Auf der Loreley geht es um weit mehr als nur um die Freilichtbühne. Seit Dienstag ist offiziell, dass auf dem Plateau die größte Hotel- und Ferienhausanlage weit und breit entstehen soll. Geplant sind 320 Zimmer und Suiten in unmittelbarer Nähe von Landschaftspark und Hangkante, aufgeteilt auf ein fünfgeschossiges Hauptgebäude, 40 terrassierten „Superior-Zimmern“ und 10 „Hotelvillen“. Insgesamt soll es 720 Betten geben. Inklusive Personal würde das Resort mit Namen „Slow Down Loreley“ fast so viele Menschen beherbergen wie die zuständige Ortsgemeinde Bornich Einwohner hat.

Hinter „Slow Down Loreley“ stehen 3 Investoren aus Norddeutschland, die im Ostsee-Badeort Travemünde bereits ähnliches realisiert haben: Der Immobilienentwickler Nidag aus Wentorf bei Hamburg, das deutsch-dänische Ferienpark-Unternehmen Planet Gruppe aus Kiel und der Lübecker Call-Center-Betreiber Aye Media. Das 37.000 Quadratmeter große Areal gehört ihnen bereits. An den Hotelplänen war jahrelang hinter verschlossenen Türen gefeilt worden.

Slow Down Loreley: Visualisierung mit 14 Hotelvillen.

Die Investoren haben Kommunalpolitiker, Unesco-Kommission und Aufsichtsbehörden ins Boot geholt, darum könnten die Bauarbeiten schon im kommenden Frühjahr starten. 2024 sollen die ersten Gäste anreisen. Laut SWR werden 85 Millionen Euro investiert. Für den heutigen Donnerstagabend ist eine öffentliche Info-Veranstaltung in St. Goarshausen-Heide geplant. Sie beginnt um 18 Uhr in der Loreley-Schule. Wer teilnehmen möchte: Die Verbandsgemeindeverwaltung verlangt eine Voranmeldung (rathaus@vg-loreley.de oder telefonisch unter 06771 919-0).

SPD und CDU scheinen geschlossen hinter dem Projekt zu stehen, bei den Grünen gibt es Widerstand, Denkmalschützer sind irritiert. Der Kölner Dombaumeister Peter Füssenich nennt das Projekt eine „Katastrophe“.  Allerdings würde es dem befürchteten Bettenmangel zur Buga 2029 abhelfen. Rhein-Zeitung, SWR, Facebook-Mitteilungen

Sprengstoff in Trechtingshausen

Neben dem Loreley-Hotel schwelt noch ein zweites großes Streitthema am Mittelrhein: Der Steinbruch in Trechtingsghausen. Laut SWR will der deutsch-niederländische Pächter die Abbaufläche neben Burg Sooneck um rund 10 Hektar erweitern. Die Ortsgemeinde profitiert von Pachtzahlungen und Gewerbesteuer, Anwohner befürchten Lärm und Landschaftszerstörung. Der Konflikt ist noch am Anfang, aber Steinbruchchef Willem Douw bringt sich schon einmal medial in Stellung. Er hat eine Wiesbadener PR-Agentur beauftragt, verweist per Pressemitteilung auf die lange Bergbautradition am Mittelrhein und lockt mit einer möglichen touristischen Nutzung des Hangs. presseportal.de, SWR

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

stürmischer Wind kann auch seine schönen Seiten haben wir hier am Schloss Stolzenfels

Ein Beitrag geteilt von Herbert Piel (@herbert_piel) am

Mittelrheingold gibt’s auch per Mail

Der wöchentliche Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo