Klimagerechtes Grün, Wasserspielplätze und die unvermeidlichen Treppenstufen am Rheinufer: Bisher wirken die Entwürfe für die Bundesgartenschau eher solide als spektakulär. In Koblenz denkt man eine Nummer größer. In den städtischen Gremien kursieren laut „RZ“ Buga-Ideen, die über die Region hinaus für Aufsehen sorgen dürften. Das gilt vor allem für die geplante „Zipline“, eine Seilrutsche von der Festung Ehrenbreitstein über den Rhein auf das linke Moselufer. Für das Projekt werde gerade eine Gesellschaft mit der Koblenz Touristik als Teilhaberin gegründet, heißt es. Es wäre die “ erste relevante und größte urbane sowie gleichzeitig längste Doppel-Zipline Europas“ zitiert die Zeitung einen Insider. Die Abstimmung mit dem Zweckverband Welterbe und dem rheinland-pfälzischen Innenministerium soll schon ins Gange sein. Außerdem könnte es eine Wasserbühne auf dem Rhein und eine Innenstadt-Installation nach dem Vorbild des „Miroir d’eau“ in Bordeaux geben – eine extrem niedrige Wasserfläche im Herzen der Stadt, die für besondere Spiegeleffekte sorgt. Rhein-Zeitung (€), Bordeaux-Touristik („Miroir d’eau“)
Foto: Friedrich Gier / Romantischer Rhein
Rathaus-Mieter gesucht
Apropos Bundesgartenschau: Seit dem Umzug der Buga-GmbH ins frühere St. Goarer Finanzamt stehen die Büroräume im alten Rathaus leer. In dem burgartigen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert – nicht zu verwechseln mit dem bergseitig gegenüberliegenden Rathaus der Stadt – residierten früher die Amts- bzw. Verbandsgemeindeverwaltung. Eigentümerin ist die Stadt, Hauptmieterin die 2020 gegründete VG Hunsrück-Mittelrhein mit Sitz in Emmelshausen als Rechtsnachfolgerin der früheren Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel. Sie sucht jetzt nach einem neuen Untermieter. Geboten werden beste Innenstadtlage und Rheinblick. Rhein-Zeitung (€), KuLaDig (über das Rathaus-Gebäude)
Winzer für einen Tag
2005 schien der Weinbau in Brey nach 800 Jahren am Ende zu sein. Damals hatte der letzte Winzer seine Flächen in der Lage „Breyer Hämmchen“ aufgegeben. Zum Glück ging eine bessere Idee steil: Der damalige Ortsbürgermeister Rudolf Knep und 11 weitere Aktivisten gründeten die „Weinbruderschaft Breyer Hämmchen e.V.“ und führten die Weinbautradition ehrenamtlich weiter. Heute zählt der Verein rund 100 Mitglieder und betreibt sogar eine eigene Straußwirtschaft, den „Bacchuskeller“. Wer mit anpacken will, muss nicht sofort Weinbruder werden. Mittlerweile gibt es die Aktion „Winzer für einen Tag“. Hier können Interessenten erleben, wie es sich im Hang anfühlt – und einen einzigartigen Blick über den Rhein hinweg auf die Marksburg genießen. Rhein-Zeitung (€), Weinbruderschaft Breyer Hämmchen (Website des Vereins)
Bingen tauft das Kulturufer um
Eine der bekanntesten Uferpromenaden am Mittelrhein bekommt einen neuen Namen. Das Binger Kulturufer zwischen Nahemündung und Fähre heißt künftig „Birgit-Collin-Langen-Promenade“. Der Stadtrat will damit die kürzlich verstorbene frühere Oberbürgermeisterin erinnern. Birgit Collin-Langen stand von 1996 bis 2012 an der Spitze der Stadt. Sie gilt als „Mutter der Landesgartenschau“ von 2008, die für die wegweisende Neugestaltung des Binger Rheinufers sorgte. Die gelernte Juristin zog später für die CDU ins Europäische Parlament ein. Allgemeine Zeitung (€)
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