Im Konflikt um die Loreley-Bühne hat das Landgericht Koblenz schneller und eindeutiger als gedacht entschieden. Demnach ist die Kündigung des Pachtvertrages durch die Stadt St. Goarshausen rechtens (AZ 3 O 359/17). Die Pächterin Loreley Venue Management GmbH unter Geschäftsführer Ulrich Lautenschläger muss das Gelände räumen und 184.200 Euro Pacht plus Zinsen nachzahlen. Außerdem trägt sie die Kosten des Verfahrens. Lautenschläger kann Berufung einlegen und die Vollstreckung des Urteils aufschieben lassen. Dazu müsste seine Firma allerdings Sicherheiten hinterlegen, die sie bisher nicht aufbringen wollte. Wegen Corona sind Loreley Venue wesentliche Teile des Geschäfts weggebrochen. Für ein Leben nach Lautenschläger prüft man in St. Goarshausen jetzt alle möglichen Optionen.

Neugestaltung des Loreley-Plateaus 2018. Foto: Ministerium des Inneren RLP.

Neugestaltung des Loreley-Plateaus 2018. Foto: Ministerium des Inneren RLP.

Laut Stadtbürgermeister Nico Busch haben 4 Konzertveranstalter Interesse an einem neuen Pachtvertrag angemeldet. Nach den Erfahrungen mit Loreley Venue und jahrlangen Streitigkeiten um tatsächliche oder eingebildete Baumängel will Busch aber auch eine kommunale oder andere öffentlich-rechtliche Lösung nicht ausschließen. Denkbar wäre etwa ein aus öffentlichen Mitteln geförderter Betrieb bis zur Buga. In dieser Zeit könnten alle weiteren Baumaßnahmen erledigt und ohne Zeitdruck ein neuer Pächter gesucht werden. SWR, Rhein-Zeitung, Mitteilung von Nico Busch

Lorch behält den Profi-Bürgermeister

Die Abschaffung des hauptamtlichen Bürgermeisters von Lorch ist vom Tisch. In der Stadtverordnetenversammlung brachten CDU und SPD nicht die nötige Zweidrittelmehrheit zusammen. Beide Parteien waren bei der Bürgermeisterwahl von 2019 mit ihren Kandidaten gescheitert und bekämpften seitdem den unabhängigen Wahlsieger Ivo Reßler. Bei der Abstimmung im Kommunalparlament machte ein SPD-Mann nicht mit und stimmte mit der FWG für den bürgermeisterlichen Status Quo. Der Aktion von CDU und SPD war besonders umstritten, weil bereits im kommenden Monat ein neues Kommunalparlament gewählt wird. Beobachter rechnen mit einem Einzug der neuen „Liste Lorch“, die sich ebenfalls für den hauptamtlichen Bürgermeister ausspricht und der Großen Oppositionskoalition ein Ende machen will. Spitzenkandidat ist der frühere SPD-Mann Joachim Eckert. Die Befürworter einer Ehrenamtslösung argumentieren mit Einsparmöglichkeiten und verweisen auf erfolgreiche ehrenamtliche Arbeit in Vereinen. Der Bürgermeister von Lorch ist für knapp 3800 Einwohner zuständig und führt ein ca. 30-köpfiges Mitarbeiter-Team. Wiesbadener Kurier

Das friedliche Duell von Boppard

Apropos Bürgermeister: In Boppard diskutierten am Sonntag die 3 Bürgermeister-Kandidaten Jörg Haseneier (CDU), Philipp Loringhoven (unabhängig) und Niko Neuser (SPD) öffentlich auf YouTube. Jörg Zanger vom „Rhein-Hunsrück-Anzeiger“ moderierte. Das 3er-Duell verlief respektvoll und entspannt. Haseneier als Ältester und einziger Auswärtiger in der Runde – er ist Anwalt und Ortsbürgermeister im Westerwald – präsentierte sich souverän, locker und bodenständig, Loringhoven war der beste Rhetoriker und Neuser punktete wie immer als 150-Prozent-Bopparder und Mann der Mitte. Boppard wählt am 14. März den Nachfolger von Langzeit-Bürgermeister Walter Bersch. Die Konstellation ist im Vergleich zum hessischen Lorch genau andersherum. Lorch stimmte 2019 über den Bürgermeister ab und ist 2021 mit dem Kommunalparlament dran. Die Wahlen zum Stadtrat und zum Bürgermeister können nicht grundsätzlich zeitgleich stattfinden, weil die Amtszeiten unterschiedlich lang sind. Rhein-Hunsrück-Anzeiger (Video)

Oberwesel stoppt das Spectaculum

Nach der Absage 2020 muss Oberwesel noch ein weiteres Jahr auf sein legendäres Mittelalter-Festival „Spectaculum“ verzichten. Die Corona-Lage ist zu unsicher, um das Großereignis im historischen Stadtkern einfach durchzuziehen. Als nächster Termin ist Pfingsten 2022 geplant. Rhein-Zeitung

(Hochwasser-)Foto des Tages

 

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