Ein historisches Gebäude zu bewirtschaften ist am Mittelrhein nichts Besonderes, aber der Posthof in Bacharach stellt fast alles andere in den Schatten. Es ist die wahrscheinlich größte und verwinkeltste Immobilie in der Altstadt, hat einen Innenhof zum Niederknien und rührte lange vor Instagram Generationen von Fotografen. Der Renaissance-Komplex unterhalb der Wernerkapelle gehört zu den bekanntesten Postkarten-Motiven der Stadt. Rein ökonomisch kann der Posthof ein Albtraum sein. Er ruinierte einen ambitionierten Investoren, ging in das Eigentum der chronisch klammen Kommune über und gelangte schließlich an Oberwesels letzten Metzger Hans Steinhauser, der dort eine gut besuchte Gastronomie führte. Steinhauser starb Ende 2017; seitdem ist das Posthof-Tor in der Oberstraße geschlossen. Am 12. September soll es endlich weitergehen. Auf der Website sucht die Familie Steinhauser nach Küchenpersonal und nimmt Reservierungen entgegen. Neuer Geschäftsführer ist Steinhausers Sohn Sebastian, ein erfolgreicher Gründer aus der Digital-Branche. Steinhauser junior hat in London das E-Commerce-Unternehmen Parcelly aufgebaut. posthof-bacharach.de

Das Tor des Bacharacher Posthofs bleibt 2018 geschlossen.

Das Tor des Bacharacher Posthofs war seit 2017 geschlossen. Foto: Frank Zimmer

Der Mittelrhein-Krimi geht weiter

Am 9. September erscheint der neueste Band von Christof A. Niedermeiers Krimi-Reihe über das Mittelrheintal: „Der Tod kam zum Dessert“. Diesmal hat es Koch und Hobby-Ermittler Jo Weidinger mit einem Mord im eigenen Betrieb zu tun. Wie immer findet die Premieren-Lesung in Oberwesel statt. Buch- , Spiel- und Schreibwarenhänsdler Franziskus Weinert organisiert die Veranstaltung am 12. September coronagerecht im Klostergarten. Das Ticket kostet 22 Euro, Sekt, Wein und Tapas inklusive. hermann-oberwesel.de

Kochen für Mittelrhein-Camper

Apropos Essen und Trinken: SWR-Experte Markus Plein war gerade auf dem Bopparder Campingplatz unterwegs, um mit dem zu kochen, was der Kühlschrank hergibt. Einigen deutschen Gästen war die Aktion zu spontan, aber ein netter niederländischer Ingenieur und seine Familie machen mit. Das Video gibt’s in der SWR-Mediathek. SWR

Der Ballon ist aus dem Berg

3 Stunden und rund 20.000 Euro kostete gestern die Bergung des havarierten Heißluftballons, der sich am Sonntagabend oberhalb des St. Goarer Ortsteils Loreley im Dickicht verfangen hatte. 2 Kräne und 5 Höhenretter der Bopparder Feuerwehr holten das abgestützte Luftschiff aus dem Hang, dafür wurden am Donnerstagmorgen Bahnlinie und Bundesstraße gesperrt. Jetzt wird der Unfallhergang untersucht. Beim missglückten Landemanöver waren der Ballonführer ums Leben gekommen und seine Passagiere z.T. schwer verletzt worden. Rhein-Zeitung

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