Redaktion

Trommeln am großen Fluss

Andreas Eichenauer in den Ruinen der Bacharacher Wernerkapelle. Screenshot: SWR

Die Mauern der Bacharacher Wernerkapelle haben schon eine Menge gesehen, aber ein Schlagzeuger in Aktion war eher nicht darunter. Bis der Künstler Andreas Eichenauer Drums und Percussion die 105 Stufen hoch zur Kapelle schleppte, dort aufbaute und loslegte. Eichenauer, aktuell beim Theater Koblenz unter Vertrag, liebt den Mittelrhein und nutzt wechselnde Orte der Welterbe-Kulisse für seine Video-Reihe „River Beatz“. Dafür trommelte er auch schon auf der Kauber Fähre, auf dem schwindelerregenden „Spitznack“ nahe der Loreley und hoch über dem Rheintal in der Koblenzer Seilbahn. Wie das aussieht – und sich anhört -, zeigt der SWR in seinem Kulturprogramm. Eichenauers Schlusswort kann man unterschreiben: „Das Schönste wär‘, wenn die Leute das sehen und sagen: boah, ist das schön hier, da müssen wir hin.“ ARD Mediathek (Video), Instagram (Andreas Eichenauer)
Screenshot: SWR

Expedition in die 70er

Wer am Sinn der Bundesgartenschau zweifelt, sollte den Artikel von Tobias Blank im „Wiesbadener Kurier“ lesen. Bei einem Rundgang über das zukünftige Buga-Gelände wundert sich der Autor über den Sanierungsstau und stellt sich Fragen, die auch anderswo am Mittelrhein passen würden. Zum Beispiel: „Wann waren diese Sitzbänke einmal modern?“ oder „Wie viele verschiedene, aber alle gleichermaßen ausgetretene Bodenbeläge bekommt man auf einem so überschaubaren Gelände unter?“ Die dringend nötige Neugestaltung startet im kommenden Herbst. Das Buga-Areal am Rüdesheimer Rheinufer ist 3,5 Hektar groß. Wiesbadener Kurier (€)

Der Welterbe-Winzer aus Oberheimbach

Seit 2022 können Mittelrheiner mit einem besonderen Wein anstoßen, dem „Welterwerbewein“. Der Zweckverband Welterbe Obere Mittelrheintal wählt ihn jedes Jahr in einer Blindverkostung aus. Die Regeln sind einfach: Es muss ein typischer Riesling aus der Region sein. Er kann zum Anbaugebiet Mittelrhein, zum Rheingau (Rüdesheim, Lorch), zu Rheinhessen (Bingen) oder zu Nahe (Bingerbrück) zählen, solange der Weinberg im Unesco-Gebiet liegt. Und: Große Namen und hochpreisige Marken interessieren nicht, weil allein die Qualität im Glas entscheidet. Sieger 2026 ist das Oberheimbacher Weingut Eisenbach-Korn mit einem 2025er Riesling. Insgesamt waren rund 30 Gewächse im Rennen.. „Der Wein hat die typische Frische, das Pfirsicharoma. Er schmeckt so, wie die reifen Trauben geschmeckt haben, hat eine leichte Säure, die zum Trinkfluss animiert“, beschreibt ihn sein Macher Tobias Korn in der „AZ“. Korn ist der letzte hauptamtliche Winzer in Oberheimbach. Die Familientradition reicht bis ins Jahr 1601 zurück und wird wohl von Korns Tochter Fabienne fortgesetzt. Allgemeine Zeitung (€), Zweckverband Welterbe (über das Projekt Welterbewein und die bisherigen Sieger)

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