Das Drama um die Loreley-Kliniken ist am Donnerstag Thema im SWR-Fernsehen. Um 20 Uhr 15 kommen in der Sendung „Zur Sache Rheinland-Pfalz“ u.a. Vertreter der Bürgerinitiative zu Wort, darunter der Oberweseler Kommunikationsdesigner und Grünen-Sprecher Christian Büning.

Foto: Loreley-Kliniken.

Das Schicksal der Krankenhäuser scheint besiegelt, nachdem sich die CDU im Rhein-Hunsrück-Kreis, in der Verbandsgemeinde und in den Städten St. Goar und Oberwesel geschlossen positioniert hat: Sie lehnt eine Kommunalisierung ab und setzt stattdessen auf das Konzept des katholischen Mehrheitsgesellschafters Marienhaus. Demnach sollen die Kliniken zum 30. September abgewickelt und dafür das rentablere Seniorenheim erweitert werden. Gleichzeitig hofft man auf ein „Medizinisches Versorgungszentrum“ (VDZ) ambulant arbeitender Ärzte.

Viele Fragen bleiben offen. So ist unklar, für welche Mediziner ein MVZ attraktiv wäre, wer dafür seine Praxis aufgeben würde, warum ein Arzt dafür nach Oberwesel ziehen sollte, welche zusätzlichen Kassenzulassungen erteilt würden und warum das alles nicht schon längst geprüft wurde.

Unsicher ist auch, ob und wie schnell Geld für die Krankenhaus-Mitarbeiter fließt. Marienhaus und Oberwesels Stadtbürgermeister Marius Stiehl hatten einen Sozialplan aus Mitteln des so genannten Krankenhausstrukturfonds in Aussicht gestellt. Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Sozialministeriums gibt es die Mittel aber nicht automatisch. Sie müssen neu beantragt werden. „Die Dauer des Bewilligungsverfahrens lässt sich angesichts der aktuellen Situation nicht einschätzen“, heißt es im Ministerium. E-Mail des Sozialministeriums, Rhein-Hunsrück-Anzeiger (Ankündigung der SWR-Sendung)

Trauer um Anton Heinrich Hütte

Anton Heinrich Hütte war das Beste, was Oberwesel in den vergangenen Jahrzehnten passiert ist. Seine Geschichte klingt nach einem Märchen. Er verließ mittellos seine Heimatstadt, machte als Unternehmer in Süddeutschland und der Schweiz ein Vermögen und kehrte als gemachter Mann zurück. Seit den späten 90er Jahren spendete und stifte er große Summen für Kultur und Denkmalschutz, ermöglichte das Oberweseler Stadtmuseum und finanzierte das Kulturhaus im früheren Hoffmann’schen Weingut. Anton Heinrich Hütte starb am 18. April im Alter von 88 Jahren. Der Oberweseler Gewerbeverein hat einen eindrucksvollen Nachruf veröffentlicht. Einen Eindruck von Hüttes Persönlichkeit vermittelt auch ein 2015 erschienener Artikel der damaligen Burgenbloggerin Jessica Schober: „Weg und wieder hin“.  ogv-mittelrhein.de (Nachruf), burgenblogger.de

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