In Oberwesel eskaliert der Konflikt um die Loreley-Kliniken. Eigentlich hatte sich die regierende CDU-Fraktion mit der Schließung zum Ende September abgefunden, aber in der öffentlichen Stadtratsitzung am Dienstagabend platze laut „RZ“ einem ihrer Mitglieder der Kragen. Stadtrat Andreas Schmelzeisen erinnerte an die über 700-jährige Tradition des Krankenhauses und forderte radikale Maßnahmen. „Wir müssen endlich rebellisch werden!“ zitiert ihn „RZ“-Redakteurin Denise Bergefeld. Schmelzeisen schlägt vor, die Teilnahme an der Bundesgartenschau 2029 in Frage zu stellen und Schilder an den Straßen aufzustellen: „Buga – Ohne uns“. Es sei die einzig verbliebene Möglichkeit, überregionale Medien aufmerksam zu machen und die Landesregierung unter Druck zu setzen: „Wenn wir hier unserer Zukunftschancen beraubt werden, dann machen wir nicht mit.“ Mit dem katholischen Mehrheitsgesellschafter Marienhaus ist Schmelzeisen ohnehin fertig, er habe es „voll gegen die Wand gefahren.“

Abendsonne in Oberwesel. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Rathäuser in Oberwesel. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Bei der Abwicklung der Krankenhäuser zeichnet sich unterdessen das übliche Kommunikations-Chaos ab: „Wir arbeiten tagtäglich, ohne zu wissen, was im nächsten Monat passiert“, sagte eine Mitarbeiterin in der öffentlichen Fragestunde. Nach heutigem Stand schließt die Chirurgie schon am 30. Juni, der Rest drei Monate später. Ob dann bereits ein Medizinisches Versorgungszentrum steht, ist unklar. Der Kreistag des Rhein-Hunsrück-Kreises könnte die Krankenhäuser am Montag in letzter Minute retten. Dazu müsste sich aber eine Mehrheit für die Übernahme durch den Kreis finden. Momentan setzen sich nur die SPD und die Grünen dafür ein. Der Knackpunkt ist, dass niemand den laufenden Betrieb subventionieren will. Rhein-Zeitung

Rathaus-Krise in St. Goarshausen

Apropos rebellisch: In St. Goarshausen hat Bürgermeister Matthias Pflugradt gleich 2 Probleme: Seine Beigeordneten Heinz-Peter Mertens und Anna Maria Weisbrod sind zurückgetreten. Beide hatten während Pflugradts Krankheit monatelang die Stellung gehalten und in dieser Zeit auch einen Stadtratsbeschluss zum Thema Loreley-Bühne auf den Weg gebracht. Demnach sollte die ausstehende Pacht gerichtlich eingetrieben und notfalls eine Räumungsklage geführt werden. Pflugradt will den Beschluss aussetzen und argumentiert laut „RZ“ mit einem „Formfehler“. Zum Eklat kam es, weil er seine Beigeordneten nicht darüber informiert hatte. Rhein-Zeitung

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