Das alte Oberweseler Krankenhaus ist Geschichte, trotzdem gibt es am Standort eine neue Perspektive. Ein Investor aus Irland steigt mit deutschem Management in den „Gesundheitscampus Oberwesel“ ein, die zwischenzeitlich gegründete Tagesklinik auf dem Gelände der ehemaligen Loreley-Kliniken. Die Centric-Health-Gruppe aus Dublin will daraus ein medizinisches Versorgungszentrum neuen Stils machen, eine Mischung aus Klinik und Arztpraxis. Geplant sei ein „multiprofessionelles, integriertes Gesundheitszentrum für wohnortnahe, bedarfsgerechte, ambulante und kurzstationäre Versorgung“, heißt es in einer Pressemitteilung. Laut „RZ“ könnte in Oberwesel sogar wieder operiert werden. 2 voll ausgestattete OPs sind noch vorhanden. Das Modell ist auch für den (land-)ärztlichen Nachwuchs interessant: Junge Mediziner müssen sich nicht unbedingt mit dem Aufbau eigener Praxen verschulden und den Betrieb allein stemmen, stattdessen teilen sie Geräte, Räume und Arbeitszeiten mit Kollegen.

Blick auf Oberwesel. Foto: Maximilian Siech, Zweckverband Welterbe.

Blick auf Oberwesel. Foto: Maximilian Siech, Zweckverband Welterbe.

In Irland und den Niederlanden betreibt Centric Health knapp 70 ähnlich ausgestattete Gesundheitszentren. Das Unternehmen will vom Mittelrhein aus den deutschen Markt erobern. Oberwesel soll Deutschland-Sitz von Centric Health unter Führung von Simon Astfäller werden, einem früheren Manager des Klinikkonzerns Sana. Mit dem Einstieg der Iren geht eine längere Hängepartie zu Ende. Was die offizielle Pressemitteilung verschweigt, schreibt die wie immer gut informierte Denise Bergfeld in der „RZ“: Demnach war der „Gesundheitscampus“ alles andere als ein Selbstläufer. Die im Herbst 2020 gegründete Nachfolgeeinrichtung der Loreley-Kliniken genoss zwar einen guten Ruf, kämpfte aber mit hohen Anlaufverlusten und Liquiditätsproblemen. Im April vergangenen Jahres schrammte man nur knapp an der Insolvenz vorbei. Jetzt soll endlich Ruhe einkehren. Centric Health hat sich verpflichtet, die Tagesklinik mindestens 15 Jahre zu betreiben und bis Ende 2024 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. An der Einrichtung hängen rund 120 Arbeitsplätze.

Die regionalen Gesellschafter der alten Krankenhaus GmbH konzentrieren sich künftig auf den Betrieb des Seniorenheims. Nach dem Ausstieg des kirchlichen Marienhaus-Konzerns ist ihr Kreis weiter geschrumpft. Die Stadt St. Goar hat sich im Januar zurückgezogen, seitdem hält der Oberweseler Kolpingverein 65 Prozent der Anteile, die Stadt Oberwesel 25 Prozent und die Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein 10 Prozent. Die Loreley-Kliniken mit den Standorten Oberwesel und St. Goar waren trotz heftiger Proteste der Bevölkerung im Herbst 2020 geschlossen worden. Rhein-Zeitung (€), Pressemitteilung der Krankenhaus GmbH und von Centric Health

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