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Mittelrhein 2029: Wer wird das bezahlen?

Die Loreley im Frühling. Foto: Sebastian Reifferscheid

Die „RZ“ hat in mehreren Artikeln Zahlen und Fakten zur Mittelrhein-Buga 2029 zusammengetragen. Demnach ist unklar, ob das ursprünglich geplante Budget – 108 Millionen Euro – ausreichen wird. Buga-Geschäftsführer Sven Stimac warnt vor Panikmache. „Erst wenn die konkreten Projekte, Betriebskosten und damit konkrete Zahlen vorliegen, müsse die finanzielle Planung auf den Prüfstand“, heißt es. Im Fall des Falles will man weitere Geldquellen auftun, z. B. EU-Fördermittel. Momentan wird die Buga-GmbH vor allem von den Mittelrhein-Kommunen und dem Land Rheinland-Pfalz über Wasser gehalten. Die Investitionen in Personal und Planungswettbewerbe belasten zunächst den Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal, die gemeinsame Organisation aller beteiligten Gemeinden, Kreise und Bundesländer (Rheinland-Pfalz und Hessen). Der Zweckverband mit Sitz in St. Goarshausen hält die Mehrheit an der gemeinnützigen Buga-Gesellschaft und ist dadurch selbst ins Minus gerutscht. Für den Haushalt 2024 musste er erstmals Kredite aufnehmen. Mittelfristig sollen die Zuschüsse der Kommunen und anderen Gebietskörperschaften wieder für schwarze Zahlen sorgen, im Buga-Jahr selbst kommen die Einnahmen aus dem Ticket-Verkauf dazu. Neben den eigentlichen Buga-Millionen fließen noch weitere Summen ins Tal. Laut „RZ“ kostet allein die Neugestaltung der Loreley mindestens 25 Millionen Euro; sie soll im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Weitere 44 Millionen werden für den Radweg zwischen Osterspai und der hessischen Landesgrenze fällig. Fast schon ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass auf hessischer Seite 137,5 Millionen Euro (!) für den Abschnitt zwischen Lorch und Rüdesheim gezahlt wurden. Und dann ist da noch die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, die im Welterbetal neben der Festung Ehrenbreitstein auch die Burgen und Schlösser Stolzenfels, Sooneck, Pfalzgrafenstein und Sterrenberg verwaltet. Sie hofft laut Zeitung „auf ein zusätzliches Investitionsvolumen in Höhe von 30 Millionen Euro“. Rhein-Zeitung (Buga-Special)
Foto: Sebastian Reifferscheid

Der Kampf um das Hotel Weiland

Apropos Buga. In Lahnstein, wo besonders viel investiert werden soll, kämpft Hotelier Reinhold Weiland weiter für einen Neubau seines Hotels. Medienberichten zufolge hatte die Buga-GmbH erfolgreich dagegen interveniert, weil das Gelände am Oberlahnsteiner Bahnhof gebraucht werde. Im privaten Regionalsender Mittelrhein TV bringt Weiland seine Argumente vor und verweist auf die zwischenzeitlich bekannt gewordenen Buga-Entwürfe für 2029. Das Video ist als Quelle sehr interessant, aber journalistisch fragwürdig: In dem über 8 Minuten langen Stück kommt ausschließlich Weiland zu Wort. Was die Stadt oder die Buga-GmbH sagen, erfährt man nicht. YouTube

Der lange Lauf nach St. Goarshausen

Blue Community ist eine Initiative, die sich weltweit für den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser und gegen die Kommerzialisierung lebenswichtiger Quellen einsetzt. Einer der Aktivisten ist Simon Fischer aus St. Goarshausen. Der Journalist und Experte für Entwicklungshilfe macht demnächst mit einer besonderen Aktion auf das Thema aufmerksam: Er will ab dem 18. März in 31 Tagen 31 Marathonläufe vom Bodensee über St. Goarshausen bis nach Berlin absolvieren. Die Verbandsgemeinde Loreley unterstützt das Projekt und ermuntert nicht ganz so sportliche Mittelrheiner, einen (kleinen) Teil der Strecke mitzulaufen. Simon Fischer wird am 1. April (Ostermontag) in der Heimat erwartet, dann steht die Etappe von Lorch nach Koblenz auf dem Programm. BEN-Kurier, Blue Community

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