Redaktion

Rebellen in Assmannshausen und ein Drama in Bingens besten Kreisen

Blick auf Assmannshausen. Links oben die frühere Schule. Foto: Rüdesheim Touristik / Jörg Thamer

7 Familien in Assmannshausen wehren sich per Anwalt gegen das Bauprojekt des Berliner Immobilienentwicklers Kondor Wessels in ihrer Nachbarschaft. Auch die Welterbekommission sei eingeschaltet worden, berichtet der „Wiesbadener Kurier“. Kondor Wessels will die leerstehende Schule abreißen und 4 Mehrfamilienhäuser in den Hang bauen. Dagegen habe der Jurist Verfahrens- und Planungsfehler vorgebracht, heißt es. Die Stadt Rüdesheim, bisher Eigentümerin des Schulgebäudes, habe sich laut Anwalt „vom Investor überrumpeln lassen“. Wiesbadener Kurier (€), Mittelrheingold (Hintergrund),
Foto: Rüdesheim Touristik / Jörg Thamer

Rüdesheim wird teuer

Apropos Rüdesheim. Die Stadt erhöht die Grundsteuer, die Abgaben für Wasser, die Kita-Gebühren und die Preise für Bestattungen. Damit büßen die Rüdesheimer für kommunalpolitische Sünden der Vergangenheit. Es wurde jahrzehntelang zu viel ausgegeben und zu wenig investiert. Der aktuelle Bürgermeister Klaus Zapp übernahm eine heruntergewirtschaftete Infrastruktur und ringt mit dem traditionell zerstrittenen Kommunalparlament um jeden Sanierungsschritt. Wiesbadener Kurier (€)

Eine Tragödie in Bingens besten Kreisen

1930 schockierte der Suizid der Binger Millionenerbin Ellen Espenschied die Weimarer Republik. Die junge Frau stieg mit einem Flugzeug auf und sprang aus großer Höhe in den Tod. Sie hatte kurz zuvor ihren Mann, einen Piloten, bei einem Flugunfall verloren. Ihre Eltern besaßen die „Weingüterverwaltung Kommerzienrat Espenschied Erben“, eines der größten Kellereien in Bingen. Davon erhalten ist nur noch der repräsentative Wohn- und Firmensitz, die „Villa Eden“ in der Mainzer Straße, heute ein Wohnheim für Senioren. Der niederländische Autor Hans Dijk hat nach Recherchen u. a. im Binger Stadtarchiv ein Buch über das Drama im Hause Espenschied geschrieben und plant eine deutsche Übersetzung. Allgemeine Zeitung (€), Boek Scout (niederländische Verlagsseite)

Die Volksbank bleibt

Die Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück hat ihren Hauptsitz zwar in Bad Kreuznach, aber sie spielt eine wichtige Rolle im Welterbetal. Anders als die Sparkassen geht sie über die Verwaltungsgrenzen hinaus und betreut mit Ausnahme von Bingen die gesamte linke Rheinseite. Bei der Bilanzpressekonferenz gab es gute Nachrichten: Der Laden läuft und das Filialnetz bleibt. Das bedeutet bis mindestens Ende 2024 Bestandsschutz für die Geschäftsstellen Bacharach, Oberwesel, Boppard und Rhens. Rhein-Zeitung (€)

Grünes Geld für Bacharach

Klimaschutz kostet Geld, aber manchmal bringt es auch Geld. Zum Beispiel in Bacharach: Laut „AZ“ nimmt die Stadt in diesem Jahr über 12.000 Euro durch Emissionshandel ein. Dabei zahlen private Wirtschaftsunternehmen aus der ganzen Republik für ihren CO2-Ausstoß; das Geld fließt an Waldbesitzer wie die Kommunen am Mittelrhein. Ihre Bäume gleichen zumindest einen Teil des Drecks aus, den die Industrie in die Luft bläst. Vermittelt wird das alles von den zuständigen Forstämtern. „Wir vermarkten nicht nur Fest- und Raummeter, sondern auch 65.000 Tonnen Kohlendioxid aus Wäldern der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe“, zitiert die „AZ“ den zuständigen Revierförster Joachim Jacobs. Allgemeine Zeitung

Queen Mary auf dem Mittelrhein

Im Buga-Blog ist ein weiteres Stück von Marie-Luise Eberhardt erschienen. Diesmal geht es um die jüngere Generation in der Niederheimbacher Fährdynastie Schnaas. Maria Schnaas aus Weiler arbeitet im Betrieb ihres Onkels Michael mit und liebt ihren Job. O-Ton: „Hier triffst du wirklich so verschiedene Menschen, mit denen man sich unterhält und die so herzlich sind. Die vielen Touristen geben einem nochmal mit, wie man diese Landschaft hier schätzen sollte. Das vergisst man glaube ich schnell, wenn man hier wohnt.“ Buga-Blogger

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