Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Blick auf Bacharach. Foto: Henry Tornow

Corona-Klinik in Bingen und „taz“ in St. Goar

Was macht eigentlich die dritte Marienhaus-Klinik am Mittelrhein? Das Heilig-Geist-Hospital Bingen gehört ebenfalls zum Konzern und hat denselben Geschäftsführer wie die Loreley-Kliniken, arbeitet ansonsten aber eigenständig und gilt eher als Konkurrent für St. Goar und Oberwesel. Bingen ist für die Corona-Versorgung fest eingeplant. Aber auch dort wundern sich Mitarbeiter über die Kommunikation und die Organisation der Marienhaus-Gruppe. Sie lässt in Bingen 12-Stunden-Schichten fahren, denkt zugleich aber öffentlich über Kurzarbeit nach. „AZ“-Autor Sören Heim hat mit einer Krankenschwester gesprochen, die lieber anonym bleiben möchte. Allgemeine Zeitung

Blick auf Bingen. Foto: Stadt Bingen

Die „taz“ in St. Goar

Der Rechtsstreit um Burg Rheinfels scheint beigelegt, aber die „taz“ berichtet über die ungewöhnliche Allianz von Linken und CDU gegen Zugeständnisse an die Familie Hohenzollern. Im Artikel kommt u. a. die St. Goarer CDU-Stadträte Thomas Rolinger und Kerstin Arend-Langenbach zu Wort. Ein Schönheitsfehler im ansonsten lesenswerten Artikel: Stadtbürgermeister Falko Hönisch erscheint als „Amtsbürgermeister Marco Hönisch“. taz.de

Hilfe aus Oberwesel

Die Krankenhaus-Probleme am Mittelrhein sind Luxus im Vergleich zu dem, was gerade in Kolumbien passiert. Dort kämpft ein ruiniertes Gesundheitssystem mit völlig unzureichenden Mitteln gegen die Corona-Pandemie.  Die Oberweseler Bauingenieurin Natalia Nino Infante stammt aus Kolumbien und sammelt gerade Spenden für ihre alte Heimat. Wer sich informieren und beteiligen möchte: gofundme.com

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Eine WG im Wispertal und was Oberwesel mit Montevideo zu tun hat

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Die 22-Millionen-Euro-Frage

  1. Hallo Frank,

    zu dem Strukturfonds St.Goar-Oberwesel musste ich mich doch noch mal versichern.
    Die beiden Bürgermeister betonen nach wie vor, dass die 22 Mio aus dem Strukturfonds verfallen, wenn eine Insolvenz kommt.

    Sie verfallen auf jeden Fall, wenn das Krankenhaus nicht den Anbau baut, wie bewilligt. Eine Bewilligung ist immer zweckgebunden, d.h. nicht für eine Auflösung, keinen Sozialplan oder sonstige Ausgaben zu erhalten.

    Lange genug bei einer Landesregierung mit Bewilligungen befasst, habe ich eben im Sozialministerium RLP gefunden, vom 07.08.17,

    Rund 22 Millionen Euro aus dem Krankenhausstrukturfonds sollen für strukturelle Veränderungen der Loreley-Kliniken St. Goar-Oberwesel verwendet werden. Zukünftig sollen die stationären Leistungen am Standort St. Goar an den Standort Oberwesel verlagert werden, sodass das

    „Krankenhaus in Oberwesel auf insgesamt 183 Planbetten erweitert wird und der Standort St. Goar schließt. Ziel dieser Konzentrationsmaßnahme ist es insbesondere, Vorhalteaufwand zu reduzieren. Um die entsprechenden Kapazitäten aus St. Goar aufzunehmen, bedarf es am Standort Oberwesel einer baulichen Erweiterung. Dazu soll ein Gebäude an den Bestand angeschlossen werden. Ziel ist es, dass der Erweiterungsbau bis Ende 2021 bezugsfertig ist; bis dahin wird der Standort St. Goar in Betrieb bleiben.“

    Bätzing-Lichtenthäler betonte hierzu: „Mir war und ist es wichtig, dass wir die Krankenhausstrukturfondsmittel nicht nur für Veränderungen der Krankenhäuser im städtischen Raum, sondern auch in der Fläche nutzen. Daher freue ich mich, dass der Antrag für die Loreley-Kliniken gestellt werden konnte. Gerade für kleinere Krankenhäuser in der Fläche ist es wichtig, sich mit der Frage von Verbünden und Konzentrationsmaßnahmen auseinanderzusetzen, um sie effizienter und damit
    z u k u n f t s f ä h i g aufzustellen.“

    Auch für das Altenheim wird der Fonds nicht zahlen. Wer hat denn da so gepennt? Alles ausgewiesene Verwaltungsfachleute….

    Beste Grüße

  2. Frank Zimmer

    Hallo Jutta,

    danke für deinen Hinweis. Diese ominösen 22 Mio gehören zu den großen Unsicherheiten, über die bisher auch niemand klipp und klar aufgeklärt hat. Es gibt auch die Version, dass das Geld praktisch schon verfallen ist und jetzt neu beantragt werden muss – was zwar politisch möglich ist, aber Zeit kostet, weil auch die Krankenkassen ins Boot geholt werden müssen.

    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Marienhaus sich das durch die Lappen gehen lässt. Die werden sehr genau wissen, was wo zu holen ist. Und sie brauchen das Geld für den Umbau zum lukrativen Altenheim.

    Prognose: Sobald das Altenheim läuft, werden sie im nächsten Schritt die Anteile der Kommunen übernehmen wollen und wir werden aus den Rathäusern hören, dass „Seniorenheime nun wirklich keine kommunale Aufgabe sind.“ Marius Stiehl hat in der RZ ja schon durchblicken lassen, dass die heutige kirchlich-kommunale Partnerschaft nicht mehr zeitgemäß sei. Der VG ist das sowieso wurscht und St. Goar wird sich nicht für eine Einrichtung in Oberwesel aus dem Fenster hängen.

    Viele Grüße,

    Frank

    • Lieber Frank, das glaube ich nicht.
      Zweckgebunden heißt Krankenhaus und nicht Altenheim. Zur Bewilligung durch das Land muss lediglich noch das Krankenhaus als solches bestehen und mit den Kassen abrechnen. Krankenkassen sind bei dem Strukturfonds selbst außen vor.
      So hatte ich die MInisterin auch verstanden, als sie sagte, die 22 Mio seien bereit, das Land stehe zu seiner Zusage für eine Verbessung der Krankenhaussituation.
      Von Altersheim war nie die Rede, ich würde mich mittlerweile freuen, wenn auch die Marienhaus da aufs falsche Pferd gesetzt hätte.

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