Die Wasserschutzpolizei wehrt sich gegen Vorwürfe, die Mäuseturminsel im Stich zu lassen. Bingens Oberbürgermeister Thomas Feser hatte fehlende Polizei-Präsenz auf dem Wasser moniert. Anlass war die besonders krasse Dürre im Hochsommer, als Schaulustige trotz der Verbotsschilder auf die Insel liefen. „Bei diesem extremen Niedrigwasser können wir die Mäuseturm-Insel gar nicht ansteuern“, stellt der zuständige Polizeichef Torsten Ruhl klar. „Wir dürfen das Risiko nicht eingehen, unsere Boote zu zerstören.“  Es gibt noch ein anderes Problem: Ruhls Einheit kontrolliert eine Strecke von fast 80 Kilometern. Für das Einsatzgebiet zwischen Eich in Rheinhessen und Bacharach stehen aber nur 4 Boote zur Verfügung – 3 in Mainz und eins in Bingen.  Der Binger Mäuseturm hat im Polizeialltag nicht die höchste Priorität. Vor allem im Hochsommer zählten andere Dinge, z. B. die Absicherung des Mainzer Winterhafends, wo bei Niedrigwasser jede Menge Munition aus dem 2, Weltkrieg aufgetaucht war. Im Juli schafften die Beamten es trotzdem, auf der Insel vorbeizuschauen und jeden unbefugten Besucher mit 35 Euro zur Kasse zu bitten.

Blick auf Bingen. Foto: Jochen Tack / Stadt Bingen

Blick auf Bingen. Foto: Jochen Tack / Stadt Bingen

Die Zuständigkeiten auf dem Eiland sind kompliziert. Insel und Turm gehören der Bundesrepublik Deutschland und werden vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt verwaltet und genutzt. Wegen der Brutplätze für Vögel hat aber auch die Verwaltung des Kreises Mainz-Bingen in Ingelheim ein Auge drauf. Momentan ist die Lage wieder entspannt:  Der illegale Fußweg zur Insel steht wieder unter Wasser. Wiesbadener Kurier (€)

109 Jahre kein Tunnel

Der Rüdesheimer Verein „Pro Tunnel“ könnte im kommenden Jahr ein kleines Jubiläum feiern: 110 Jahre Tunnel-Trauma. 1913 (!) tauchten erste Planungen für eine Trasse unter der Bahnlinie auf. Damals gab es in Deutschland 61.000 Autos (heute: über 45 Millionen). 80 Jahre später wurde es dann endlich konkret: Die Bundesstraße sollte 2 Kilometer lang tiefer gelegt werden und die nervige Bahnschranke entfallen. 2001 gab es sogar schon Probebohrungen. Selbst unerwartete Mehrkosten für eine 2. Rohre konnten die Tunnelidee zunächst nicht stoppen. Bund, Land, Kreis, Stadt und Bahn waren sich lange Zeit einig, aber dann stieg 2012 die Bahn aus und das Projekt platze. Voraussichtlich wird es eine kleinere Lösung geben, statt eines langen Tunnels mit Entlastung für die gesamte Altstadt könnte irgendwann eine kurze Unterführung zumindest die Bahnschranke ersetzen. Der Verein „Pro Tunnel“ wird es wohl nicht mehr erleben: Laut „Wiesbadener Kurier“ will er sich auflösen. Wiesbadener Kurier (€)

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