restaurant Marksburgschänke ist ebenfalls geöffnet. Beste Voraussetzungen also für einen Besuch der Marksburg. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ #wennrausdannrhein © @mahlowmedia

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Blaue Stunden auf Burg Klopp und Drosselgassen-Blues in Rüdesheim

Das Alkoholproblem von Oberbürgermeisters Thomas Feser scheint im Binger Stadtrat schon länger bekannt zu sein. In der „AZ“ erinnert sich Grünen-Fraktionschef Roland Böse, „dass Feser bereits mehrfach bei Ausübung seiner Amtsgeschäfte sichtbar unter Alkoholeinfluss gestanden habe“. Im Frühjahr 2019 sei darum sogar eine Stadtratssitzung unterbrochen worden. Von einem weiteren Stadtratsmitglied will die „AZ“ erfahren haben, dass Feser auch nach seiner Entziehungskur angetrunken zu Sitzungen erschien. SPD-Fraktionschef Philipp Staudinger wird mit den vernichtenden Worten zitiert, „es sei nicht immer ganz klar, ob Feser gerade besonders gereizt oder angetrunken sei“.

Blick auf Bingen. Foto: Stadt Bingen / Torsten silz.

Burg Klopp ist der Sitz des Binger Oberbürgermeisters. Foto: Stadt Bingen / Torsten Silz

Im Wahlkampf 2019 war die OB-Schwäche kein öffentliches Thema. Das Thema kochte erst nach Fesers Alkoholfahrt am 30. April hoch. Die SPD, deren Kandidat Michael Hüttner im vergangenen November die Urwahl gegen Feser verloren hatte, forderte zwischenzeitlich den Rücktritt des Oberbürgermeisters. Laut „AZ“ hat Feser den Fraktionschefs im Stadtrat strikte Abstinenz versprochen. Eine Krankschreibung und weitere Entziehungskur lehnt er bisher ab. Allgemeine Zeitung

Drosselgassen-Blues in Rüdesheim

In der „FAZ“ ist ein äußerst lesenswerter Artikel von Vize-Feuilletonchef Jakob Strobel y Serra über Rüdesheim erschienen. Er beschreibt das „jähe Ende von Wein, Weib und Gesang“ in der Drosselgasse und den schwierigen Neustart nach dem Lockdown. Strobel y Serra hat u.a. mit Sören Kunze vom „Drosselhof“ gesprochen, der ihm sein gastronomisches Leid geklagt hat: „Unserer Lokale sehen jetzt aus wie Krankenhauskantinen“. Frankfurter Allgemeine Zeitung

Bacharach läuft sich warm

Gestern war hier von einem frustrierten Bacharach-Besucher aus Düsseldorf die Rede. Er stand am Himmelfahrtstag mehrmals vor verschlossenen Türen und kehrte schließlich im Rheingau ein. Spätestens an Pfingsten hätte er bessere Karten; dann haben u.a. Weinstuben wie der „Grüne Baum“ von Friedrich Bastian und das Weingut Karl Heidrich ihre Corona-Umbauten abgeschlossen und sind geöffnet. Im „Rheinhotel“ von Andreas Stüber und anderen Restaurants brummt es schon wieder.

Maltzahn

Nach Rheinland-Pfalz hat jetzt auch Hessen einen Buga-Beauftragten ernannt. Joachim-Eberhard Maltzahn, Leitender Ministerialrat  im Umweltministerium, wird zentraler Ansprechpartner für die Bundesgartenschau 2029. In Rheinland-Pfalz kümmert sich Innen-Staatssekretärin Nicole Steingaß um das XXL-Projekt. Wiesbadener Kurier

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Das Problem mit dem Angebot und der Nachfrage

Ist die Saison 2020 schon zu Ende, bevor sie angefangen hat? Ein aktueller „AZ“-Artikel über Bacharach klingt danach: „Durch die Corona-Krise fällt … die Tourismussaison in diesem Jahr weitestgehend aus“ heißt es dort. Angeblich richten sich jetzt alle Hoffnungen auf das kommende Jahr. Dann sollen Events wie „An den Ufern der Poesie“, die Mittelrhein-Weinmesse und der Vierthäler-Mittelaltermarkt  für neue Impulse sorgen. Der Fokus auf 2021 ist Bacharach-Fans 2020 allerdings kaum zu vermitteln. Viele von ihnen kamen gestern in die Stadt und standen entweder auf der Oberstraße vor verschlossenen Türen oder anderswo in der Warteschlange. Auf Facebook hat der Düsseldorfer Volker Zimmermann einen offenen Brief an die Bacharacher Gastronomen veröffentlicht und ärgert sich: „Ich komme nie mehr nach Bacharach“. Allerdings ist nicht alles so einfach, wie es aussieht. Die legendäre Eisdiele „1976“ etwa – besser bekannt als „Beim Mimo“ konnte noch gar nicht öffnen, weil der italienische Eigentümer bis vor wenigen Tagen nicht nach Deutschland einreisen durfte. Andere Wirte nehmen sich noch Zeit, um die neuen Abstandsregeln umzusetzen. Das Problem ist, dass nicht ausreichend kommuniziert wird. Häufig fehlt es an klaren Hinweisen im Netz und vor Ort. Facebook (Offener Brief von Volker Zimmermann), Allgemeine Zeitung

Bacharach am Rhein. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Bacharach am Rhein. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Stromaufwärts in Bingen und Rüdesheim will man die Krise in eine Chance verwandeln. Die Binger Tourismus-Managerin Patricia Neher hat Marketing-Budgets umgeleitet und wirbt jetzt für Bingen selbst statt für abgesagte Events. An die Stelle von Veranstaltungsplakaten lässt sie großformatige Bingen-Fotos platzieren. Gleichzeitig setzt sie verstärkt auf Outdoor-Attraktionen wie den Binger Wald. Die Strategie ist: Die Stadt soll nicht nur als  klassisches Ausflugsziel, sondern als idealen Ort für den kleinen Familien-Urlaub bekannt werden. Gegenüber in Rüdesheim denkt man ähnlich. Auch hier will man Familien anziehen, u.a. durch kostenlose Schiffs- und Seilbahn-Touren für Kinder. Laut „Wiesbadener Kurier“ funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Tourismus-Werbung und Gewerbetreibenden gut. Rechtzeitig zum Himmelfahrts-Wochenende hat der städtische Bauhof den „Gude Gass Weg“ ausgeschildert, der Touristen in angemessenem Abstand durch die Stadt lotst. „Die Not hat uns zusammengeschweißt“, zitiert die Zeitung Astrid Clementi vom vom Verein Wirtschafts- und Tourismusförderung. Allgemeine Zeitung (Bingen), Wiesbadener Kurier (Rüdesheim)

Werbung für das Welterbe-Tal

Die Macher des Buga-Blogs unterstützen die Tourismus-Kampagne für das Mittlerheintal mit einem Video made by Herbert Piel:

Piel ist Mittelrhein-Fotograf von Weltruf. Mittelrheingold-Leser kennen ihn auch aus dem Format „7 Fragen an ….“. Mittelrheingold (Interview mit Piel 2018)

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Hab einen kleinen #secretplace gefunden #mittelrhein #vatertag #wennrausdannrhein #loreley #weinwanderung

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