Unter den Fährbetrieben am Mittelrhein ist die Reederei Bingen-Rüdesheimer klar die Nummer eins. Die Flotte umfasst 2 Autofähren und 4 klassische Ausflugsdampfer. Flaggschiff und Mehrzweckwaffe ist die „Mary Roos“. Sie kann ebenso für Autotransporte wie als Party-Schiff eingesetzt werden. Bis vor einem Jahr rauchte bei der Bingen-Rüdesheimer der Schornstein, dann kam Corona. 2020 brach das Tourismus-Geschäft ein, und der Lockdown mit Home Office als Massenphänomen macht nun auch die Fähre unrentabel. Trotzdem blickt Geschäftsführer Oliver Pohl nach vorn. Laut „AZ“ investiert er gerade eine sechsstellige Summe in die Fährrampe im Binger Hafen. Sie soll verlängert werden, damit der Betrieb auch bei extremem Niedrigwasser läuft. „Der Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen“, sagt Pohl. Der Reederei-Chef kann sich u. a. auf Modellrechnungen der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) berufen. Das Institut prognostiziert für die zweite Hälfte des Jahrhunderts immer häufigere Trockenperioden wie im Extremjahr 2018. Damals musste u. a. der Niederheimbacher Fährmann Michael Schnaas vorübergehend den Betrieb einstellen.

Fährbetrieb zwischen Bingen und Rüdesheim. Foto: Rüdesheim Touristik AG / Rolf Wölfert

Fährbetrieb zwischen Bingen und Rüdesheim. Foto: Rüdesheim Touristik AG / Rolf Wölfert

Die gute Nachricht ist: Wasserbau-Ingenieure halten das Fähr-Risiko langfristig für beherrschbar. Wegen ihres geringeren Tiefgangs kommen Fähren mit dem Niedrigwasser der Zukunft wesentlich besser zurecht als klassische Transportschiffe, erklärt BAW-Chef Professor Christoph Heinzelmann auf Anfrage. Fraglich bleibt, welche Betreiber sich Wasserbau-Maßnahmen leisten können und ob der Staat unterstützt. Selbst wenn noch in diesem Jahrzehnt die Mittelrheinbrücke bei St. Goar gebaut würde – was unwahrscheinlich ist: Sie könnte nicht den kompletten Fährverkehr zwischen Boppard und Bingen ersetzen. Fähren werden noch auf Jahrzehnte hinaus gebraucht. Allgemeine Zeitung, Mittelrheingold (Niedrigwasser-Szenario)

„Die Situation ist heftig und beängstigend“

Apropos Corona. Die „RZ“ hat sich bei Modehändlern in Boppard und Emmelshausen umgehört. „Die Situation ist heftig und beängstigend“, zitiert sie Nicole Weißer vom Modehaus Stammer in Boppard. Die Modebranche trifft es besonders hart. Nicht nur, dass die Läden geschlossen sind – die Ware verdirbt quasi im Schaufenster, denn die Wintermode 20/21 braucht im Frühling niemand mehr und für die neue Kollektion fehlt vielen Betrieben das Geld. Die gleichfalls stillgelegte Gastronomie kämpft weiter mit Sonderaktionen gegen die Krise an. Uwer Girnstein und Diana Hein vom Hotel „Rheingraf“ in Kamp-Bornhofen etwa haben eine eigene Lebensmittelmarke gestartet: „Rheingraf von Camp Spezialitäten“. (Rhein)gräfliche Wurst und hausgemachte Marmelade gibt es u.a. bei Rewe in Lahnstein und Boppard. Rhein-Zeitung (Modehandel), Facebook (Rheingraf)

Internet-Turbo auf der rechten Rheinseite

Im Rhein-Lahn-Kreis spendiert das Land Rheinland-Pfalz fast 20 Millionen Euro für besonders schnelles Internet. Von der Digital-Offensive profitieren Privathaushalte und rund 600 Unternehmen. Im Welterbetal gehören die Stadt Lahnstein und die Verbandsgemeinde Loreley mit St. Goarshausen und Braubach zum Kreis. Landrat Frank Puchtler ist zugleich Vorsteher des Zweckverbandes Welterbe. Unterdessen schraubt die Telekom am Mobilfunknetz. Laut Pressemitteilung wurden in den vergangenen 3 Monaten weitere LTE- und 5G-Standorte im Rhein-Lahn-Kreis installiert. Davon profitieren u. a. Kaub und Kamp-Bornhofen. Rhein-Zeitung, presseportal.de (Telekom)

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