Die Burgenbloggerin ist wieder da. Mareike Knevels, die Mittelrhein-Reporterin des Jahres 2019, kehrt für mindestens einen Monat in ihre alte Dienstwohnung auf Burg Sooneck zurück. Nicht als Lokaljournalistin, sondern um an einem Buch über das Tal zu arbeiten: „Ich möchte von den Menschen, die dort leben, erfahren, was für sie Heimat ausmacht“, sagt sie im Interview mit „RZ“-Redakteur Markus Kuhlen. Für die Projektpartner Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz, Generaldirektion Kulturelles Erbe und „Rhein-Zeitung“ ist Mareikes Comeback die Chance in der Corona-Krise. Sie hatten die nächste reguläre Burgenblogger-Runde wegen der Pandemie stoppen müssen; das Zimmer auf Sooneck stand seit Herbst 2019 leer. Mareike war die 5. Burgenbloggerin seit 2015. Die Mainzer Kommunikationsdesignerin zeigte sich in ihrer Amtszeit als Multi-Talent. Sie schrieb, illustrierte und führte Gespräche mit fast schon therapeutischem Tiefgang. burgenblogger.de

Mareike Knevels zog 2019 als Burgenbloggerin auf Sooneck ein. Foto: Andreas Jöckel / EA

Finanz-Karneval in Bingen

Der Kauf der so genannte „Würth’sche Villa“ in Bingerbrück entwickelt sich zur Kommunal-Klamotte. Vor über einem Jahr wollte Oberbürgermeister Thomas Feser das Gebäude über dem ehemaligen Hildegard-Kloster um jeden Preis kaufen („Ich ziehe das durch!“). Bingens Bildungsbürger träumten von einem aufwendig sanierten Geschichtszentrum mit Kreisarchiv, Hildegard-Garten und multimedialer Kloster-Rekonstruktion. Weil das Budget nicht reichte, musste ein privater Investor einspringen: Der Binger Unternehmer und Geschichts-Fan Gustav Eich übernahm das Gelände von Altbesitzer Karl Josef Würth – laut „AZ“ für 2 Millionen Euro. Danach sollte über eine gemeinsame Nutzung mit der Stadt verhandelt werden. Im Binger Stadtrat beschloss eine ungewöhnliche Koalition von SPD, CDU, Grünen und Linken aber etwas ganz anderes: Die Nutzung des Vorkaufsrechts und den direkten Kauf durch die Stadt. Das wiederum passte dem Oberbürgermeister nicht. Weil die Finanzierung nicht gesichert ist und ein Veto der Aufsichtsbehörde droht, hat  er den Beschluss ausgesetzt. Offenbar ist immer noch unklar, welche Folgekosten auf die Stadt zukämen. Corona hat die Kassen geleert und die Gewerbesteuer-Einnahmen einbrechen lassen. Vor allem die Krise beim Binger Glücksspiel-Konzern Löwen Entertainment dürfte der Stadt noch schwer zu schaffen machen. Ein belastbares Gutachten über die Villa gibt es auch noch nicht. Die „AZ“ zitiert einen FDP-Stadtrat, der sich im Gebäude umgesehen hat und einen „schlechten Zustand“ diagnostiziert. Allgemeine Zeitung

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