Am 6. Februar entscheiden die Lorcher Stadtverordneten, ob die Stadt weiterhin hauptamtlich oder im Ehrenamt geführt wird. Die CDU von Bürgermeister Jürgen Helbing hatte sich schon auf die Hobby-Variante festgelegt und mit Einsparmöglichkeiten in Höhe von 480.000 Euro pro Wahlperiode argumentiert („offiziell bestätigt“), aber im Lorcher Rathaus hat sich beim Nachrechnen herausgestellt, dass es doch nicht so einfach ist. „Eine finanzielle Ersparnis kann bei der derzeitigen Struktur und dem Aufbau der Stadtverwaltung der Stadt Lorch nicht hinreichend aufgezeigt werden“, heißt es in der Vorlage des Magistrats an die Stadtverordneten. Demnach kostet der hauptamtliche Bürgermeister die Stadt zwar fast 150.000 Euro jährlich, aber bei einem Ehrenamt wären mindestens 30.000 Euro Aufwandsentschädigung fällig. Dazu kämen Kosten für dessen Verdienstausfall, für zusätzliches Verwaltungspersonal und für diverse Details – so darf ein ehrenamtlicher Bürgermeister z. B. keine Trauungen vornehmen. Stadt Lorch (Verwaltungsvorlage), Mittelrheingold (Hintergrund), Facebook (CDU Lorch)

Blick auf Lorch. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Blick auf Lorch. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Bacharach sucht einen Bürgermeister

Apropos Ehrenamt und Trauungen: In Bacharach gibt es seit den 70er Jahren keinen hauptamtlichen Bürgermeister mehr; der letzte war Hans Stamm (der noch meine Eltern getraut hat). Bacharach ist zwar kleiner als Lorch, aber der Job ist trotzdem so aufwendig, dass er seit Jahrzehnten praktisch nur noch von Pensionären gemacht wird. Das jetzige Stadtoberhaupt Karl-Heinz Schleis, Bahnbeamter im Ruhestand, will bei den Kommunalwahlen im Mai nicht wieder antreten. Laut „AZ“ hat sich noch immer kein Kandidat für die Nachfolge gefunden. Bacharach ist in der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe kein Einzelfall: In Weiler bei Bingen wird ebenfalls gesucht. Allgemeine Zeitung

Geld für St. Goarshausen

Seit 2005 kümmert sich der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal um alles, was den Unesco-Titel mit Leben erfüllt. Das Team von Welterbe-Managerin Nadya König-Lehrmann entwickelt preisgekrönte Tourismus-Konzepte wie die William-Turner-Route, organisiert Workshops für Trockenmauern und Mittelrheinkirschen, informiert, kommuniziert und ist Unesco-Ansprechpartner für 2 Bundesländer, 5 Landkreise, 4 Verbandsgemeinden, 13 Städte und 35 Ortsgemeinden mit rund 170.000 Menschen. Gerade hat das Land Rheinland-Pfalz seine Unterstützung bis Ende 2021 verlängert. Innenminister Roger Lewentz investiert jährlich 270.000 Euro. Durch die Buga und die Umgestaltung der Loreley kommen auf den Zweckverband mit Sitz in St. Goarshausen weitere Aufgaben zu. Rhein-Zeitung, zv-welterbe.de, Mittelrheingold (7 Fragen an Nadya König-Lehrmann, April 2018)

Ein Forsthaus im Binger Wald

Muzaffer Oguz soll die Gastronomie auf der Loreley wieder flott machen. Der  tüchtige Mainzer mit türkischen Wurzeln ist bereits im Forsthaus Heiligkreuz im Binger Wald im Einsatz.  Dort arbeitet er mit Investor Oliver Wimmers zusammen, dem Vorsitzenden des Fußballclubs Hassia Bingen. „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner hat mit Wimmers gesprochen und erklärt, wie das Ausflugslokal läuft. (Spoiler: gut). Allgemeine Zeitung, heiligkreuz.com (Website des Forsthauses)

Mittelrheiner des Tages: Jan und Philip Bednarek

Die Brüder aus Lahnstein haben mit „Bæk Ale“ eine eigene Biermarke gegründet. Das obergärige Craft Beer im englischen Stil ist im Ferienhaus der Familie in Dänemark entwickelt worden und hat laut „RZ“ einen „nordisch-herben Geschmack, gefolgt von einer fruchtig-hopfigen Note im Abgang.“ Rhein-Zeitung, Facebook (Seite der „Gutsbrüder“ aus Lahnstein)

Zahl des Tages

150.000 Euro kostet ein – Zitat Makler -„traumhaft schönes barockes Fachwerkhaus“ in Oberdiebach. Das Haus mit 6 Zimmern auf 160 Quadratmetern ist 2016 zuletzt saniert worden. Immobilienscout24.de

Foto des Tages

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