2021 wird für Boppard ein Superwahljahr: Die Stadt stimmt nicht nur für den Bundestag und den rheinland-pfälzischen Landtag ab, sie entscheidet auch über einen neuen hauptamtlichen Bürgermeister. Der langjährige Amtsinhaber Walter Bersch, 66, darf aus Altersgründen nicht mehr antreten. Bisher stehen 3 Kandidaten fest. Als Favorit gilt momentan SPD-Mann Niko Neuser, 42. Der Lehrer für Erd- und Sozialkunde hat auf den ersten Blick alles, was ein neuer Bürgermeister braucht. Er steht für einen Generationswechsel und war als Kämpfer für ein neues Freibad fast schon revolutionär, gehört aber gleichzeitig zum Establishment und hat die richtige Bopparder Blutgruppe: Immer schon dort gelebt, seit über 20 Jahren Mitglied des Stadtrates, lange Vorsitzender des Sportvereins und seit 2019 direkt gewählter Ortsvorsteher der Bopparder Kernstadt. Die Bopparder CDU hat es deutlich schwerer. Ihr fehlt ein 100-Prozent-Kandidat, darum kam sie auf Jörg R. Haseneier, einen Rechtsanwalt aus dem Westerwald. Haseneier ist Experte für Straf- und Verkehrsrecht und führt eine Kanzlei in der Westerwald-Gemeinde Simmern bei Montabaur. In seinem Heimatdorf ist er auch ehrenamtlicher Ortsbürgermeister. Die Nominierung Haseneiers ist in Boppard nicht unumstritten. CDU-Stadtrat Philipp von Loringhoven aka „Der schwarze Baron“ war selbst interessiert; er kandidiert jetzt als Unabhängiger und hat die Partei verlassen. Loringhoven wird vom Wählerbündnis „Bürger für Boppard“ (BfB) unterstützt. Mit 32 Jahren ist er der Jüngste unter den 3 Kandidaten. Der Vetriebs-Manager mit Wurzeln in Osterspai gilt als konservativer Rebell ohne Diplomatenpass. Die Bürgermeisterwahl findet zeitgleich mit der Abstimmung über den Landtag am 14. März statt; im darauffolgenden Oktober übergibt Bersch die Geschäfte.  Damit reicht die Amtszeit des neuen Bürgermeisters bis ins Buga-Jahr 2029. Rhein-Zeitung (Neuser-Nominierung), Rhein-Zeitung (CDU-Spaltung, Juli 2020), Mittelrheingold (7 Fragen an Philipp Loringhoven, Juli 2018)

Blick auf Boppard und die Doppeltürme von St. Severus. Foto: Friedrich Gier / Romantischer Rhein Tourismus

Blick auf Boppard und die Doppeltürme von St. Severus. Foto: Friedrich Gier / Romantischer Rhein Tourismus

Der Fahrplan zur Bundesgartenschau

Apropos Buga: Das rheinland-pfälzische Innenministerium hat noch einmal die Meilensteine bis 2029 aufgelistet. Bis Ende 2020 dürften alle 57 (!) beteiligte Kommunen Grünes Licht für die neue Bundesgartenschaugesellschaft gegeben haben, dann wird es ernst. 2021 startet die neue Buga-GmbH, 2022 werden in Workshops mit Bürgern und der Unesco konkrete Projekte ausgelotet, 2023 laufen Gestaltungswettbewerbe über die Auswahl der Landschaftsarchitekten, und dann geht es in die Umsetzung. Visionen für 2029 sind derzeit u. a. bei der Buga-Wanderausstellung in Rüdesheim zu sehen. SWR, Wiesbadener Kurier (Ausstellung in Rüdesheim)

Best of Rheingau

Den schönsten Rheingau-Blick gibt es – Surprise! – im Welterbe-Tal. Der Aussichtspunkt unterhalb der Lorcher Ruine Nollig setzte sich im „Weinsichten“-Voting des Deutschen Weininstituts (DWI) durch. Im Anbaugebiet Mittelrhein selbst gewann übrigens der Untere Mittelrhein mit Leutesdorf. Wiesbadener Kurier, deutscheweine.de (DWI-Seite)

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