Als Lorchs Bürgermeister Ivo Reßler 2020 ins Amt kam, fand er im Rathaus nur leere Kassen vor. Die Stadt ist so arm, dass sie noch nicht einmal für eine Gebietsreform in Frage kommt – das benachbarte Rüdesheim würde wohl eher für die griechischen Staatsschulden bürgen als Lorch einzugemeinden. Reßler und seinem Magistrat bleibt nur ein harter Sparkurs. Die Grundsteuern sind drastisch erhöht worden; besonders betroffene Handwerksbetriebe und Weingüter drohen mit Klagen vor dem Verwaltungsgericht. Die neuen Steuersätze sollen zunächst für 4 Jahre gelten. Danach kann die Stadt u. a. mit Einnahmen aus dem Kommunalwald rechnen. Laut „Wiesbadener Kurier“ will Reßler weitere neue Geldquellen erschließen, darunter Freiflächen für Fotovoltaik. O-Ton: „Die Zeit müsst ihr mir geben – oder mich in fünf Jahren abwählen“. Wiesbadener Kurier

Blick auf Lorch. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Blick auf Lorch. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Unter den Linden

Apropos Lorch: Im Höhenort Espenschied könnte es 2022 das Traditionslokal „Zur Linde“ erwischen. Inhaberin Helga Elben-Naderhoff ist 60 geworden und denkt ans Aufhören. Wenn sich kein Pächter findet, ist nach 4 Generationen Schluss. Elben-Naderhoffs Uropa hatte die „Linde“ vor ziemlich genau 100 Jahren eröffnet. Die heutige Chefin stieg 1994 in den Familienbetrieb ein. Eigentlich funktioniert das Geschäft noch: Die Einheimischen sitzen heute zwar öfter vor dem Fernseher oder dem Rechner als am Stammtisch. Dafür profitiert man vom boomenden Wander-Tourismus. Architektonisch ist die „Linde“ ein Juwel; das denkmalgeschützte Wirtshaus im Ortskern stammt aus dem 18. Jahrhundert. Wiesbadener Kurier, Zur Linde (Website des Wirtshauses)

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