Redaktion

Kein Stress in Rüdesheim und Bingen fährt Flixbus

Rüdesheim am Rhein mit Blick auf die Binger Rochuskapelle. Foto: Rüdesheim Tourist AG - Marlis Steinmetz

Das erste Wochenende ohne Züge scheint auf der rechten Rheinseite einigermaßen glimpflich abgelaufen zu sein. Laut „Wiesbadener Kurier“ gab es zumindest im hessischen Teil des Welterbetals weniger Stress als befürchtet. Viele Ausflügler hätten den Schienenersatzverkehr genutzt, heißt es. Der Rüdesheimer Bürgermeister Dirk Stuckert hofft, dass seine Stadt auch in den kommenden Monaten „kaum bis gar nichts spüren“ wird. Die Vollsperrung zwischen Wiesbaden und Troisdorf dauert bis Dezember. In dieser Zeit will die Bahn nicht nur Gleise und Signalanlagen, sondern auch viele Bahnhöfe sanieren. Rüdesheim erholt sogar eine komplett neue Haltestelle. Wiesbadener Kurier (€)
Foto: Rüdesheim Tourist AG – Marlis Steinmetz

Bingen fährt Flixbus

Verkehrstechnisch liegt Bingen neuerdings zwischen Krakau und der Nordsee. Das private Reiseunternehmen Flixbus hat die Stadt gerade an ihr europäisches Netz angeschlossen. Seit Anfang Juli geht es mittags um 12 Uhr 40 über Koblenz, Aachen, Brüssel, Antwerpen und Rotterdam nach Den Haag. Wem die 8 Stunden im Bus noch zu wenig sind, kann auch in die entgegengesetzte Richtung fahren: In 16 Stunden über Frankfurt, Erlangen, Nürnberg, Prag, Ostrava (Ostrau) und Kattowitz nach Krakau. Ein Ticket von Bingen nach Mainz ist nicht möglich – das sogenannte „Unterwegsbedienungsverbot“ schreibt privaten Fernbusanbietern eine Strecke von mindestens 50 Kilometern vor, um den öffentlichen Personennahverkehr zu schützen. Allgemeine Zeitung (€)

Boom in der Boosenburg

Der Rüdesheimer Bernhard Jung hat es in der „Spiegel“ geschafft. Der Kellereibesitzer in 3. Generation und Eigentümer der Boosenburg profitiert von einem Trend, der fast allen anderen Weinprofis schwer zu schaffen macht: Null Promille. Jungs Familienunternehmen hat sich schon in der Kaiserzeit auf alkoholfreiem Wein spezialisiert. Sein Großvater Carl, gebürtig aus Lorch, führte das Vakuum-Extraktionsverfahren ein, bis heute die technologische Basis für eine ganze Branche. 2025 verkaufte Jung rund 15 Millionen Flaschen – sowie wie noch nie in der über 120-jährigen Firmengeschichte. Die Zukunft des Null-Prozent-Weins liegt laut „Spiegel“ allerdings eher in den Laboren der Lebensmittelchemie als in den Kellern der Boosenburg: Aromaforscher arbeiten an Mixturen, die den Großteil des Weingeschmacks erhalten sollen. Spiegel (€)

Im Herzen der „Goethe“

Gerd Grassl hat die vielleicht beste Unterkunft am Mittelrhein oder besser: auf dem Mittelrhein. Der gebürtige Österreicher ist der Maschinist der „Goethe“ und wohnt auch auf dem Schiff. Grassl hält auf dem Oldie nicht nur die Technik in Gang. Er weiß auch genau, wie man das über 100 Jahre alte Schaufelradschiff in der Balance hält: Wenn die „Goethe“ z. B. an der Loreley in die Kurve geht und sich sämtliche Passagiere an einer Seite versammeln, pumpt er so lange Diesel von einem Tank in den anderen, bis das Schiff wieder im Lot ist. Grassl kennt die „Goethe“ in -und auswendig. Er drehte, drückte und schraubte schon unter Deck, als dort noch die alte Dampfmaschine stampfte – damals bei bis zu 60 Grad Hitze am Arbeitsplatz. Der SWR hat ihn an Bord besucht. Kurz nach den Dreharbeiten musste Grassl die Maschine allerdings stoppen – momentan liegt die „Goethe“ wegen Niedrigwasser vor Anker. SWR (Video)

(Bewegt-)Bild des Tages

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