Volker Boch hat die Landratswahl im Rhein-Hunsrück-Kreis unerwartet klar geworden. Er holte bei der Stichwahl am Sonntag 56 Prozent der Stimmen und beendet damit eine 42-jährige CDU-Ära. CDU-Kandidat Christian Klein kam nur auf 44 Prozent. Anders als von der „RZ“ prognostiziert, wurde die Wahl nicht am Mittelrhein entschieden. Dort lag Klein vorn, in Boppard schaffte er gut 55 Prozent. Den Ausschlag gaben Bochs starke Ergebnisse auf dem Hunsrück. In der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen etwa, Heimat beider Kandidaten, erlebte Klein ein Debakel, hier stimmten 62,7 Prozent für Boch. Am Mittelrhein dagegen hatte Boch nur in einzelnen Wahlbezirken die Nase vorn, darunter in den Kernstädten von Oberwesel (50,2 Prozent) und St. Goar (51,2 Prozent). Das Oberweseler Ergebnis ist bemerkenswert, denn die Stadt galt bisher als sichere CDU-Hochburg. Boch ist parteilos, wird aber von SPD und Grünen unterstützt. Der Journalist und langjährige „RZ“-Redakteur folgt auf einen anderen Quereinsteiger: Sein Vorgänger Marlon Bröhr, von Haus aus Zahnarzt, sitzt mittlerweile im Bundestag. Bröhr hatte im Rhein-Hunsrück-Wahlkampf seinen Parteifreund Klein unterstützt. Trotz der Skepsis vieler Mittelrhein-Wähler ist Bochs Wahl eine gute Nachricht für das Tal. Boch gilt als Mittelrhein-Enthusiast mit Ideen und starkem Interesse an der Bundesgartenschau. In Oberwesel hat Boch schon privat Hand angelegt und den neuen Kunstpfad im Oelsberg initiiert.  Rhein-Hunsrück-Kreis (Wahlergebnisse), Mittelrheingold (Interview mit Boch, Januar 2022)

Volker Boch im Bopparder Hamm. Foto: Arthur Lik

Volker Boch im Bopparder Hamm. Foto: Arthur Lik

Tofu aus Trechtingshausen

In den 80er Jahren hatte Lothar Stassen eine merkwürdige Idee. Er wollte Tofu herstellen, ein sojahaltiges Lebensmittel, das damals kaum jemand auf dem Speisezettel hatte. Die Produktion startete mit einer alten Traubenpresse und einer umgebauten Wäscheschleuder. Es funktionierte und die Veggie-Welle besorgte den Rest. Heute kann sich die Sojafarm in Trechtingshausen vor Aufträgen kaum retten. Werbung haben Stassen und seine Tochter Katharina nicht nötig, der Online-Shop genügt. „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner hat den florierenden kleinen Familienbetrieb besucht und lernte dort u. a., dass Trexico-Tofu  mit eigenem Quellwasser produziert wird. Allgemeine Zeitung (€), Sojafarm (Website)

Ein Binger Schiffchen wird kommen

Corona hat die Personenfähre zwischen Rüdesheim und Bingen schon lange außer Gefecht gesetzt. Das „Binger Schiffchen“, wie es in Rüdesheim genannt wird, soll wieder fahren, wenn die Zeiten für die Reederei besser werden. Das verspricht Bingen-Rüdesheimer-Chef Oliver Pohl. Bis dahin bemüht man sich um eine Busanbindung an die Autofähre. Momentan ist sie nur für ausdauernde Fußgänger eine Alternative. Wer am Binger Hafen landet, braucht gut 20 Minuten bis zur Innenstadt. Das „Binger Schiffchen“ macht direkt am Kulturufer fest. Wiesbadener Kurier

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