Mittelrheingold

Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Das Albtraumschiff

Es war ein Untergang mit Ansage. Im Fellner Yachthafen ist die marode Motoryacht gesunken, die seit Jahren vor sich hin rottete. Laut SWR geht vom Wrack keine akute Gefahr aus, weil Tanks und Maschine ausgebaut worden sind. Der Eigentümer muss es jetzt heben lassen, sonst regelt das die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und schickt ihm die Rechnung. Erst vor wenigen Wochen war die maritime Ruine auf Ebay angeboten worden, zunächst für einen Euro. Jetzt wird sie verschenkt. Einzige Bedingung: Sofortiger Abtransport nach der Bergung. Das Problem: Das Schiff aus dem Jahr 1971 ist über 15 Meter lang und wiegt 14,6 Tonnen. Es muss entweder seetüchtig gemacht oder als Schwersttrasport mit Sondergenehmigung über Land transportiert werden. Die Beschreibung auf Ebay beschönigt nichts. O-Ton: „Es fehlen das komplette Deck . Innen ist alles unter Deck und vorderem Dach weitestgehend Kernschrott ….. Bitte vor Interesse genau überlegen: Habe ich die Zeit, die Gesundheit, den Platz, die Transportmöglichkeit und das Geld um mir das anzutun.“

15 Meter Schrott: Das Schiff vor seinem Untergang im Hafen von St. Goar-Fellen. Foto: Ebay Kleinanzeigen

15 Meter Schrott: Das Schiff vor seinem Untergang im Hafen von St. Goar-Fellen. Foto: Ebay Kleinanzeigen

Im Fellner Hafen dümplen noch weitere Rostlauben vor sich hin – zum Ärger des benachbarten Yachtclubs. Das gesunkene Boot soll einem Mann aus Norddeutschland gehören. SWR, Ebay Kleinanzeigen

Wohnungen für Normal-Binger

Wenn sich eine Stadt von ihrem Wohnungsbesitz trennt, ist das selten eine gute Nachricht. In Bingen schon. Dort gehen die rund 200 kommunalen Mietwohnungen nicht an einen Privatinvestor über, sondern an die Wohnungsbaugesellschaft des Kreises Mainz-Bingen. Das öffentlich-rechtliche Unternehmen hat die nötige Größe, um zu investieren. So sollen in der früheren Schifffahrtsbehörde in Bingerbrück mindestens 10 neue Sozialwohnungen entstehen. Allgemeine Zeitung (€)

Der Kommissar geht um

Jürgen Marx ist neuer Polizeichef von Lahnstein. Der 58-Jährige war zuletzt stellvertretender Dienststellenleiter in Andernach. Lahnstein kennt er aus insgesamt 7 Jahren Arbeit in der dortigen Polizeiinspektion  – u. a. als Kollege des heutigen Oberbürgermeisters Lennart Siefert. Die Lahnsteiner Polizei ist nicht nur für die Stadt selbst zuständig, sondern auch für die angrenzenden Koblenzer Stadtteile, für Braubach und für den Höhenort Dachsenhausen. Die „RZ“ schätzt die Personalstärke auf rund 50 Beamtinnen und Beamte. Rhein-Zeitung (€)

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Rheinleuchten lässt das Licht aus

Der Zweckverband Welterbe ist die einzige dauerhafte Instanz für das ganze Tal. Allerdings wird die Geschäftsstelle in St. Goarshausen von den beteiligten Kommunen, Kreisen und Ländern recht knapp gehalten. Laut SWR drohen für das kommende Jahr sogar rote Zahlen. Darum wird es 2023 keine Illuminationsshow „Rheinleuchten“ geben. „Wir müssen rechnen, welche Veranstaltung wir mit welchem Kostenvolumen belegen“, zitiert der Sender Rhein-Hunsrück-Landrat Volker Boch. Er ist seit Sommer Vorsteher des Zweckverbandes. Die Show, die im  September 2021 zahllose Menschen zur Löhnberger Mühle nach Lahnstein gelockt und überregional für Aufsehen gesorgt hatte, kostete zuletzt 135.000 Euro. Weil Sponsoring und Eintrittsgelder nicht reichten, blieb der Zweckverband auf fast 85.000 Euro sitzen. Inflation und explodierende Energiekosten würden diesmal ein noch größeres Loch in die Kasse reißen.

Rheinleuchten 2021 in Lahnstein. Foto: Zweckverband Welterbe

Rheinleuchten 2021 in Lahnstein. Foto: Zweckverband Welterbe

Boch argumentiert zudem mit der Symbolwirkung. Es sei kein gutes Zeichen, „die Veranstaltung mitten in einer Energiekrise durchzuführen.“ Die Lichter bleiben aber nicht für immer aus. 2025 und damit rechtzeitig vor der Bundesgartenschau gehe es weiter, heißt es. Vom Beschluss nicht betroffen ist das parallel stattfindende „Festungsleuchten“ auf der Festung Ehrenbreitstein. Es wird nicht vom Zweckverband, sondern von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz ausgerichtet. SWR

Gratwanderung über Bingerbrück

Der Nikolausfelsen bei Bingerbrück ist nichts für schwache Nerven und schon gar nichts für Anfänger. Ein YouTube-Video zeigt, wie man den schmalen Felsgrat oberhalb der B9 mit professioneller Ausrüstung besteigt und dabei noch eine Drohnenaufnahme macht. So interessant die Tour auch ist: Man muss das nicht nachmachen. YouTube

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Buga 2029: Bacharach is back

Noch vor einem Jahr schien es so, als würde Bacharach bei der Bundesgartenschau 2029 leer ausgehen. Die inoffizielle Hauptstadt der Rheinromantik kam im Buga-Kerngeschäft nur am Rand vor und wurde auf andere Fördertöpfe verwiesen. Die Schwerpunkte lagen vor allem auf den Ein- und Ausgängen des Welterbegebietes, auf Rüdesheim und Bingen Im Süden und Lahnstein im Norden. Im Herzen des Mittelrheintals sollte vor allem St. Goar berücksichtigt werden. Dem neuen Buga-Geschäftsführer Sven Stimac war das nicht genug. Er will – O-Ton – „ein besonderes Augenmerk …. auf das zentrale Welterbe-Tal richten, dessen Weiterentwicklung er als besonderen Auftrag im Buga-Projekt sieht.“  Für Bacharach sind jetzt ca. 10 Hektar Buga-Gelände am Rheinufer vorgesehen.

Blick auf Bacharach. Foto: Frank Zimmer

Blick auf Bacharach. Foto: Mittelrheingold

Neben Rüdesheim (Hafenpark) und Lahnstein ist die Stadt einer der 3 Buga-Standorte, für die schon die ersten Planungswettbewerbe vorbereitet werden. Die Buga-GmbH lässt sich dabei vom Landschaftsarchitekturbüro Arc Grün mit Sitz im fränkischen Kitzingen unterstützen.  Der Startschuss für Bacharach, Rüdesheim und Lahnstein markiert den Auftakt für weitere Projekte und Orte, darunter St. Goarshausen. Stimac will dabei möglichst viele Bürgerinnen und Bürger ins Boot holen. Sie können nicht nur ihre Ideen einbringen, sondern im Idealfall sogar als Buga-Botschafter unterstützen. Dazu gibt es im kommenden Jahr 3 Pilotprojekte („Bürgerprojekte“) auf beiden Rheinseiten.  Buga-Blog

Ein Zug wird kommen

Es gibt noch eine gute Nachricht: Das rechte Rheinufer wird ab 2025 enger an das Rhein-Main-Gebiet angebunden. Dann fährt ein zusätzlicher Regionalexpress alle 2 Stunden zwischen Koblenz und Frankfurt. Haltepunkte sind u. a. Niederlahnstein, Braubach, Kamp-Bornhofen, St. Goarshausen, Lorch, Assmannshausen und Rüdesheim. Rhein-Zeitung (€)

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