Die schwarz-rote Koalition in Rheinland-Pfalz ist ausgemachte Sache und die Wahl von CDU-Mann Gordon Schnieder zum Ministerpräsidenten nur noch Formalität. Im 100 Seiten starken Koalitionsvertrag ist das Obere Mittelrheintal dreimal erwähnt. Besonderes konkret werden die künftigen Regierungsparteien nicht. Über die Mittelrheinbrücke heißt es lediglich, dass sie „welterbekonform“ sein soll und dass man damit die Region „langfristig nachhaltig stärken“ wolle . (S. 22) Wann die Brücke gebaut wird, wo sie genau steht und wer für ihre Unterhaltung aufkommt, bleibt weiterhin unklar. Auch der Bahnlärm ist Thema (S. 68). Demnach sollen Lärmschutzmaßnahmen „in enger Abstimmung mit der Deutschen Bahn und dem Bund fortgesetzt“ werden. Außerdem setze man sich beim Bund für eine „Alternativstrecke für den Güterverkehr ein“. Immerhin kennt der künftige Ministerpräsident den dafür zuständigen Bundesverkehrsminister, es ist sein Bruder. Die dritte Erwähnung im Koalitionsvertrag betrifft die „Abladeoptimierung Mittelrhein“, also die Vertiefung und Regulierung mehrerer neuralgischer Stellen für die Binnenschifffahrt. Auch hier wollen sich CDU und SPD „beim Bund für eine zügige Umsetzung“ verwenden. Die Wahl des neuen Ministerpräsidenten ist für den 18. Mai geplant. SPD Rheinland-Pfalz (Koalitionsvertrag, PDF)
Visualisierung Mittelrheinbrücke: Heneghan Peng Architects / Landesbetrieb Mobilität
Klasse und Masse in Rüdesheim
Mit 380.00 Übernachtungen pro Jahr ist Rüdesheim ein Eldorado für Touristiker, aber reich macht es die Kommune nicht. Kaufkraft und Steueraufkommen sind eher bescheiden, ergab eine Studie von Wissenschaftlern der Technischen Universitäten Berlin und Darmstadt. Für die Untersuchung wurden auch Einheimische nach ihren Erwartungen und Erfahrungen befragt. Das Ergebnis ist zwiespältig. Der Tourismus gehöre zu Rüdesheim und sorge für gastronomische Vielfalt, so das Stimmungsbild. Gleichzeitig fühlen sich Bewohner der Innenstadt zur Kulisse degradiert und an den Rand gedrängt. Beim neuen Rüdesheimer Bürgermeister Dirk Stuckert scheint die Botschaft angekommen zu sein. Er hat bereits den „Fokus auf Qualitäts- statt Massentourismus“ als Ziel ausgegeben. Wiesbaden Kurier (€), Mittelrheingold (Stuckert-Agenda)
30 Minuten Loreley-Nostalgie
Der SWR hat seine TV-Doku „Der Fels rockt – 50 Jahre Loreley-Freilichtbühne“ jetzt auch auf YouTube veröffentlicht. Der Film von Uli Paulus ist ein Hochamt für Musikfans und Mittelrhein-Nostalgier. Zu sehen und zu hören sind nicht nur zahllose internationale Stars, sondern auch die Menschen, die die Festivalgeschichte vor Ort hautnah erlebt und mitgeprägt haben, darunter Wirtin Daliah Geisel („Loreley Weinstübchen“), Hotelier Arnd Colonius, Fotograf Herbert Piel, Kioskbesitzerin Marion Große und der heutige St. Goarshäuser Beigeordnete Harald Steil. YouTube
Die Hex ist los
Luisa Hüttner ist neue Weinhex von Oberwesel. Die 24-Jährige aus dem Höhenort Dellhofen stieg traditionsgemäß in der Nacht zum 1. Mai aus dem Weinfass. Trotz ihrer Jugend hat sie schon ein Stück Oberweseler Geschichte miterlebt – laut „RZ“ begann sie ihre Ausbildung zur Krankenschwester noch im alten Krankenhaus. Heute arbeitet sie in der Diakonie-Klinik in Simmern. Rhein-Zeitung (€)
Foto des Tages
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