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Bacharach, weltbekannt im Finanzministerium

Bacharacher Stadtmauer. Foto: Frank Zimmer

Die größten Bacharach-Fans der Stadt sitzen wahrscheinlich nicht in der Kaiser-Friedrich-Straße 5 in Mainz. Dort, im rheinland-pfälzischen Finanzministerium, müssen die Mittel herbeigeschafft werden, die Bacharach am Leben erhalten. Laut „AZ“ steht der nächste dringende Geldwunsch schon fest. Die Stadt braucht mindestens 6,7 Millionen Euro für die Sanierung ihrer Stadtmauer. Die Summe wird kaum reichen, denn bisher wurden nur die Arbeiten am Mauerwerk berechnet. Planung und andere Gewerke sind noch gar nicht kalkuliert. Die Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert gehört zu den Attraktionen der Stadt. Dass die klamme Kommune selbst für den Unterhalt aufkommen kann, gilt als ausgeschlossen. Die mittelalterliche Verteidigungsanlage, über die z. T. ein öffentlicher Fußweg mit Rheinblick führt, war übrigens komplett nutzlos und hielt keinem einzigen Angriff stand. Im 30-Jährigen Krieg wurde Bacharach mehrmals von unterschiedlichen Armeen erobert und anders als St. Goar konnte sich die Stadt auch nicht gegen die französische Invasion unter Ludwig XIV. behaupten. Allgemeine Zeitung (€)

Demokratie made in St. Goar

Apropos St. Goar: Die dortige Burg Rheinfels ist nicht das erste, was einem beim Wort „Demokratiegeschichte“ einfällt. Als frühere landesfürstliche Festung und Residenz steht die Rheinfels seit Jahrhunderten für Feudalismus, neuerdings auch für die Vermarktung des Hauses Hohenzollern. Aber die Burg hat mehr zu bieten als deutsche Obrigkeitsgeschichte. Im September 1948 tagte hier eine Arbeitsgruppe von CDU, CSU und FDP, der so genannte „St. Goar-Kreis“. 29 Politiker, unter ihnen Theodor Heuss, besprachen hier u. a. die Idee des „konstruktiven Misstrauensvotums“, die später ins Grundgesetz aufgenommen wurde. Die Klausel besagt, dass ein Kanzler nur dann abgewählt werden kann, wenn der Bundestag zugleich einen Nachfolger bestimmt. Eine Chaos-Phase ohne Regierungschef ist dadurch ausgeschlossen. Neuerdings erinnern 2 Gedenktafeln an das Treffen. Für den späteren Bundespräsidenten Theodor Heuss war die Reise an den Mittelrhein fast ein Heimspiel – sein Vetter Otto hatte in das Binger XXL-Weingut Espenschied eingeheiratet und residierte in der „Villa Eden“ in der Mainzer Straße. Andere Teilnehmer hatten es in der Nachkriegszeit weniger bequem – sie mussten z. T. auf einer LKW-Pritsche anreisen – für 9 Mark hin und zurück. 8 Monate später wurden die Zeiten zumindest im Westen besser: Das Grundgesetz trat in Kraft und mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland begann eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Rhein-Zeitung (€)

Der Speisemarkt lebt

Am Binger Speisemarkt hat sich ein Nachfolger für den Modeladen „La Provence“ gefunden. Laut „AZ“ verlegt Jung-Unternehmer Jens Zeller, 29, sein Mini-Kaufhaus „Wohnscheune 3.0“ aus Mainz nach Bingen. Zeller betreibt weitere Filialen in Ingelheim und Gau-Algesheim. In der „Wohnscheune“ gibt es einen Mix aus Mode, Deko und Wohn-Accessoires. In Mainz war es Zeller zu eng und eine Erweiterung zu teuer geworden. Die Eröffnung ist für Anfang Februar 2024. geplant „La Provence“ schließt altersbedingt zum Jahreswechsel. Allgemeine Zeitung (€)

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