59 Kommunen, Verbandsgemeinden und Landkreise unter einen Hut zu bringen war beim Zuschlag für die Buga 2029 eine Leistung. Jetzt hat es trotzdem gekracht. Beim linksrheinischen Kreis Mainz-Bingen ärgert man sich öffentlich über die Zusammensetzung des Buga-Aufrichtsrates. Das Gremium hatte sich vergangene Woche in Boppard konstituiert und Ex-Kulturgeneral Thomas Metz zum Vorsitzenden gewählt. Weder der Kreis noch die Stadt Bingen oder die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe seien vorab informiert worden, heißt es in einer harschen Pressemitteilung mit dem Titel „Verärgerung über die Besetzung des Aufsichtsrats der „BUGA 2029 GmbH“.

Roger Lewentz (r.) bei der Präsentation der Buga Kampagne. Foto: Ministerium des Inneren RLP..

RLP-Innenminister Roger Lewentz (r.) bei der Präsentation der Buga Kampagne 2019. Foto: Ministerium des Inneren RLP.

Kreis, Stadt und VG sind 3 von 59 Gebietskörperschaften, die sich zum Zweckverband Welterbe zusammengeschlossen haben. Der Zweckverband wiederum kontrolliert die Mehrheit an der neuen Buga GmbH und entscheidet über den Aufsichtsrat. Warum dort niemand aus Bingen oder Rhein-Nahe vertreten ist, erklärt man beim Zweckverband in St. Goarshausen so: Für die 59 kommunalen Mitglieder waren 4 Sitze reserviert. Um ein möglichst breites Spektrum abzudecken, sollte je ein Mandat an das nördliche und an das südliche Ende des Gebietes gehen. Gewählt wurden daher der Koblenzer OB David Langner und der Rüdesheimer Bürgermeister Klaus Zapp. Mit Zapp wurde bewusst ein hessischer Vertreter berücksichtigt. Die übrigen 2 Sitze waren für das zentralere Tal gedacht – einmal linksrheinisch, einmal rechtsrheinisch. Hier fiel die Wahl auf den pensionierten VG-Bürgermeister Thomas Bungert aus Oberwesel und auf Mike Weiland von der VG Loreley. Die Buga soll in den kommenden Jahren über 100 Millionen Euro ins Tal bringen. Entsprechend groß ist das Interesse der Kommunen, mitzugestalten und Einfluss zu nehmen. Kreis Mainz-Bingen (Pressemitteilung), Mitteilung des Zweckverbands Welterbe (per Mail)

„Maria Kaufmann dreht sich im Grabe um“

Die Kommunalwahl vom Sonntag hat zwar die politische Blockade in Lorch gelöst, aber rund um Ex-Bürgermeister Jürgen Helbing und seine angeschlagene CDU rumort es weiter. Der „Wiesbadener Kurier“ berichtet über mögliche Ungereimtheiten beim Management der Lorcher Wohnungsbaugenossenschaft und der Maria-Kaufmann-Stiftung. Helbing führte bei beiden Institutionen auch nach seiner Abwahl als Bürgermeister 2019 die Geschäfte und fädelte den Verkauf des Immobilienbesitzes an die private Immobilienfirma Amadeus-Gruppe ein. Die Wohnungsbaugenossenschaft wurde anschließend aufgelöst und ihre Mitglieder offenbar üppig abgefunden: Nach Berechnungen der Wählergruppe „Liste Lorch“ sollen für 150 Euro Einlage 28.000 Euro Anteil ausgezahlt worden sein. Die Stiftung dagegen kann nicht liquidiert werden, sie besteht jetzt ohne Immobilienbesitz weiter. Wie die Einnahmen aus dem Verkauf der Wohnungen angelegt werden, ist unklar. Branchenkenner wie der Rüdesheimer Immobilienmakler Wolfgang Zell wundern sich über den Deal. Zell, der selbst aus Lorch stammt, hält den Verkaufspreis für zu niedrig. Mehrere ehemalige Vorstandsmitglieder, darunter eine Verwandte von Stifterin Maria Kaufmann, fühlten sich laut „Wiesbadener Kurier“ schon vorher aus der Stiftung „herausgedrängt“. In der Lorcher Wisperstraße hängt jetzt ein Transparent: „Marie Kaufmann dreht sich im Grab um“. Helbing und die noch verbliebenen Gremienmitglieder, darunter CDU-Stadtrat Karl-Heinz Augustin,  wollen sich mit ihren Anwälten beraten und dann „sachlich und angemessen“ Stellung nehmen. Wiesbadener Kurier

Bingen mietet sich am Rupertsberg ein

Für das große Geschichtszentrum mit Archiv und Hildegard-von-Bingen-Garten am Rupertsberg fehlt das Geld, aber laut „AZ“ hat man sich auf eine abgespeckte Variante geeinigt. Die Stadt mietet das Erd- und Untergeschoss der so genannten „Villa Herter“ in Bingerbrück an und zahlt dafür 30.000 Euro jährlich. Dort soll ein Lesesaal für das Stadtarchiv und regionalgeschichtliche Literatur eingerichtet werden. Außerdem sei eine „Visualisierung des Hildegardklosters“ geplant. Der mittelalterliche Bau wurde im 30-jährigen Krieg zerstört und die Ruinen beim Eisenbahn-Bau im 19. Jahrhundert abgeräumt. Letzte Reste finden sich noch im Keller der Villa. Visualisierung und Installation kosten noch einmal 60.000 Euro. Dazu kommen noch 10.000 Euro für die Gestaltung des Lesesaals. Es gibt Zuschüsse aus EU-Mitteln. Allgemeine Zeitung

Ein Konzert auf der Loreley

Von regulärem Konzertbetrieb kann man auch am Mittelrhein nur träumen, aber am 17. April findet trotzdem ein Event auf der Loreley statt. 10 Solisten spielen in gebotenem Abstand auf mehreren Bühnen im Landschaftspark. Publikum vor Ort ist vermutlich nicht zugelassen , aber das Konzert gibt es auch im digitalem Live-Stream. Für die Finanzierung sorgt die Kulturstiftung Rheinland-Pfalz. Loreley-Touristik, YouTube (Trailer)

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