Dass es in Boppard ein neues Lebensmittelgeschäft gibt, ist gut. Aber die Geschichte dahinter klingt noch besser. Der Gründer von „Feinkostmarkt Link“ (Oberstraße 130) ist von Oberbayern zurück an den Mittelrhein gekommen. Einerseits, um den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen. Anderseits, um eine Familientradition fortzusetzen. Schon Mario Links Oma Katharina war in Boppard als Lebensmittelverkäuferin bekannt – damals bei Harth Lebensmittel („Harth hilft haushalten“). Die „Linke Mudda“ schenkte in den 60er Jahren auch beim so genannten „Bopparder Stuhlgang“ aus. (Falls Sie bei der Begriff  so überrascht wie mich heute: Der „Stuhlgang“ war damals nichts Internistisches, sondern bedeutete einfach, dass  die Bopparder an einem bestimmten Tag mit einer praktischen Sitzgelegenheit ihrer Wahl durch die Altstadt schlenderten und sich überall dort niederließen, wo Händler und Wirte unter freiem Himmel Essen und Getränke anboten).

Die "Linke Mudda" in den 60er Jahren beim "Bopparder Stuhlgang".

Die „Linke Mudda“ in den 60er Jahren beim „Bopparder Stuhlgang“. Foto: Familie Link.

Links Vater war Filialleiter bei der damaligen Supermarktkette Latscha („Latscha liefert Lebensmittel“), und Mario selbst lernte am Mittelrhein das Geschäft von der Pike auf. In den 90er Jahren arbeitete er im Bopparder Feinkostladen „Orient Shop“, bildete sich weiter und verließ irgendwann Boppard, um in Bayern bis zum Vertriebsleiter bei Deverley aufzusteigen. Jetzt ist er wieder da. Seinen 250 qm großen Feinkostmarkt hat er mit Unterstützung von Vater und Bruder eingerichtet. Es gibt Produkte regionaler Betriebe (Bäckerei Volk in Salzig, Metzgerei Knep in Spay), Obst, Gemüse und viel Mediterranes.  Facebook (Feinkostmarkt Link)Infos von Mario Link 

Ringe, Teller und Siegel in Bingen

Gestern ging es hier um die Verleihung des „Ältesten Binger Stadtsiegels“ an den engagierten Mediziner Wolf-Dieter Gronki. Es ist eine schöne Idee, Bürger für ihre Dienst am Gemeinwohl und ihre Lebensleistung auszuzeichnen. Aber braucht es dafür wirklich olympische Kategorien wie „Gold“, Silber“ und „Bronze“? Bingens Pressesprecher Jürgen Port war so freundlich, mir die „Satzung über die Ehrung verdienter Persönlichkeiten durch die Stadt Bingen am Rhein“ zu schicken. Sie wurde 1977 unter Oberbürgermeister Erich Naujack verabschiedet. Demnach ist das Binger Zeremoniell noch komplizierter als gedacht. Es gibt nicht nur die Abstufung „Ehrenbürgerschaft“ – „Stadtsiegel in Gold“- „Stadtsiegel in Silber“ und „Stadtsiegel in Bronze“, sondern auch noch eine weitere Ordenskategorie nur für Kommunalpolitiker und Mitarbeiter der Stadt Bingen, den „Ehrenring“ und den „Ehrenteller“. bingen.de (Satzung von 1977 als PDF)

Rüdesheim macht weiterhin den Motor aus

Zu den vielen Besonderheiten des Mittelrheintals gehört ein Bahnübergang, der über eine Bundesstraße führt. Gemeint ist die Verkehrsführung am Bahnhof in Rüdesheim, eine Garantie für Staus. „Bundesweit ziemlich einmalig“  nennt es Barbara Dietel vom „Wiesbadener Kurier“, aber die Rüdesheimer und ihre Gäste könnten auf dieses Alleinstellungsmerkmal gerne verzichten. Leider müssen sie sich noch längere Zeit gedulden. Wegen der komplizierten Gemengelage aus Bahn und Behörden starten die Bauarbeiten für eine Unterführung erst Mitte des nächsten Jahrzehnts. Wiesbadener Kurier

Tänzerinnen in Trechtingshausen

Für junge Leute ist ist das ländliche Freizeitangebot überschaubar – auch im Oberen Mittelrheintal. Vieles läuft über die Vereine. Wer Spaß an der große Show hat, ist bei den Karnevalsclubs richtig. Sie proben das ganze Jahr über für ihre großen Auftritte.  In Trechtingshausen ist dafür der Karnevalsverein „Narrebrunne“ zuständig, der gerade Nachwuchs für die beiden Garden sucht – die „Funkengarde“ (15 bis 19 Jahre) und die „große“ Garde (20 bis 26 Jahre). Ansprechpartnerinnen sind Lisa Ring, Nadine Nagel, Svenja Lutterbach und Selina Heimen. Allgemeine Zeitung, kvn-trechtingshausen.de (Website des Vereins)

Termin des Tages

Bingen – Kerb in Kempten mit „Weinbattle“ – 13. April, 19 Uhr 30. bingen.de

Foto des Tages

Videos auf Mittelrheingold

Es gibt jetzt eine YouTube-Playlist mit ausgewählten Videos über das Welterbe-Tal. Zu finden auf der neuen Video-Seite von Mittelrheingold. Dort laufen auch Mittelrhein-Clips und -Reportagen des SWR aus der ARD-Mediathek. Die Liste wird fortlaufend erweitert. Mittelrhein-Fensehen gibt’s hier

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