Während auf der Loreley noch konventionell gekämmt wird, geht es weiter unten in St. Goarshausen einem Klischee an den Kragen: Dort sucht die Weinwerbung Mittelrhein keine Weinkönigin mehr, sondern ausdrücklich „Weinhoheiten gleich welchen Geschlechts“. Die amtierende Queen Lea Rindsfüsser könnte ihr Krönchen also an einen Mann übergeben. Oder an einen Menschen, der sich als divers definiert. Der Vorstandsbeschluss fiel einstimmig. Er dürfte bundesweit für Aufmerksamkeit sorgen.

Lea Rindsfüßer ist die Mittelrhein-Weinkönigin 2021/22. Foto: Mittelrhein-Wein e.V.

Lea Rindsfüssers Amtszeit endet im November. Danach könnte es zum ersten Mal einen Weinkönig geben.. Foto: Felix Vollmer.

Wer Mittelrhein-Majestät werden möchte, sollte laut Weinwerbung „mindestens 18 Jahre alt sind und einen Führerschein besitzen, aus der Region kommen bzw. im Anbaugebiet wohnen, Interesse am Wein haben sowie Kontaktfreudigkeit, Witz, Charme und natürliche Schlagfertigkeit mitbringen.“ Die Beschreinbung trifft gefühlt auf mindestens 80 Prozent der Mittelrheiner zu. Bewerbungen sind bis Ende August möglich. Wahl und Krönung sind für den 4. November in Osterspai geplant.

Die Weinwerbung Mittelrhein e. V. ist ein Zusammenschluss von Winzern, Gastronomen und Touristikern aus dem gesamtem Anbaugebiet unter Vorsitz des bisherigen Rhein-Lahn-Landrats Frank Puchtler. Zum ehrenamtlichen Vorstand gehören u. a. Startup-Winzerin Sarah Hulten und Boppards Tourismuschef Stefan Rees. Geschäftsführer ist Stefan Jedele. Der Verein ist für den größten Teil des Welterbegebietes und für den unternen Mittelrhein nördlich von Koblenz zuständig. Lorch und Rüdesheim dagegen gehören weinrechtlich zum Rheingau, sie sind nicht dabei. Ähnliches gilt für Bingen (Rheinhessen und Nahe). Mittelrhein-Weinwerbung

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