Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Es ist noch Platz auf dem Rhein

Fast 162 Millionen Tonnen Güter sind 2019 auf dem Rhein transportiert worden. Es war das vorerst letzte „normale“ Jahr nach dem Rekord-Niedrigwasser 2018 und der Corona-Krise. Laut Wasserstraßenverwaltung des Bundes wäre noch weit mehr drin, wenn Warenströme konsequenter von Straße und Schiene aufs Wasser verlagert würden. „Selbst bei einer Verdopplung der Gütermengen wäre die Kapazitätsgrenze des Rheins noch bei weitem nicht erreicht“, zitiert der Branchendienst „Binnenschifffahrt“  Deutschlands Wasserbauer Nr. 1 Hans-Heinrich Witte, den Chef der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) mit Sitz in Bonn. Der Bund will in den kommenden Jahren mehrere Untiefen zwischen dem Rheingau und der Loreley beseitigen, damit voll beladene Schiffe auch in extremen Trockenjahren durchkommen. Beim Klimaschutz ist die Branche schon auf einem guten Weg. Weil immer mehr alte Motoren aus dem Verkehr gezogen werden, ist der CO2-Ausstoß der deutschen Binnnenflotte seit 2007 um 10 Prozent gesunken. Die Stickstoffimmissionen gingen sogar um 43 Prozent zurück.  Binnenschifffahrt, GDWS (Website der Bundesbehörde), Statista (Gütertransporte 2005-2019)

Binnenschiffe bei Wellmich. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

Die E-Biker von Bingen

Monika Engel und Martin Ufnal haben in der Corona-Krise buchstäblich umgesattelt. Die Yoga-Lehrerin und der Tontechniker verloren im Lockdown ihre Existenzgrundlage und wechselten kurzentschlossen die Branche: In Bingen-Büdesheim betreiben sie jetzt einen boomenden E-Bike-Verleih. Mit im Boot ist Johannes Dickenscheid, gelernter Fliesenleger und leidenschaftlicher Radler. „AZ“-Reporterin Christine Tscherner hat das Gründer-Trio besucht und erzählt in der heutigen Ausgabe, wie der Laden läuft. Zum Service gehören geführte Radtouren durchs Welterbetal, an die Nahe und nach Rheinhessen. Auf Wunsch liefern die 3 die Räder im Umkreis von Bingen auch bis an die Haustür. Allgemeine Zeitung, Bike Service Bingen

Ein Wohnzimmer für Biebernheim

Das Gasthaus „Zur Linde“ im St. Goarer Höhenort Biebernheim wird schon lange kein Bier mehr gezapft. Seit 2014 steht das Lokal in der Dorfmitte leer, jetzt sieht es nach Abriss aus. Laut „RZ“ soll auf dem Gelände ein Dorfgemeinschaftshaus entstehen. Ein Umbau der „Linde“ war erwogen, aber für zu teuer befunden worden. Rhein-Zeitung

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Erster Protest gegen die Mittelrheinbrücke und Rettung auf der Loreley

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Bergbau mit Aussicht: Die Grube Rhein ist wieder gefragt

  1. Der Rhein wird zur Autobahn des globalisierten Güterverkehrs, Container aus China mit Schiffen aus Holland in die Zentren am Oberrhein transportiert.
    Es wurde an vieles gedacht: Wassertiere, Laichgebiete für Fische, Umwelt, Kulturerbe usw.. Nur die Menschen, die den Rhein für manigfaltige Freizeit- und Sportaktivitäten nutzen, sind in den Präsentationen und Broschüren des WSV mit keinem Wort erwähnt, geschweige berücksichtigt.

    Alles im Sinne der „Abladeoptimierung“. Das Wort ist ein glatter Euphemismus für die endgültige Zerstörung des Rheins in unserer Gegend.
    Man schaue sich nur einmal die geplanten Längs- und Querwerke an, die das Wasser vom Uferbereich in die Fahrrinne leiten sollen. Technisch vielleicht einigermaßen faszinierend, weil das Wasser von den Seiten im Venturiprinzip durch die Strömung in der Fahrrinne dorthin gesogen werden soll. Das funktioniert jedoch nur, wenn genug Wasser von oben kommt und die Strömungsgeschwindigkeit einigermaßen hoch ist. Niedrigwasser, wie wir es in den vergangenen Jahren erlebten, fließt in dem System einfach nur noch schneller ab, als vorher und das war es dann mit der „Optimierung“.
    Man sollte zudem nicht vergessen, dass die Ingenieure aus dem Hause Scheuer kommen, das für einige skandalöse Fehlplanungen an anderer Stelle verantwortlich ist.
    Kurz und schlecht: Die Pläne der Wasserbauer im Bereich zwischen Bingen und St. Goar bedeuten das sichere Ende des Wassersports auf dem Mittelrhein.
    Und es ist noch nicht einmal sicher, dass sie überhaupt eine Verbesserung des Warenverkehrs wie gewünscht nach sich ziehen.

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