Der neue Rüdesheimer Bürgermeister Dirk Stuckert hat eine „Zukunftsagenda“ für seine Stadt vorgelegt. Es sei „kein Versprechen“, sondern „ein gemeinsames Projekt von Bürgern“, heißt es in einer Pressemitteilung. Bis zur Unterstützung durch das Kommunalparlament ist es vor allem Marketing. Unter dem Hashtag #Rüd2040″ wirbt Stuckert für unterschiedliche Projekte und Programme. Manches ist vage („Faire und nachhaltige Einnahmequellen prüfen“), manches konkret („Pflanzung von 1.000 neuen Bäumen bis 2035“) und manches mutig („Schaffung weiterer, autofreier Quartiere“). Am mutigsten klingt Stuckerts Forderung nach einer neuen Tourismus-Strategie: „Fokus auf Qualitäts- statt Massentourismus“. Als früherer Marketingchef der Stadt weiß Stuckert, wovon er spricht. Andererseits lebt Rüdesheim nicht schlecht vom Massentourismus. Die Stadt hat es als einzige am Mittelrhein geschafft, das Geschäftsmodell der 70er Jahre erfolgreich weiter zu bewirtschaften. Was anderswo irgendwann peinlich war, ist in Rüdesheim längst Kult geworden. Dabei profitiert die Stadt von ihrer besonderen Infrastruktur: Nirgendwo gibt es mehr Schiffsbrücken und Liegeplätze für Flusskreuzer und Ausflugsdampfer, das sorgt die gesamte Saison über für touristischen Nachschub. Gleichzeitig ist es leicht, dem Drosselgassen- Gedröhne zu entkommen – die Seilbahn befördert direkt aus der Altstadt heraus in die Idylle des Landschaftsparks Niederwald. Wie Stuckerts Agenda ankommt, wird sich spätestens kommende Woche zeigen. Dann treten die neu gewählten Stadtverordneten zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Agenda 2040 (Pressemitteilung) , Wiesbadener Kurier (€)
Foto: Hessen Tourismus / Roman Knie
Besuchen Sie den Weinfrühling, so lang es ihn noch gibt
Apropos viele Leute an einem (Mittelrhein-)Ort: Am letzten Aprilsonntag (26.4.) wird im Bopparder Hamm wieder so viel los sein wie in der Kölner Schildergasse zur Adventszeit. In der berühmtesten Weinlage des Welterbetals tischen Winzer und Gastronomen unter freiem Himmel auf, Panoramablick inklusive. Nicht nur die Bopparder lieben das Event, aber laut „RZ“ ist es alles andere als selbstverständlich. „Der Aufwand – auch in finanzieller Hinsicht – steigt von Jahr zu Jahr exorbitant“, zitiert die Zeitung die Winzerin und frühere Mittelrhein-Weinkönigin Martina Lorenz. Sie erwartet wieder mehrere 1000 Gäste. Vor allem für das behördlich geforderte Sicherheitskonzept gehe immer mehr Zeit und Geld drauf, heißt es. Lorentz will für die kommenden Jahre nichts garantieren: „Perspektivisch müssen wir schauen, ob das überhaupt noch zu stemmen ist“. Was alles passieren kann, zeigt ein tödlicher Unfall aus dem Jahr 2023. Damals geriet ein Besucher im überfüllten Spayer Bahnhof auf die Gleise und wurde von einem durchfahrenden Zug erfasst. Rhein-Zeitung (€), Romantischer Rhein (Weinfrühling)
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