Die Rheinsage des 21. Jahrhunderts heißt Fantasy-Roman. Im Frühjahr ist ein Titel erschienen, der in und um St. Goarshausen spielt: „Falkensommer“, geschrieben von der Newcomerin Anna Maria Pieroth.  Es geht um unglaubliche Raubvögel auf Burg Maus, einen zwielichtigen Burgherren und um frustrierte Jugendliche im Tal. „Anna Maria Pieroth“  ist das Pseudonym einer Lehrerin aus Koblenz. 7 Fragen an einen Mittelrhein-Fan mit viel Fantasie. 

Die Koblenzerin Ellen Kirst schreibt unter den Pseudonym Anna Maria Pieroth. Foto: Privat

Du hast als „Anna Maria Pieroth“ einen Roman über das Mittelrheintal geschrieben. Wer verbirgt sich hinter dem Pseudonym?

Mein eigentlicher Name ist Ellen Kirst.

Woher kommt dein Interesse an der Region?

Ich bin in Koblenz geboren worden, dort zur Schule und zur Uni gegangen. Obwohl ich seit fast zehn Jahren in Montabaur wohne, arbeite ich in Koblenz und besuche hier meine Familie und meine Freunde. Als Kind haben meine Eltern viele Ausflüge mit mir und meinen Schwestern am Mittelrhein unternommen, vor allem mit dem Fahrrad. Mich haben die Burgen und Schlösser entlang des Flusses fasziniert und ich habe gerne die Sagen gelesen. Heute bin ich entweder privat mit meinem Mann und meinen Töchtern in der Region unterwegs oder besichtige mit meinen Schülerinnen und Schülern die Marksburg.

Das Tal selbst und vor allem St. Goarshausen kommen in deinem Buch nicht immer gut weg. Deiner Heldin Jenny ist alles zu eng und auch Ihre große Schwester möchte am liebsten raus. Siehst du das genau so kritisch?

Tatsächlich sehe ich den Bahnlärm verbunden mit der Enge des Tals als einen großen Nachteil für die dort lebende Bevölkerung. Mit meinem Roman versuche ich auf diesen Missstand hinzuweisen – in der Hoffnung, dass es mehr Anstrengungen bei der Lärmbekämpfung gibt.

Wo würdest du leben wollen, wenn es im Welterbe-Tal wäre?

Außer meiner Heimatstadt Koblenz gefällt mir die Hanglage in Boppard sehr gut oder Bingen, das sowohl an Rhein und Nahe liegt und Ausgangspunkt für schöne Radtouren ist.

Wie nehmen deine Kinder die Gegend wahr?

Für Rheinsteig-Wandertouren sind sie noch zu jung, aber sie lieben Radtouren am Rhein, weil es dort im Vergleich zum Westerwald so flach ist und man alle naselang an einer Burg vorbeikommt. Auf den Burgen lernen sie das Mittelalter besser kennen und sie fragen sich dann, ob sie damals wirklich gerne als Burgfräulein dort gelebt hätten.

Was kann man für Touristen und Ausflügler besser machen?

Wir haben vorletztes Jahr Urlaub im Dahner Felsenland gemacht, das auch mit einer großen Anzahl an Burgen gesegnet ist. Dort gibt es ein Stempelspiel, bei dem Kinder sich ihren Besuch an 12 Ausflugszielen quittieren lassen können, um sich dann einen Preis bei der Tourist-Information abzuholen (bei mindestens drei Stempeln). Das wäre bestimmt auch am Mittelrhein möglich. Ansonsten fände ich eine staatliche Bezuschussung von Verschönerungsmaßnahmen an privaten Häusern entlang des Rheins wünschenswert.

Dein Buch „Falkensommer“ hätte noch Platz für eine Fortsetzung. Planst du so etwas?

Ich denke weniger an eine Fortsetzung von „Falkensommer“ als an eine neue Geschichte. Es gibt am Mittelrhein so viele fantastische Wesen, die Grundlage für eine spannende Handlung sein könnten, z.B. die Rheinnixen, die Zwerge in den Gruben beidseits des Flusses oder der Drache aus den Nibelungen, der von der Burg Drachenfels aus über das Rheintal fliegen könnte. Momentan fehlt mir leider die Zeit, um Ideen auszuarbeiten und aufs Blatt zu bringen.

„Falkensommer“ ist in der Edition Weltenschreiber des Wiesengrund-Verlages erschienen. Die gedruckte Ausgabe kostet 14,90 Euro, das E-Book 4,99 Euro. Beides kann z.B. bei Franziskus Weinert in Oberwesel bestellt werden

 

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