Angeblich gibt es im Tal den teuersten Radweg Deutschlands. Da stimmt auch, wenn man außer acht lässt, dass die zwischen Rüdesheim und Assmannshausen verbuddelten und planierten Millionen auch der komplizierten Mittelrhein-Geologie und der Bundesstraße geschuldet sind. Wie auch immer: Die Radwege werden besser, aber die Infrastruktur drum herum kommt nur langsam mit. Was z. B. noch fehlt, ist ein regionales Netzwerk von Mieträdern und Verleihstationen. Eine mögliche Zukunftslösung für die Buga 2029 wurde gerade in Koblenz präsentiert: Eine E-Bike-Flotte, auf die Touristen und Einheimische rund um die Uhr per App zugreifen können. Das Szenario sieht 37 Stationen mit insgesamt 260 Rädern vor:

  • 9 Stationen in Koblenz mit jeweils 10 Rädern,
  • 3 Stationen in Bingen mit jeweils 10 Rädern,
  • 3 Stationen in Rüdesheim mit jeweils 10 Rädern,
  • 22 Stationen am restlichen Mittelrhein mit jeweils 5 Rädern.

Bis es soweit ist, entsteht mit viel Glück auch eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke zwischen Bingen und Rüdesheim. Nachdem die Stadt Rüdesheim sich hinter das Projekt gestellt hat, ist auch Bingen dafür. Oberbürgermeister Thomas Feser hat schon die Landesregierungen in Wiesbaden und Mainz kontaktiert. Die Rheinquerung nach Bodensee-Vorbild wäre deutlich billiger, umweltfreundlicher und schneller zu realisieren als eine Auto-Brücke. buga2029.blog (Mieträder), bingen.de (Brücke)

Radfahrer zwischen Bad Salzig und Boppard. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz.

„Eine tickende Zeitbombe im Erdreich“

In Lahnstein wird befürchtet, dass bis zu 45.000 Liter Diesel unerreichbar im Erdreich versickert sind, nachdem Ende August ein Güterzug entgleist war. Die Bahn konnte zwar viele Tonnen kontaminierte Erde entsorgen, aber um alles herauszuholen, müsste sie laut „RZ“ die kompette Oberleitung abbauen. Die Bahnstrecke wäre dann für längere Zeit blockiert. Angeblich gibt es keine Gefahr für das Grundwasser, aber Lahnsteins Oberbürgermeister Peter Labonte ist auf 180. Er spricht von „einer tickenden Zeitbombe im Erdreich“ und von der „größte Umweltsünde der vergangenen Jahrzehnte im Mittelrheintal.“ Rhein-Zeitung

Weihnachtsflaute in Rüdesheim

Corona macht einem weiteren großen Mittelrhein-Event den Garaus. Diesmal trifft es den Rüdesheimer „Weihnachtsmarkt der Nationen“. Für die Familie Rehwald als private Betreiberin ist er unter Pandemie-Bedingungen nicht rentabel. Es wären maximal 2000 Besucher in der Innenstadt akzeptiert worden – normal sind 15.000. Wiesbadener Kurier 

Der Prinz als Dauergast

St. Goars Bürgermeister Falko Hönisch spekuliert darauf, dass Georg Friedrich Prinz von Preußen und seine Frau Sophie öfters in seine Stadt kommen. Das „Haus Hohenzollern“ werde bei künftigen Veranstaltungen der Kira-von-Preußen-Stiftung präsent sein, vermutete er in einer SWR-Reportage über den am Samstag abgeschlossenen Rheinfels-Deal. Die umstrittene Vereinbarung garantiert der privaten Stiftung Anteile an den Eintrittsgeldern der städtischen Burg. Da Geld soll in sozialen Projekte fließen. SWR (Video)

Ein Bacharacher in Brandenburg

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg berichtet über eine Weinlese der besonderen Art: Im südbrandenburgischen Dörfchen Jerischke werden gerade 4 Hektar geernet. Sie gehören dem gebürtigen Bacharacher Hubert Marbach, der sich in Ostdeutschland niedergelassen hat und dort zum Nebenerwerbswinzer geworden ist. Marbachs Familie betrieb in Bacharach früher eine Weinbrand-Firma. („Marbach Burgbrand“). rbb24.de

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