In Bingen wird gern ein Denkmal übersehen, das authentischer ist als Burg Klopp, die Rochuskapelle und die Drususbrücke. Der historische Rheinkran hat sich in den vergangenen 230 Jahren kaum verändert. Seine Grundmauern gehen auf das späte Mittelalter zurück, sein Fachwerk ist älter als die Französische Revolution und er funktioniert immer noch nach dem antiken Hamsterrad-Prinzip: 2 hölzerne Laufräder übertragen die (Menschen-)Kraft auf Rollen und Seile. Um den Kran kümmert sich die Denkmalgesellschaft Bingen, die dort auch Führungen veranstaltet. Es gibt nur ein Problem: Der Verein braucht Nachwuchs. Laut „AZ“ zählt die Denkmalgesellschaft unter Vorsitz von Martin Rector noch etwa 30 Mitglieder. Was fehlt, sind jüngere Kultur-Aktivisten mit Interesse an Geschichte und Technik, die durch das Denkmal führen möchten. Nur dann kann das Krangebäude regelmäßig geöffnet werden. Wer sich gleich an Ort und Stelle informieren möchte: Martin Rector ist am kommenden Donnerstag (Fronleichnam) von 10 bis 12 Uhr am Kran und lässt sich gerne löchern. Allgemeine Zeitung (€), Denkmalgesellschaft (Website des Vereins mit Kontaktdaten)

Der Binger Kran am Kulturufer. Foto: Stadt Bingen / Dominik Ketz

Der Binger Kran am Kulturufer. Foto: Stadt Bingen / Dominik Ketz

Eine Stunde mit Peter Keber

Apropos Denkmal. René Broich vom Kulturnetz Welterbe Oberes Mittelrheintal hat eine neue Folge seines Interview-Podcasts „Menschen vom Mittelrhein“ veröffentlicht. Zu Gast war Bacharachs inoffizieller Ehrenbürger Peter Keber. Eine Stunde und 2 Minuten reichten nicht für alles, was Keber in über 4 Jahrzehnten in der Stadt angeschoben und erreicht hat. Seine größte Leistung ist der Bauverein Wernerkapelle. Der Rechtsanwalt und frühere Chefjurist der Landesbank Rheinland-Pfalz hat nicht nur die fachgerechte Sanierung des Bacharacher Wahrzeichens initiiert und damit den schon einkalkulierten Einsturz  verhindert. Er räumte mit der antisemitischen Werner-Legende auf, ging jedem Geschichtskitsch aus dem Weg und machte aus düsteren Ruinen einen international anerkannten Ort der Toleranz. Keber engagiert sich weiter, wenn auch nicht mehr in der ersten Reihe, Den Vorsitz im Bauverein hat er an den frühere Bacharacher Beigeordneten Heinz-Willi Eichner übergeben. Podcast

Buchholz macht die Garagen auf

In den USA sind Garagenflohmärkte alltäglich. Warum es also nicht auch mal in Boppard versuchen? Am kommenden Sonntag veranstalten Nachbarn im Höhenort Buchholz den „1. Buchholzer Dorfflohmarkt“. 5 Straßen machen mit. Facebook

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