Auf den ersten Blick ist St. Gorshausen die Ruhe selbst. Im Städtchen gibt es noch nicht einmal Parteien, die streiten könnten. Der Stadtrat wurde ohne Listen nach reinem Mehrheitsprinzip gewählt und der aktuelle Bürgermeister kam mit traumhafte Ergebnis und ohne Gegenkandidaten ins Amt. Aber unter der friedlichen Oberfläche brodelt es schon lange. Die Kommune mit angeschlossener Loreley-Freilichtbühne (manche behaupten, es sei umgekehrt) produziert mehr Ex-Bürgermeister, Event-Experten und Leserbriefschreiber als anderswo üblich. Manche Konflikte reichen viele Jahre zurück. Gerade haben 3 Bürger, unter ihnen der frühere Bürgermeister Bernhard Roth, einen Antrag auf 5 (!) Bürgerbegehren gestellt. Dabei soll vor allem das Verhältnis zur Verbandsgemeinde Loreley aufgearbeitet werden. Die Initiatoren stören sich u. a. an einem Grundstücksverkauf aus dem Jahr 2018. Damals hatte die Stadt Flächen auf dem Loreley-Felsen an die Verbandsgemeinde übertragen – für einen viel zu geringen Preis, wie die Kritiker mutmaßen. Die Rede ist von „arglistiger Täuschung“. Außerdem soll St .Goarshausen die Miete für das Verwaltungsgebäude erhöhen, das von der VG genutzt wird. Aber das eigentliche Thema ist  – natürlich – die Freilichtbühne. Bürgerbegehren Nr. 4 soll sicherstellen, dass das Open-Air-Gelände nur von der Stadt verpachtet und vermarktet werden darf. Roth und sein Mitstreiter Daniel Daum – selbst Event-Profi – wollen verhindern, dass dieselbe Verbandsgemeinde dort die Kontrolle übernimmt, die bereits die Neugestaltung des Plateaus koordiniert. Daum strebt eine neue Lösung ohne VG und unbedingt  ohne den bisherigen Pächter an. Der wiederum wird von Sympathisanten in Stadt und der Umgebung unterstützt, während der Stadtrat ihn wegen ausstehender Zahlungen loswerden will. Das eigentliche Problem ist, dass wegen Corona niemand weiß, wie es mit der Event-Branche weitergeht und welche Veranstalter am Ende übrig bleiben.  Rhein-Zeitung

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Blick auf St. Goarshausen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Dominik Ketz

Lasten für Lorch

Apropos zerstrittene Stadt: Stromaufwärts in Lorch werden sich Bürgermeister Ivo Reßler und seine Stadtverordneten nicht einig. Reßler hat bei seinen Amtsantritt im Februar eine fast bankrotte Kommune vorgefunden. Er sieht drastische Steuererhöhungen als einzige Lösung. Kommunalparlament und Magistrat wollen nicht mitgehen, allerdings gibt es auch keine Alternatvvorschläge. Laut „Wiesbadener Kurier“ lasten 12,6 Millionen Euro Schulden auf Lorch. Wiesbadener Kurier

Corona in Kamp-Bornhofen

Im Bornhofener Seniorenheim Haus Marienberg ist das Corona-Virus ausgebrochen. Die „RZ“ berichtet von 13 infizierten Personen  – 8 Pflegekräfte und 5 Bewohner. Ein 96-Jähriger ist am Samstag gestorben. Das Haus bleibt vorerst für Besucher geschlossen. Rhein-Zeitung

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