Man muss nicht in die USA reisen, um eine zerrissene Gesellschaft und Politiker mit gestörtem Demokratieverständnis zu sehen. Lorch tut es auch. Dort haben CDU und SPD noch immer nicht verwunden, dass ihre Bürgermeisterkandidaten 2019 gegen einen unabhängigen Newcomer verloren haben. Vorläufiger Höhepunkt ihrer Blockadepolitik war ein Boykott der Stadtverordnetenversammlung Anfang Dezember. Im Neuen Jahr geht es im selben Stil weiter. Laut „Wiesbadener Kurier“ will die CDU noch kurz vor Ende der Legislaturperiode eine grundlegende Entscheidung im Kommunalparlament durchsetzen: Die Abschaffung des hauptamtlichen Bürgermeisteramtes. Ähnlich wie gegenüber auf der rheinland-pfälzischen Seite soll die hessische Mittelrhein-Kommune künftig ehrenamtlich verwaltet werden. Die Idee kursierte vor 2 Jahren schon einmal; damals mit dem Kalkül, Konkurrenten des damaligen CDU-Bürgermeisters Jürgen Helbing abzuschrecken. Helbing war bereits Pensionär und hätte sich das Amt auch ohne Gehalt leisten können. Jetzt sollen die Stadtverordneten erneut abstimmen. Die CDU argumentiert mit Einsparmöglichkeiten. Heikel ist, dass die Amtszeit des Kommunalparlaments schon fast abgelaufen ist. Am 14. März finden in Hessen Kommunalwahlen statt. Dann tritt ein neu gegründetes Wählerbündnis an, das den Grabenkämpfen ein Ende machen will: Die „Liste Lorch“ („LiLo“) hat mehr Kandidaten gefunden als die CDU. Sie will am Profi-Status des Lorcher Bürgermeisters festhalten. Wiesbadener Kurier

CDU-Mann Jürgen Helbing musste das Lorcher Rathaus Anfangt 2020 räumen.

Die Koblenz-Rutsche kommt

Die Buga 2029 könnte in Koblenz besonders aufregend werden. In der Stadt plant man eine Seilrutsche („Zipline“) zwischen der Festung Ehrenbreitstein und dem linksrheinischen Forum Confluentes. Wer die luftigste Art des öffentlichen Personennahverkehrs liebt, stützt sich dann kopfüber in Richtung City und rast am Drahtseil 1,2 Kilometer über den Rhein. Laut „RZ“ sind bis zu 115 km/h drin. Die Idee von Tourismuschef Claus Hoffmann hat gute Chancen, Wirklichkeit zu werden. Eine Mehrheit im Stadtrat gilt als sicher. Rhein-Zeitung

Das Geheimnis der verschwundenen Kapelle

Drohnen-Aufnahmen von einer Hochzeitsfeier auf Burg Sterrenberg über Kamp-Bornhofen brachte Pächtern Karolin König-Kunz darauf, dass am Mauerwerk etwas nicht stimmt. Bei der Sanierung stießen Handwerker auf die Reste der alten Burgkapelle samt Altar-Ruine und mittelalterlichen Fliesen. Das Land Rheinland-Pfalz will jetzt Ideen für Nutzung und Präsentation entwickeln lassen. Innenminister Roger Lewentz, selbst aus Kamp-Bornhofen gebürtig, denkt u. a. an einen Fußweg zum Wallfahrtskloster. Der Barockbau am Rheinufer ist als spirituelles Zentrum der Bundesgartenschau 2029 vorgesehen. SWR (Video), rtl.de

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Janine Lenz-Neuendorf (@janine.lenz)

Mittelrheingold kommt auch 2021 per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo