Frank Zimmer

Klare Verhältnisse in Lorch und Zweikampf in Boppard

Die Rheinland-Pfalz-Wahl hat die CDU am Sonntag verloren, aber die größere Klatsche gab es im hessischen Lorch, wo am selben Tag Kommunalwahlen stattfanden. Nach Berechnungen des Hessischen Rundfunks büßte die Partei dort 14,5 Prozentpunkte ein und kam auf nur noch 26,8 Prozent. Für den Lorcher CDU-Chef Jürgen Helbing ist es die zweite schwere Niederlage nach seiner Abwahl als Bürgermeister 2019. Noch härter ist die SPD abgestraft worden. Sie verlor über 18 Prozentpunkte, fiel auf 11,6 Prozent und wird wohl nur noch 2 Mitglieder in der Stadtverordnetenversammlung stellen. Das Ergebnis ist offenbar die Quittung für die bizarre Blockadepolitik von CDU und SPD gegenüber Bürgermeister Ivo Reßler. Beide Parteien haben Reßler seit seinem Amtsantritt im Februar 2019 ohne Rücksicht auf Verluste bekämpft; Sitzungsboykott und Strafanzeige inklusive. Dem Vernehmen nach gab es noch nicht einmal eine geordnete Amtsübergabe im Rathaus. Reßler war als unabhängiger Kandidat direkt gewählt und nur von den Freien Wählern unterstützt worden. Das zukünftige Lorcher Kommunalparlament wird von der „Liste Lorch“ (LiLo) dominiert, einer erstmals angetretenen Wählervereinigung, die aus dem Stand über 45 Prozent der Stimmen holte. „LiLo“ hatte sich gegen den bisherigen Kleinkrieg und kommunalpolitische Warlords wie Helbing und SPD-Mann Georg Breitwieser positioniert. Die Liste will einen politischen Neuanfang in der Stadt. Hessenschau

CDU-Mann Jürgen Helbing musste das Lorcher Rathaus Anfang 2020 räumen.

Stichwahl in Boppard

In Boppard ist gestern über den Nachfolger von Bürgermeister Walter Bersch (SPD) abgestimmt worden. Bersch durfte aus Altersgründen nicht mehr antreten und unterstützte die Kandidatur von Niko Neuser. Das Ergebnis: Neuser liegt mit 39 Prozent vorn, muss aber mit CDU-Bewerber Jörg Haseneier (36,2 Prozent) in die Stichwahl. Philipp Loringhoven holte als unabhängiger Kandidat knapp 25 Prozent. Das reicht zwar nicht für den zweiten Wahlgang am 28. März, dürfte aber für eine langfristige Karriere in der Bopparder Kommunalpolitik mehr als ausreichend sein. Rhein-Zeitung

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Ein Beitrag geteilt von Petra Dittmann (@petrakoenigshoff)

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