Wenn es um das historische Bopparder Karmeliterkloster geht, weiß auch Wikipedia nur die halbe Wahrheit. „In den Jahren 2019 und 2020 ist eine umfassende Sanierung des Klostergebäudes mit einem Kostenvolumen von rund 7,8 Millionen Euro geplant“, heißt es im Online-Lexikon. Tatsächlich dauern die Arbeiten am Sitz der Stadtverwaltung auch 2022 noch an und laut „Rhein-Zeitung“ geht es 2023 weiter. Am Ende wird die Sanierung mindestens 14 Millionen Euro kosten. Parallel dazu summieren sich die Mietkosten, die die Verwaltung für ihre Ersatzquartiere zahlen muss. Das Projekt ist aus mehreren Gründen aus dem Ruder gelaufen: Unvorhergesehene Altbau-Überraschungen u. a. durch Insektenbefall, Ausfallzeiten und Lieferprobleme durch Corona, Fachkräftemangel und Kostenexplosion beim Material. Jetzt gilt nur noch Augen zu und durch. Ein Rathaus-Neubau auf der grünen Wiese wäre die Stadt im nachhinein billiger gekommen, aber es gibt kein Zurück und das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert ist es wert. „Es wird das schönste und teuerste Rathaus am Mittelrhein“, bringt Bürgermeister Jörg Haseneier das Dilemma auf den Punkt. Bessere Nachrichten hat der seit 2021 amtierende Stadtchef zu einem anderen Bopparder Langzeitprojekt: Das runderneuerte Freibad soll am 24. Juni eröffnet werden. Rhein-Zeitung (€, Karmeliterhof), Wikipedia (Karmeliterhof), Stephan Architekten (Website des Architekturbüros mit Bildern von der Baustelle), Rhein-Zeitung (€, Freibad)

Das Karmelitergebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert. Foto: Stephan Architekten

Das Karmelitergebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert. Foto: Stephan Architekten

Kettensägenmassaker in Salzig

Apropos Boppard: Im Stadtteil Bad Salzig gibt es Ärger über einen Kahlschlag im Auftrag der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD). Die Landesbehörde mit Sitz in Koblenz hat ein weiträumiges Gelände im Dammigbachtal oberhalb von Salzig radikal entbuschen und Bäume fällen lassen. Auf der Fläche sollen Streuobstwiesen entstehen. Naturschützer zeigen sich über die brachial durchgeführten Maßnahmen entsetzt. Rhein-Zeitung (€)

TV-Besuch im Binger Kino

2012 machte das Binger Kino dicht. Eine Bürgerinitiative wollte sich damit nicht abfinden und übernahm das Lichtspielhaus einfach selbst. 10 Jahre und mehrere Auszeichnungen später ist das ehrenamtlich geführte „KiKuBi“ (Kinokultur Bingen) eine landesweit bekannte Institution. Was gespielt wird, entscheiden die Zuschauer per Online-Voting. Der SWR hat das KiKuBi und seine wichtigsten Macherinnen Yvonne Dessoy und Maria Seliger besucht. Film ab: SWR

Lebensraumpatrouille Orion

Ein Binger IT-Profi sorgt dafür, dass in Bacharach weiterhin die richtigen Falter fliegen. Wolfang Düring aus Bingen-Dromersheim pflanzt oberhalb der Stadt seltene Futterpflanzen und sorgt damit für Überleben und Vermehrung der vom Aussterben bedrohten Orion-Schmetterlinge. Allgemeine Zeitung (€)

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