Wer sich am Mittelrhein mit Geschichte und Denkmalschutz beschäftigt, kommt an Thomas Metz nicht vorbei. Als Chef der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) ist er so etwas wie der oberste Nachlassverwalter in Rheinland-Pfalz. Er steuert von der Festung Ehrenbreitstein aus Denkmalpflege, Schlösser- und Burgenverwaltung, Archäologie und 3 staatliche Museen. Zur 2007 gegründeten Superbehörde gehören Ikonen des Welterbe-Tals, darunter die „Pfalz“ bei Kaub, eine der meistfotografierten Burgen der Welt. Metz hat sich nie damit zufriedengegeben, Altes zu konservieren. Er baute von Anfang an auf Marketing und Kommunikation, um möglichst viele Menschen für Kultur und Geschichte vor ihrer Haustür zu begeistern. Der gelernte Architekt geht Ende des Monats nach 14 Jahren an der Spitze der GDKE in den Ruhestand. 7 Fragen an einen Denkmalpfleger mit Management-Gen. 

Thomas Metz stand über 13 Jahre an der Spitze der GDKE. Foto: Bonewitz

Thomas Metz ist Gründungschef der GDKE. Foto: Bonewitz

„Generaldirektion Kulturelles Erbe“ klingt nach Feuilleton und Hochkultur. Gleichzeitig steckt ihr viel Energie in Marketing, Kommunikation und Events für ein breites Publikum. Wie schwierig ist der Spagat?

Auch Feuilleton und Hochkultur brauchen Marketing und Kommunikation. Die Landesverfassung sieht vor, unser kulturelles Erbe zu erhalten, zu bewahren und gleichzeitig alle Menschen daran teilhaben zu lassen. Teilhabe aller Menschen bedeutet, auch Möglichkeiten und Formate der Teilhabe zu entwickeln, die ein sehr breites Publikum erreichen. Um den Anforderungen gerecht zu werden, ist es uns gelungen eine gut funktionierende Abteilung für Marketing und Kommunikation aufzubauen, die für alle Direktionen der GDKE arbeitet.

Du bist der erste Gründungschef der GDKE und hast die Behörde über 13 Jahre lang geleitet. Du musstest bewahren, aber auch verändern. Was war die größte Veränderung?

Ich würde hier nicht von Veränderung sprechen sondern von Teilhabe und Entwicklung. Ganz im Sinne unseres Leitbildes „Wir machen Geschichte lebendig“ entwickeln wir viele Formate um diesem Anspruch gerecht zu werden. Wir sprechen hier auch von einem Prozess, der immer auch auf die aktuellen Gegebenheiten und Anforderungen reagiert. In diesem Sinne ist auch die Generaldirektion Kulturelles Erbe ein Projekt, das einem ständigen Prozess unterworfen ist, und somit sicherlich die größte Herausforderung.

Was würdest du im Rückblick anders machen?

Das sind Gedanken, die man lieber für sich selbst behält.

Im Welterbe-Tal kümmert sich deine Behörde um die Festung Ehrenbreitstein und um 3 Burgen. Stimmt es, dass Sooneck verpachtet wird?

Mit den Direktionen Landesdenkmalpflege und Landesarchäologie sind wir als Denkmalfachbehörde des Landes für alle Burgen und Schlösser im Tal zuständig. Mit der Direktion Burgen Schlösser Altertümer als Schlösserverwaltung des Landes betreuen wir im Mittelrheintal die Burg Sooneck, die Burg Pfalzgrafenstein, die Burg Sterrenberg, den Königsstuhl bei Rhens, das Schloss Stolzenfels und die Festung Ehrenbreitstein. Eine solche Aufgabe lässt sich nur mit vielen und ganz unterschiedlichen Kooperationspartnern bewältigen. Dazu gehören „Pächter“ wie das Café Hahn oder die Jugendherberge auf der Festung Ehrenbreitstein, genauso wie Veranstaltungs- oder Gastronomiepartner. Für die Burg Sonneck ist eine Partnerschaft geplant, die rechtzeitig bekanntgegeben wird.

Wegen Corona habt ihr Museen schließen und Events absagen müssen. Wie groß ist der Schaden für die GDKE?

Erlaube mir vorab die Bemerkung, dass es sich hier um  Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie handelt und diese absolut erforderlich sind. Neben uns direkt, sind natürlich auch viele unserer Kooperationspartner betroffen. Natürlich bedauern wir es sehr, dass wir derzeit keine Gäste begrüßen können aber zu den Auswirkungen können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Einschätzung abgeben.

Hast du einen Rat für deine Nachfolgerin?

Hierzu gibt es keinen Anlass. Ich sehe die GDKE bei Dr. Heike Otto in guten Händen.

Die Festung Ehrenbreitstein hat von der Buga 2011 in Koblenz unglaublich profitiert. Was muss passieren, damit die Mittelrhein-Buga 2029 ein ähnlicher Erfolg wird?

Die Buga 2029 hat mit Berthold Stückle einen erfahrenen und klugen Geschäftsführer gewonnen, der bereits bei der Buga Koblenz 2011 in verantwortlicher Position tätig war. Er hat die Erfahrung und weiß was nötig ist, um die BUGA zu einem Erfolg zu führen.

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Ein Beitrag geteilt von Klaus Breitkreutz (@runningklaus)

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