Das boomende Kreuzfahrt-Geschäft hat für das Mittelrheintal immer 2 Seiten. Dass immer mehr Menschen auf dem Fluss reisen wollen, ist schmeichelhaft für die Region, aber wenig lukrativ für die Ufergemeinden. Das Geld der Passagiere bleibt meistens an Bord, es wird allenfalls in unmittelbarer Nähe der Landungsbrücken ausgegeben. Dank der Elektromobilität könnte sich das ändern. Die Reederei Viva Cruises will in der neuen Saison E-Roller, E-Bikes und elektronische Scooter für Gehbehinderte bereitstellen, mit denen ihre Gäste die Umgebung erkunden können. Eine Kooperation mit dem Frankfurter Startup Vroom Rental macht es möglich. Sobald das Schiff angelegt hat, können Passagiere ihre Touren starten. Die Elektro-Vehikel werden einfach wieder abgegeben, wenn die Flussreise weitergeht. Das Vroom-Angebot startet in Koblenz, Boppard, Rüdesheim, Mainz sowie Wiesbaden. Weitere Standorte sollen folgen. Presseportal 

Flusskreuzer "MS Inspire" bei Boppard. Foto: Viva Cruises

Flusskreuzer „MS Inspire“ 2020 bei Boppard. Foto: Viva Cruises

„Fast schon Körperverletzung“

Rund 2000 Menschen im Oberen Mittelrheintal und im Rheingau haben sich laut Bürgerinitiative „Pro Rheintal“ an einer Bahnlärm-Umfrage beteiligt. Das Ergebnis: 93 Prozent fühlen sich durch die Züge gestört und 78 Prozent glauben, dass der Krach krank macht. 89 Prozent leiden an Schlafstörungen. Streng wissenschaftliche Marktforschung ist das alles nicht, weil die Umfrage als Teil einer Protestkampagne dient. Trotzdem gibt die Einschätzung des Mainzer Kardiologen Thomas Münzel zu denken. Münzel fürchtet, dass der Bahnlärm Depressionen, Demenz und Gefäßerkrankungen begünstigt. Er hält den Dezibel-Pegel an den Gleisen für „fast schon Körperverletzung.“ Die Bürgerinitiative fordert für das Mittelrheintal Nachtfahrverbote und Tempolimits. Wiesbadener Kurier (€)

Prosit, Welterbe

Im Sommer feiert das Tal 20 Jahre Welterbe-Titel. Zum Jubiläum fehlt noch der passende Wein. Der Zweckverband Welterbe mit Sitz in St. Goarshausen sucht laut Pressemitteilung einen „feinfruchtigen, filigranen Riesling, der seine Herkunft aus den Steillagen des Rheinischen Schiefergebirges zeigt.“ Angesprochen sind alle Winzerinnen und Winzer mit Weinbergen im Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal, egal ob die Reben weinrechtlich zum Mittelrhein zählen – wie die meisten im Tal -, zum Rheingau (Rüdesheim und Lorch), zu Rheinhessen (Bingen) oder zur Nahe (Bingerbrück). Das Etikett gestaltet Maler und (Comic-)Zeichner Michael Apitz. Zweckverband Welterbe

In Bingen tickt die Uhr

Bingens größte Baustelle ist noch nicht einmal geplant: Der so genannte „Stadteingang West“ an der Nahemündung, ein Thema für endlose Diskussionen. Nachdem eine aufwendige Neugestaltung inklusive Autotunnel mit freier Fahrt ans Rheinufer 2019 per Bürgerbefragung gekippt wurde, steht die Stadt wieder blank da. „Blank“ kann man wörtlich nehmen, denn mit dem ursprünglichen Konzept löste sich auch die staatliche Förderung in Luft auf. Jetzt geht wieder alles von vorne los und wegen der Bundesgartenschau drängt die Zeit. Zu den Problemfällen gehört der triste Parkplatz zwischen Gerbhausstraße und Naheufer. Bingens Bauamtschefin Dagmar Leitner hält es für ausgeschlossen, dass bis 2029 dort auch nur ein Parkdeck steht. Selbst mit der Neugestaltung des Parkplatzes könnte es eng werden, weil vorher erst noch der angrenzende Fruchtmarkt saniert werden muss. Allgemeine Zeitung (€).

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