Es ist nicht gerade klassische Rheinromantik, was im Rüdesheimer Stadtteil Assmannshausen demnächst zum Verkauf stehen soll. Aber eines der markantesten Gebäude des Ortes und ein Fest für 60er-Jahre-Fans: Die frühere Schule hoch über dem historischen Ortskern. Der leerstehende Flachdach-Bau ist momentan noch im Besitz des Rheingau-Taunus-Kreises. Der will ihn allerdings liebend gerne an die Stadt Rüdesheim loswerden. 2018 scheiterte die Transaktion u. a. noch an der Frage, wem die 2000 Liter Heizöl gehören, die noch im Keller gebunkert waren. Der 2019 gewählte Bürgermeister Klaus Zapp und sein Magistrat haben mittlerweile alle wesentlichen Dinge geklärt. Demnach wäre es auch möglich, das Gebäude mit einem Mix aus Gewerbe und Wohnen zu nutzen. Der Plan ist, die Immobilie zu übernehmen und an einen geeigneten Investor weiterverkaufen. Der müsste allerdings auch nach dem Deal noch tief in die Tasche greifen. Schon 2012 wurde der Sanierungsaufwand auf 1,4 Millionen Euro taxiert. 9 Jahre Leerstand später dürfte sich die Summe nochmals deutlich erhöhen. In Assmannshausen selbst hoffte man zuletzt, dass die Rüdesheimer Jugendherberge einsteigen könnte. Das Jugendherbergswerk hat allerdings abgewunken. Eine Nutzung als Hotel ist trotzdem nicht ausgeschlossen. Einer Studie zufolge braucht das Tal spätestens zur Bundesgartenschau 2029 deutlich mehr zeitgemäße Hotels mit mehreren 1000 neuen Betten. Wiesbadener Kurier

Assmannshausen mit der alten Schule (links im Bild). Foto: Jörg Thamer / Rheingau Tourismus

Assmannshausen mit der alten Schule (links oben im Bild). Foto: Jörg Thamer / Rheingau Tourismus

Ein Ausblick auf die Rheingau-Saison

Apropos Rüdesheim. Der „Wiesbadener Kurier“ hat recherchiert, welche Groß-Events im Rheingau 2021 realistisch sind. Nichts Genaues weiß man, aber die „Schlemmerwochen“ ab dem 23. April könnten unter Auflagen auch bei einem Lockdown bis Ostern klappen. Hoffnungsvoll sind auch die Macher von „Magic Bike“ in Rüdesheim. Das Knatter-Wochenende findet am ersten Juni-Wochenende unter freiem Himmel statt. 2020 war die Motorrad-Show allerdings wegen Corona abgesagt worden. Wiesbadener Kurier

Hildegard und der heilige Zorn

Die misslungene „Operation Hildegard“ sorgt in Bingen für Ärger. Eigentlich wollte die Stadt gemeinsam mit dem Kreis Mainz-Bingen die so genannte „Villa Herter“ in Bingerbrück kaufen. Dort, auf dem Gelände des früheren Hildegard-Klosters, sollte das gemeinsames Archiv untergebracht werden. Der von der Binger Lokalpresse gefeierte Deal scheiterte am kleinen Einmaleins der Immobilienwirtschaft. Ein Gutachten ergab, dass das Haus nicht annähend die Million wert ist, die der Eigentümer von Stadt und Kreis haben wollte. Jetzt werfen SPD und Grüne Oberbürgermeister Thomas Feser vor, er habe den Gutachter ohne Not eingeschaltet. Man hätte den überhöhten Preis einfach akzeptieren und die Hälfte davon vom Kreis zahlen lassen sollen. Feser argumentiert mit Sorgfaltspflicht. Die Standpunkte überraschen: Ursprünglich wollte Feser die Villa auf Biegen und Brechen („Ich ziehe das durch“). Dort sollte neben dem Archiv auch eine multimediale Erinnerungsstätte für Hildegard entstehen. Allgemeine Zeitung

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