Mittelrheingold

Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Nadya König-Lehrmann: Die Frau für alle Fälle

Die Visitenkarte von Nadya König-Lehrmann müsste es eigentlich in XXL geben. „Geschäftsführerin des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal“ lautet ihre vollständige Job-Bezeichnung. Die gelernte Architektin ist Welterbe-Managerin für die Kommunen, Kreise und Länder im Unesco-Gebiet zwischen Bingen und Koblenz. Der Zweckverband mit Sitz in St. Goarshausen gilt am Mittelrhein als das „Mädchen für alles“. Im 7-Fragebogen von Mittelrheingold beschreibt König-Lehrmann ihre Arbeit so begeistert, dass man sofort das Format „24 Stunden mit ….“  einführen möchte.

Nadya König-Lehrmann über einen der interessanten Jobs am Mittelrhein und einen Ort, der sie besonders fasziniert. 

Nadya König-Lehrmann ist die Welterbe-Managerin am Mittelrhein.

Nadya König-Lehrmann ist die Welterbe-Managerin am Mittelrhein.

Was machst Du am Mittelrhein?

Ich lebe, liebe und arbeite am Mittelrhein und darf seit 2006 an der weiteren Entwicklung der Region, als Welterbemanagerin, mitwirken. Nach der Anerkennung des Oberen Mittelrheintals zum UNESCO Welterbe wurde 2005 der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal gegründet, in dem alle Kommunen, Städte, Verbandsgemeinden, Landkreise und die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz Mitglieder sind. Auch wenn der Name recht sperrig klingt, ist der Zweckverband in meinen Augen eine wirklich hilfreiche und nützliche Institution für das Obere Mittelrheintal. Erstmals gibt es ein gemeinsames „Dach“ von Bingen / Rüdesheim bis nach Koblenz, so dass gemeinsame Ziele verfolgt und Projekte in der Region umgesetzt werden können. Dabei haben wir von Seiten der Geschäftsstelle für alle Ideen und Anregungen offene Ohren und sind für alle Themen ansprechbar, darum nennen wir uns auch liebevoll „das Mädchen für alles“ 😉

Warum genau dort?

Weil es hier am Schönsten ist! Also ganz im Ernst, ich kann mir keinen anderen Ort vorstellen, an dem ich lieber leben und arbeiten möchte und ich schätze mich sehr glücklich, dass beides möglich ist.

Was wünschst Du Dir für den Mittelrhein?

Dass es weiter vorangeht. Ich persönlich finde, dass wir in der Region auf einem guten Weg sind. Es ist zwar noch eine Menge zu tun und es geht auch nicht immer so schnell, wie wir uns das alle wünschen, aber es wurde in den vergangenen Jahren schon vieles erreicht und angeschoben. Daher wünsche ich mir, dass die Region ihre Potenziale noch besser nutzt, aber auch etwas mehr Sensibilität im Umgang mit unserer Baukultur und der einzigartigen Landschaft entwickelt. Damit meine ich nicht, dass keine Veränderung oder moderne Entwicklung stattfinden soll, aber manche Gestaltung hätte noch etwas Luft nach oben …. Es entstehen aktuell einige junge Initiativen, die frischen Wind und gute Ideen erzeugen, davon darf es gerne noch mehr sein. Aber mein größter Wunsch ist es, dass wir alle voller Stolz auf unsere Heimat – das Mittelrheintal – blicken und selbstbewusst die Ärmel hochkrempeln und alle mit anpacken, damit es eine lebendige, lebenswerte und liebenswerte Region bleibt!

Und was tust Du dafür?

Ich gehe jeden Tag mit all meinem Herzblut zur Arbeit! Für mich ist es nicht nur meine Arbeit, sondern es ist die tollste Aufgabe der Welt! Ab und an passiert es mir sogar, dass ich das Büro als mein Zuhause benenne 😉 Dabei kümmern wir uns als Zweckverband um viele Themen und Projekte in der Region – die alle aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen – und ich bin überzeugt, dass die meisten Menschen im Welterbe schon mit unseren Projekten und Maßnahmen zu tun hatten, nur leider oftmals nicht wissen, dass wir dahinter stecken. Ich denke hier sollten wir noch mehr kommunizieren. In meinen tollen Kolleginnen und Kollegen – wir sind zu fünft –  habe ich die passenden Mitstreiter gefunden. Wir sind ein eingespieltes Team und haben alle viel Freude an dem, was wir tun.

Was würdest Du hier so sehr vermissen, dass Du es unbedingt erhalten möchtest?

Die atemberaubende Landschaft! Jeden Tag fahre ich von Koblenz nach St.Goarshausen und während der Arbeitszeit viel in der Region umher und ich kann mich auch nach all den Jahren einfach nicht sattsehen, an dem Zusammenspiel von Rhein und Ufer, kleinen Örtchen und thronenden Burgen, an Weinbergen und schroffen Felsen! Dabei hat jede Jahreszeit ihren ganz eigenen Reiz und lässt mich immer wieder staunen, wie schön es hier ist. Und natürlich würde ich den Wein sehr vermissen!

Welcher Laden und welches Lokal gefällt Dir besonders gut?

Da ich ja mein Herz an die gesamte Welterberegion verloren habe, kann ich hier natürlich keine belastbare Angabe machen 😉 Aber es gibt schon viele schöne Lokale und Läden, die mit viel Leidenschaft geführt werden und wenn ich diese Gastlichkeit spüren und schmecken kann, dann fühle ich mich wohl.

Welcher Ort am Mittelrhein ist Dein Geheimtipp?

Da gibt es einfach zu viele Optionen und da ich ständig in der ganzen Region von Bingen / Rüdesheim bis Koblenz unterwegs bin, kann ich mich da nicht so recht entscheiden. Ich muss jedoch zugeben, dass ich sehr gerne auf dem Rhein und im Wasser bin! Eine Bootstour bei schönem Wetter oder mit dem Raftingboot ehrfürchtig an der Loreley vorbeitreiben und an kleinen Sandstränden anhalten oder mit der Stromschwimmschule Cubalido sicher begleitet im Rhein schwimmen, das sind schon Highlights die man sonst nicht erleben kann und die mich glücklich machen!

Bisher in der Reihe „7 Fragen an … “ erschienen

Sebastian Busch (Landtagskandidat aus Lorch)

Christian Büning (Designer aus Oberwesel)

Sandra Bruns (Instagrammerin und Journalistin aus Emmelshausen)

Hasso Mansfeld (PR-Berater und Brücken-Aktivist aus Bingen)

Peter Theis (Gastronom und Shop-Betreiber in St. Goar)

Esther Pscheidt (Treibholzkünstlerin aus Lorch)

Wolfgang Blum (Wanderführer und Welterbe-Botschafter auf dem Rheinsteig)

Markus Fohr (Brauereibesitzer und Bier-Sommelier aus Lahnstein)

Christin Jordan und Lars Dalgaard (Weinliebhaber, Journalisten und Nebenerwerbswinzer in Eltville und Oberdiebach)

Termine des Tages

Bingen – Aurikel-Ausstellung in der Villa Katharina  mit Sammler Johannes Schulze-Ising und Gärtnermeister Marcus Berres – 8. April, ab 9 Uhr. Allgemeine-Zeitung 

Bingen – „Die Bedeutung der Rheinschifffahrt“ mit Besuch des Lotsenmuseums und Unterstützung des Schiffervereins (Führung). 8. April, 10.30. bingen.de

Rüdesheim – Hildegard Wein-Walk – 8. April 13 Uhr 39. Abtei St. Hildegard

Urbar – Kirschblütenpicknick bei Maria Ruh – 8. April, 14 Uhr, Facebook

Boppard – Café Philosophique – 8. April, 17 Uhr. boppard-stadthalle.de

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  1. Edith Melzer

    Kommend aus dem Rheingau war ich wiederum entsetzt:
    Wie sieht das denn am Fuße der Loreley unserem Aushängeschild aus.
    Was soll denn dieser Trümmerhaufen zum Aufstieg eines herrlichen Wanderweges. Sieht das denn keiner?
    Als geborene St.Goarshäusernerin muß man sich eigentlich schämen.
    Liebe Frau König Lehrmann(Frau für alle Fälle) gehen sie doch mal dort vorbei. Kann man denn da nicht mal was bewegen.?
    Oder ist das erst für Buge31 vorgesehen?

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