Für die einen ist Bingerbrück das Tor zum Welterbetal, für die anderen die nächste große Dauerbaustelle. Noch im September rollen Bagger und Abrissbirne an, um die „Kita am Mäuseturm“ dem Erboden gleich zu machen. Auf dem Gelände entsteht ein „Familienzentrum“ mit sechsgruppiger Kinderstagesstätte und Sozialräumen für 10 Millionen Euro. Bürgermeister Ulrich Mönch stellt die Anwohner schon mal auf „Lärm und Schmutz“ ein, verstärkter LKW-Verkehr inklusive. Allein der Abriss dauert mindestens 3 Monate. Der Neubau selbst dürfte sich bis Ende 2024 hinziehen. Parallel dazu starten einige 100 Meter weiter die Arbeiten an der legendären „Darmverschlingung“: Die labyrinthartige Kreuzung mitten in Bingerbrück, ein Albtraum für Fahrschüler, wird entwirrt und als Kreisel neungestaltet. Der – O-Ton – „dickste Klops“ („AZ“) kommt aber erst noch: Die Sanierung der kompletten Ortsdurchfahrt ab ca. 2025. Bis zur Buga bleiben dann noch 4 Jahre. In Bingen selbst sieht es nicht besser aus. Dort steht immer noch die Neugestaltung des Rhein-Nahe-Ecks samt Fruchtmarkt an. Allgemeine Zeitung (€)

Nahemündung bei Bingen. Foto: Stadt Bingen / T. Silz

Nahemündung bei Bingen. Foto: Stadt Bingen / T. Silz

Glückliches Boppard

Wer Bürgerinitiativen diskussionsfreudiger Akademiker mag, wird die aktuellen Debatten in Boppard lieben. Dort streiten sich Experten immer noch über die Entbuschung des Geländes „Am Eisenbolz.“ Es ist nicht der klassische Konflikt zwischen Ökomomie und Ökologie, sondern eine Auseinandersetzung sendungsbewusster Umweltschützer. Die Frage ist, ob das Land Rheinland-Pfalz das gesamte Areal abfräsen und zur „Magerwiese“ umgestalten soll. Dafür plädiert u. a. die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde und die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR).  Dagegen sind lokale Aktivisten wie der Landschaftsplaner Ulrich Kühl. Sie veranstalten neuerdings Wanderungen durchs Gelände, eine Art Bopparder Montagsdemo. Manche fühlen sich auch an einen Elternabend in Berlin-Mitte erinnert. Interessant ist, wie sich die lokalen Medien positionieren. Die „RZ“ scheint auf Seiten der Landesverwaltung zu stehen, während das Anzeigenblatt „Rhein-Hunrück-Anzeiger“ Kritikern wie Kühl eine Plattform bietet. Rhein-Zeitung (€), Rhein-Hunsrück-Anzeiger

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