Regionale Erleichterungen beim Dauer-Lockdown könnten am Oberen Mittelrhein besonders kompliziert werden. Durch das Welterbetal ziehen sich gleich mehrere Kreisgrenzen mit unterschiedlichen Inzidenzwerten. Dazu kommt die kreisfreie Stadt Koblenz. Laut Robert-Koch-Institut gibt es im Rhein-Lahn-Kreis die meisten gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Die 7-Tage-Inzidenz von 67,9 ist leicht über Bundesdurchschnitt ( 64,7). Zum Rhein-Lahn-Kreis gehören Lahnstein und die Verbandsgemeinde Loreley. Am anderen Ende der Mittelrhein-Skala, aber trotzdem gleich nebenan, liegt der hessische Rheingau-Taunus-Kreis (Lorch, Rüdesheim). Dort gilt ein Wert von 40,1. Bei einer schrittweisen Öffnung könnten in Lorch andere Regeln herrschen als wenige Kilometer flussabwärts in Kaub. Das tatsächliche Infektionsgeschehen vor Ort bildet die Zahlen ohnehin nicht ab.

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Die Loreley mit Burg Katz im Vordergrund. Foto: Dominik Ketz / Romantischer Rhein Tourismus

Weil es keinen Mittelrheinkreis für das gesamte Tal gibt, mischen sich Werte aus völlig anderen Gebieten in die Statistik. Der Kreis Mainz-Bingen etwa weist eine 7-Tages-Inzidenz von 43,5 auf – allerdings reicht er von Bacharach bis an die Stadtgrenze von Worms. Am Tag nach den neuesten Beschlüssen aus Berlin ist das Lockerungs-Chaos auch ohne spezielle Mittelrheinnote schon groß genug: In Oberwesel etwa wusste Handels- und Digitalprofi Franziskus Weinert am Donnerstagmittag noch nicht, ob er sein stationäres Geschäft am Montag aufschließen darf oder nicht. Er verkauft zwar Bücher, könnte aber nicht als Buchhändler durchgehen, weil vor allem Schreib- und Spielwaren zum Sortiment gehören. Schreibwaren werden dafür ganz legal anderswo im Oberweseler Gewerbegebiet verkauft – bei Rewe und Rossmann. Robert-Koch-Institut (Dashbord mit aktuellen Fallzahlen in Kreisen und kreisfreien Städten)

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