Mittelrheingold

Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Guten Tag, wir sind von der Unesco

Beim Welterbekomitee der Unesco dürfte die Akte Mittelrhein in den kommenden Jahren um einiges dicker werden. Im Tal stehen große Entscheidungen an. Thema Nr. 1 ist die Mittelrheinbrücke zwischen St. Goar und St. Goarshausen, die die Stadtteile Wellmich und Fellen verbinden soll. Ähnlich gravierend ist die Ortsumgehung bei Braubach. Beide Maßnahmen sind noch nicht entschieden, aber klar ist, dass es nicht ohne Zustimmung der Unesco geht. Vergangene Woche waren darum internationale Experten der UN-Organisation und ihres Beraters Icomos („International Council on Monuments and Sites“) im Tal unterwegs, informierten sich über mögliche Konflikte und sprachen mit Bürgerinitiativen. Gastgeber waren RLP-Inneminister Roger Lewentz, die rheinland-pfälzische Welterbe-Beauftragte Nicole Steingaß und der designierte Vorsteher des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal, Rhein-Hunsrück-Landrat Volker Boch. Neben Brücke und Braubach-Umgehung ging es um den künftigen Managementplan für das Welterbetal, um den Umgang mit Windrädern und Photovoltaikanlagen und um die Buga 2029.  Die Innenstadt von Braubach.Ruhe vor der Rush Hour: Braubacher Innenstadt. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

Lewentz beschreibt die Tour als „sehr intensiv, aber konstruktiv“. Die regelmäßigen Bestandsaufnahmen sind nötig, um den Welterbe-Status zu sichern. Die Eindrücke der Experten fließen in einen Bericht für das jährlich tagende Welterbekomitee ein und bleiben bis dahin unter Verschluss. Wann und wo die Versammlung 2022 stattfinden wird, ist momentan unklar. Eigentlich war sie für den Juni im russischen Kasan geplant. Wegen des Überfalls auf die Ukraine ist der Termin abgesagt worden. Innenministerium Rheinland-Pfalz (Pressemitteilung), Rhein-Zeitung (€)

Ein Bopparder in Indien

Vor über 50 Jahren zog der Bopparder Martin Kämpchen nach Indien. In Deutschland wurde er auch aus der Ferne bekannt. Als Religionswissenschaftler, Übersetzer und Journalist arbeitete er u. a. für das Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Jetzt hat Kämpchen seine Autobiografie vorgelegt: „Mein Leben in Indien – Zwischen den Kulturen zu Hause“. Frankfurter Allgemeine, Wikipedia, Patmos-Verlag

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Spay mit Auszeichnung und Oberwesel für Leser

Florian Weingarts Vinothek im Bopparder Hamm hat es bis in die Endausdwahl des „Architekturpreises Wein 2022“ geschafft. Der Betrieb aus Spay ist einer von 12 Nominierten in Deutschland und der einzige aus dem Welterbetal. Weingarts hölzerner Verkostungswagen wurde vom Bamberger Architekten Matthias Dietz gestaltet und überzeugte die Jury durch Nachhaltigkeit und Landschaftsschutz. Nicht mehr zum Welterbegebiet aber trotzdem zum Mittelrhein gehört ein weiterer Preisträger, das Weingut Scheidgen in Hammerstein.  4 der 12 Finalisten erhielten den eigentlichen Architektur-Award: 2 Weingüter an der Saar und in Württemberg, eine Weinhandlung in Berlin und eine Weinbergsterrasse an der Unstrut. Die Architektenkammer Rheinland-Pfalz zeigt im Zentrum Baukultur in Mainz noch bis zum 22. Mai aller Siegerarbeiten. Rhein-Zeitung (€), Architektenkammer Rheinland-Pfalz

Vinothek von Florian Weingart am Bopparder Hamm. Foto: DWI

Vinothek von Florian Weingart am Bopparder Hamm. Foto: DWI

Auslese in Oberwesel

Der Literatur-Spaziergang „Oberwesel liest“ ist gekommen, um zu bleiben. Nach der Premiere 2021 mit rund 80 Teilnehmern geht es am 11. Juni weiter. Monika Seckler und Christian Büning haben erneut 5 markante Lese-Stationen organisert, darunter das Esszimmer von Galeristin Barbara Höhn im „Roten Turm“.  „Wein, Wasser und kleine Snacks“ (O-Ton) gehen mit auf die Reise, schließlich sind wir am Mittelrhein. Die Karten für „Oberwesel liest“ gibt es für 18 Euro bei Schreib- und Spielwaren Hermann und der Tourist-Info Oberwesel. Oberwesel liest (Website mit weiteren Infos und Links zu den Vorverkaufsstellen)

Der Fels und die Finanzen

Wer schon immer mal seinen Fragen zur Loreley-Umgestaltung loswerden wollte: Am Samstag wäre die Gelegenheit gewesen. Verbandsbürgermeister Mike Weiland und sein Loreley-Experte Armin Schaust führten persönlich über den Felsen und informierten über den Stand der Dinge. Anlass war der „Tag der Städtebauförderung“. Das staatliche Förderprogramm unterstützt Maßnahmen auf der Loreley mit bis zu 90 Prozent Zuschuss. Laut „RZ“ werden auf dem Felsen insgesamt rund 20 Millionen Euro investiert. Die aufwendige Neugestaltung inkluskive Mythoshalle und „gläsernem Felsen“ ist in der Region zwar umstritten, aber das Interesse am Dialog blieb am Samstag überschaubar. „RZ“-Redakteur Markus Eschenauer zählte „etwas mehr als eine Handvoll Menschen“. Rhein-Zeitung (€)

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Rheinvertiefung: Der erste Bagger kommt

Kommende Woche testet die bundeseigene Wasserstraßenverwaltung die „Abladeoptimierung Mittelrhein“. Zwischen Lorch und Niederheimbach und bei Oberwesel wird ein Schiffsbagger probeweise Grund abfräsen. Die Behörde will feststellen, wie der „Fels unter Wasser präzise, schonend und erschütterungsarm abgetragen werden kann.“ (O-Ton Pressemitteilung). Bis Juli sollen insgesamt . 5.000 Quadratmeter Flusssohle bearbeitet werden. Konkret geht es um die Rheinkilometer 541,4 bis 541,8 und 552,0 bis 552,3. Die eigentliche Rheinvertiefung zwischen Lorch und der Loreley startet vermutlich erst nach der Buga 2029. Bis dahin wird das zuständige „Wasserstraßen- und Schifffahrtsamte Rhein“ mit Sitz in Duisburg noch mit Anwohnern, Umweltschützern und vielleicht auch mit der Unesco und vor Verwaltungsgerichten diskutieren müssen. Vor allem in Bacharach und Lorch ist das Großprojekt mehr als umstritten, denn die Ingenieure planen gravierende Eingriffe in die Flusslandschaft. Um möglichst viel Wasser in die Fahrrinne zu leiten, sollen Längs- und Querwerke entstehen. Sie könnten Uferzonen verlanden lassen und das Aus für den Wassersport bedeuten. Pressemitteilung per Mail, Frankfurter Allgemeine Zeitung (€)

Rhein bei Bacharach. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Rhein bei Bacharach. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Wenn die Gondeln Binger tragen

Eine Autobrücke zwischen Bingen und Rüdesheim gilt als unmöglich und eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer als schwierig. Laut „AZ“ geistert in einem Konzept des Kreises Mainz-Bingen noch eine weitere Variante herum: Eine Seilbahn. „AZ“-Redakteur Erich Michael Lang hält die Idee für unrealistisch. Tatsächlich wäre die Seilbahn immer noch keine feste Rheinquerung und darum auch keine Alternative zur Fähre. Allgemeine Zeitung (€)

Mit dem Lastenrad durch Boppard

In Großstädten gehören Lastenfahrräder zum Alltag, aber am Mittelrhein fahren sie nur Avantgardisten. Die „RZ“ hat einige der wenigen Lastenrad-Piloten im Rhein-Hunsrück-Kreis befragt, darunter den Bopparder Stadtplaner und Grünen-Politiker Andreas Roll. Er hat ein E-Modell für sich und seine Kollegen angeschafft und transportiert dank Elektromotor „mühelos“ 6 Getränkekästen auch steilere Bopparder Straßen hinauf. Rhein-Zeitung (€)

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