Das kommunale Rettungspaket für die Loreley-Kliniken steht bereit. Wenn es im kommenden Jahr nötigen werden sollte, schießt die Region bis zu einer Million Euro zu. 50 Prozent übernimmt der Rhein-Hunsrück-Kreis. Er ist laut Landesgesetz für die Krankenhaus-Versorgung zuständig. Die andere Hälfte bringen die 3 Minderheitsgesellschafter der Klinik auf: 300.000 Euro kommt von der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel, je 100.000 von den Städten St. Goar und Oberwesel. Die kommunalen Bürgschaften ermöglichen den Weiterbetrieb der Krankenhäuser in St. Goar und Oberwesel bis mindestens Ende 2020. Der kirchliche Haupteigentümer Marienhaus GmbH wollte die Loreley-Kliniken eigentlich im kommenden Quartal abwickeln. Unerwartet heftiger Widerstand der Bevölkerung und mehrere Kundgebungen verhinderte die Turbo-Schließung. Fast 32.000 Menschen unterzeichneten eine Petition zur Rettung von Krankenhäusern und Arbeitsplätzen. Verbandsgemeinde und Städte brachten ihre Zuschüsse am Dienstagabend bei einer gemeinsamen Ratssitzung in St. Goar auf den Weg. Franziskus Weinert und Christian Büning von der Bürgerinitiative „Loreley-Kliniken müssen bleiben“ filmten live aus der Rheinfels-Halle.

Der nächste wichtige Termin ist der 18. Dezember. An diesem Tag will ein Kölner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO ihr Gutachten zur Lage der Klinik vorlegen. Am Jahresende geht der Anteil der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel auf die neue VG Hunsrück-Mittelrhein über; der scheidende Bürgermeister Thomas Bungert will sich aber trotzdem weiter engagieren. Er kündigte auf der Ratssitzung an, im Neuen Jahr unentgeldlich als Berater zur Verfügung zu stehen. Der gelernte Jurist hatte das Millionenpaket initiiert und die Verhandlungen mit der Marienhaus-Gruppe geführt. Facebook, Rhein-Zeitung (Zuschuss Rhein-Hunsrück-Kreis)

Comeback auf dem „Spitzen Stein“

Pilzbefall machte dem Aussichtssturm auf dem „Spitzen Stein“ bei Niederburg vor einigen Jahren den Garaus. Die marode Holzkonstruktion wurde 2015 gesperrt und 2018 abgerissen. Jetzt entsteht auf 417 Meter hohen Berg etwas Neues: Der Oberweseler Architekt Hubertus Jäckel entwarf eine 16 Meter hohen Aussichtsplattform aus Stahl, die bei gutem Wetter noch in diesem Jahr aufgebaut werden könnte. Auf die Spitze kommt ein nachgebildeter Telegrafenmast, der an die Zeit Napoleons erinnert. Damals befand sich eine französische Signalstation auf dem Berg. Sie übermittelte Nachrichten mit Hilfe weithin sichtbarer Zeichen. Die fast in Vergessenheit geratene „optische Telegrafie“ war bis zur Erfindung von Telegrafen-Draht und Morse-Alphabet die schnellste Methode, Informationen über weite Strecken zu übertragen. Rhein-Hunsrück-Zeitung, Wikipedia (über den „Spitzen Stein“), jaeckel-architekten.de

Mittelrheinerin des Tages: Ingrid Pietsch

Die Oberheimbacher Künstlerin hat kleine Skulpturen aus Holz und Metall entworfen, mit denen die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe ab sofort verdiente Bürger ausgezeichnet. Den kreativen VG-Orden gibt es in 3 Stufen. Er ersetzt das bisherige System aus „Wappentellern“ und „Verdienstsiegeln“. Allgemeine Zeitung, holzbildhauerin-pietsch.de

Zahl des Tages

Bis zu 8 private Autos ersetzt ein gemeinsam genutztes Elektro-Fahrzeug der Mainzer Carsharing-Genossenschaft Urstrom. Für Studenten der TH Bingen gibt es das Angebot schon. Demnächst sollen die Urstrom-Autos für die ganze Stadt verfügbar sein. Allgemeine Zeitung, urstrom-mobil.de

Termine des Tages

Festung Ehrenbreitstein – „Festungsvarieté – 27. November, 19 Uhr 30. tor-zum-welterbe.de

Bingen – „Eduard Zuckmayer – Ein Musiker in der Türkei“ im Programmkino KiKuBi – 27. November, 19 Uhr 30. bingen.de

Boppard – „Heute bin ich Samba“ / Cinema in der Stadthalle – 27. November, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Foto des Tages

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