Die gute Nachricht zuerst: Boppards Fährmann Tony Deleu will weitermachen. Er stehe “ jederzeit bereit, den Betrieb unverzüglich wieder aufzunehmen, sobald die notwendigen Voraussetzungen geschaffen sind“, stellte er per Facebook klar. Wann die älteste Fähre am Mittelrhein wieder ablegen kann, bleibt trotzdem ungewiss. Das Problem ist nicht das Schiff, sondern die Ufermauer an der Bopparder Seite. Sie war im März ebenso wie der Fähranleger von einem Frachtschiff beschädigt worden. Den Anleger hat Deleu längst wieder flott gemacht, aber die Mauer ist Eigentum der Stadt und Teil der laufenden Rheinallee-Sanierung. Nach „RZ“-Informationen wird gerade die Statik überprüft, danach kann kalkuliert und die Zusage der Frachtschiff-Versicherung eingeholt werden – sie muss für den Schaden aufkommen. „Die Stadt arbeitet daran, die notwendigen Schritte zügig umzusetzen und die Schäden schnellstmöglich zu beseitigen“, zitiert die Zeitung Rathaus-Sprecherin Denise Bergfeld. Bis dahin herrscht für Schulkinder und Pendler der Ausnahmezustand. Ihnen bleibt nur die Koblenzer Südbrücke, die Fähre in St. Goarshausen oder die Ausflugschiffahrt. Rhein-Zeitung (€)
Foto: Friedrich Gier / Romantischer Rhein Tourismus
Bässe aus Boppard
Apropos Boppard. „Bellevue“-Hotelier Marek Gawel hat laut „RZ“ 3 Hobbies: Fußball, Musik und Künstliche Intelligenz. Das gemeinsame Ergebnis heißt „Was zählt, ist, ein Team zu sein“, einen inoffiziellen Song zur Fußball-WM. Gawel ließ sich von seinen Erfahrungen als Jugendtrainer des FC Emmelshausen-Karbach inspirieren und schuf mit Hilfe der KI eine Hymne auf den Mannschaftsgeist. Wörter wie „WM“ oder „Weltmeisterschaft“ kommen im Text natürlich nicht vor – Gawel ist Profis genug, um die Markenmacht der Fifa zu kennen. „Was zählt, ist, ein Team zu sein“ gibt es u. a. auf YouTube, Spotify und Apple Music. Gawel hat dazu das vituelle Musiklabel „Basskiosk“ kreiert. Auch die Gesangsstimme stammt vom Computer – sie sei Gawels eigener nachempfunden, heißt es in der „RZ“. “ Rhein-Zeitung (€), Instagram (Basskiosk)
„Die Sauferei ist vorbei, die Leute sind ruhiger geworden“
Über den Mittelrhein-Tourismus gibt es eine Menge Legenden. Zum Beispiel die, wonach früher alles besser war. Immer. Im „Wiesbadener Kurier“ ist jemand zu Wort gekommen, der es wissen muss. Michael Barth führt das Rüdesheimer „Geschenkhaus Ehrenfels“ in 2. Generation und an 7 Tagen die Woche. Demnach ist das Tourismus-Geschäft ein ewiges Auf und Ab. Die erste große Krise erlebte Barth in den 80er Jahren – damals schreckten die Nuklearkatastrophe in Tschernobyl, Terror-Anschläge in Europa und ein Kurssturz beim US-Dollar viele ausländische Touristen ab. Ab der Jahrtausendwende ging es wieder aufwärts – auch mit der touristischen Qualität. O-Ton: „Die Sauferei ist vorbei, die Leute sind ruhiger geworden.“ Der nächste Rückschlag kam mit der weltweiten Finanzkrise 2008. Heute machen Barth der Fachkräftemangel und die Internet-Konkurrenz zu schaffen, aber der Laden läuft trotzdem: 2025 kamen über 190.000 Kunden ins „Ehrenfels“. Wiesbadener Kurier (€), Geschenkehaus Ehrenfels
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