Die Abstimmung über die zweite Loreley-Statue hat es zwar in bundesweite Medien geschafft, aber in der Verbandsgemeinde selbst blieb das Interesse überschaubar. Laut VG wurden innerhalb von 4 Wochen 1012 gültige Stimmen abgegeben. Wahlberechtigt waren alle volljährigen Einwohner der Verbandsgemeinde, sie konnten je nach Wunsch digital oder schriftlich abstimmen. Über die Wahlbeteiligung schweigt sich die Pressemitteilung der Verwaltung aus. Wenn man die zur Landsratswahl im März veröffentlichten Zahlen zugrunde legt, hätten über 13.000 Menschen mitmachen können. Demnach bedeuten die 1012 Stimmen bei der Loreley-Wahl weniger als 10 Prozent Wahlbeteiligung. Die große Mehrheit votierte für einen Entwurf der Berliner Künstlerin Valerie Otte.

Die Verbandsgemeindeverwaltung beschreibt es so:

„Die Loreley sitzt auf einem Felsen, der wie die Figur selbst, in Bronze gegossen wird. In der künstlerischen Gestaltung bildet die Frauenfigur mit dem Felsen eine Einheit, Körper und Fels scheinen ineinander überzugehen. Auf der Rückseite verlaufen die langen Haare fließend in die Darstellung des Flusses, in dessen Wellen einzelne Boote zu kentern scheinen. Durch Fischschwärme und weitere Relief-Motive soll die Sage um die Loreley auch haptisch begreifbar und barrierefrei auf verschiedenen Höhen entdeckt werden.“

Der Otte-Entwurf kam auf 840 Stimmen. Das sind 83 Prozent der abgegeben Stimmen. Umgerechnet auf die Zahl der Wahlberechtigten entspricht das ca. 6,3 Prozent aller volljährigen Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Loreley. Die 2,20 Meter hohe Statue soll 107.000 Euro kosten und im neu gestalteten Landschaftspark aufgestellt werden. Das Land Rheinland-Pfalz dürfte 90 Prozent der Rechnung übernehmen. Einige Etagen tiefer, an der Hafenmole von St. Goarshausen, gibt es bereits eine 3,30 Meter hohe Loreley. Sie wurde nach einem internationalen Wettbewerb Anfang der 80er Jahre von Natascha Prinzessin Jusopov gestaltet. Die russischstämmige Künstlerin wird in Medien manchmal als „Rodin-Schülerin“ bezeichnet. Tatsächlich lernte nicht direkt beim französischen Bildhauer-Giganten Auguste Rodin, sondern bei einem seiner Schüler. Süddeutsche Zeitung (dpa-Meldung auf Basis der VG-Pressemitteilung), Handelsblatt (über die Loreley auf der Hafenmole), Wahlen Rheinland-Pfalz (Wahlberechtigte in der VG Loreley im März 2022)

Baggern für die Oldies

Bacharachs Bürgermeisster Philipp Rahn hadert mit der geplanten Rheinvertiefung. „Die Rheinflotte ist zum Großteil aus den 1970er und 80er-Jahren, ist alt und dreckig, fährt mit Diesel und hat viel Tiefgang“, zitiert ihn die „AZ“. Rahn fände es schlauer, in modernere und klimafreundliche Schiffe zu investieren als in Baggerarbeiten für die Oldies. Die so genannte „Abladeoptimierung Mittelrhein“ könnte Teile des Flusses in eine Art mediterranes Wattenmeer verwandeln. „AZ“-Autor Jochen Werner wundert sich, dass der Zweckverband Welterbe sich noch nicht geäußert hat. Allgemeine Zeitung (€)

Den Bingern geht das Personal aus

Der Fachkräftemangel bringt Binger Arbeitgeber in die Bredouille. Laur „AZ“ suchen nicht nur die Binger Bäckereien Lüning und Stamm Personal. Metzger Markus Brager hat seine Öffnungszeiten verkürzt und  verkauft im Vorort Kempten bereits per Automat, weil sich kaum noch jemand an die Fleischtheke stellt. Und beim Heizungsbetrieb Adam und Lorey reagierte man auf die Recherche-Anfrage von „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner mit einer Gegenfrage: „Haben Sie 4 Heizungsmonteure? Die nehme ich sofort.“ Allgemeine Zeitung

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