Die Bürgerbewegung zur Rettung der Loreley-Kliniken hat es geschafft: Die vor knapp 3 Wochen angekündigte Turbo-Schließung ist vom Tisch und die Krankenhäuser in Oberwesel und St. Goar arbeiten bis mindestens Ende 2020 weiter. Geschlossen werden vorerst nur die Notaufnahme mit Intensivstation und die innere Abteilung in Oberwesel; beides war bereits im Frühjahr unabhängig von der jüngsten Zuspitzung angekündigt worden. Für die Ambulanz soll gemeinsam mit dem niedergelassenen Ärzten vor Ort eine Lösung gefunden werden. Sie würde die Versorgung leichter Fälle sicherstellen. Die Bürgermeister der 3 kommunalen Minderheitsgesellschafter handelten das „Wunder von Waldbreitbach“ (O-Ton Verbandsbürgermeister Thomas Bungert) am Mittwoch am Konzernsitz des Haupteigentümers Marienhaus in Waldbreitbach bei Neuwied aus. Teil des Deals ist, dass die Kommunen im kommenden Jahr für bis zu einer Million Euro Verlust bürgen und das Land wie angekündigt 22 Millionen Euro Fördergelder bereitstellt. Mitte nächsten Jahres wollen sich die Gesellschafter zusammensetzen, das bis dahin Erreichte überprüfen und überlegen, wie es über 2020 hinaus weitergeht.

Blick auf den kleinen Hafen von Oberwesel. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Blick auf Oberwesel. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Die katholische Marienhaus-Gruppe hält 55 Prozent der Krankenhausanteile. Sie wollte eigentlich schon im kommenden Monat die erste Klinik schließen. Der unerwartet heftige Widerstand in der Region war erfolgreich, weil er 3 Faktoren kombinierte und unterschiedliche Kommunikationskanäle zusammenführte:

  • In den digitalen Netzwerken informierten sich Bürger und organisierten den Protest
  • Kundgebungen und Info-Veranstaltungen vor Ort mobilisierten Einwohner, Mitarbeiter und Patienten
  • In informellen Runden stimmte sich vor allem das Oberweseler Establishment ab, nutzte persönliche Kontakte zu Politik und Kirchen und besorgte Spendengelder.

Alle 3 Faktoren ergänzten und verstärkten sich gegenseitig: Facebook und Messenger-Gruppen brachten die Menschen auf die Straße, dort entstanden Videos und Bilder, die anschließend die digitalen Kanäle flutete und weitere Bürger und Multiplikatoren motivierte. Mit dem Oberweseler Designer Christian Büning stand außerdem von Anfang an ein Profi zur Verfügung, für ein Logo und einheitliche visuelle Kommunikation sorgte. Die Marienhaus-Gruppe hatte dem nichts entgegenzusetzen. Rhein-Zeitung, SWR

Die Presseerklärung der Krankenhaus-Gesellschafter im Wortlaut

*  Gute Headline-Idee von Werner Brager aus Oberwesel

Ein Wildschwein in Boppard

Schreck auf dem Schulhof: Ein schwer verletztes Wildschwein schleppte sich am Mittwochmorgen auf das Gelände der Bopparder Realschule Marienberg. Das sofort alarmierte Forstpersonal gab dem Tier den Gnadenschuss. Laut Polizei ist unklar, warum der Keiler so zugerichtet war. Er könnte im Wald gestützt, angeschossen oder auch auf der Straße angefahren worden sein. Rhein-Zeitung

Bürgermeister-Import in Lierschied

In St. Goarshausen ist Manfred Baumert im Mai abgewählt worden – zu seiner eigenen Erleichterung, behaupten einige – aber jetzt ist er trotzdem wieder Bürgermeister. Er amtiert jetzt einige Kilometer weiter landeinwärts im 480-Einwohner-Dörfchen Lierschied. Die Konstellation passte: Der Höhenort stand seit der Kommunalwahl ohne Bürgermeister da, Baumert heiratete dieses Jahr eine Lierschiederin und wohnt dort jetzt auch offiziell. Rhein-Zeitung

Mittelrheiner des Tages: Frank Lenz

Der Dachdeckermeister aus Niederburg hatte in diesen Tagen noch mehr Weitblick als sonst: Er reparierte Schiefer und Blitzableiter auf dem Turm der Oberweseler Liebfrauenkirche. Ein Spezialkran aus Neuerkirch im Hunsrück beförderte ihn in luftige Höhen. Lenz kennt sich mit schwindelerregenden Einsätzen aus: Er hat u. a. die Turmspitze der Bacharacher Peterskirche gedeckt. Rhein-Zeitung

Zahl des Tages

83 Millionen Euro hat die Binger Weinkellerei Reh Kendermann im abgelaufenen Geschäftsjahr (Stichtag 30. Juni) erwirtschaftet. Trotz der Brexit-Gefahr laufen die Exportgeschäfte gut. Das Unternehmen wächst und will im kommenden Jahr kräftig investieren. 2020 ist Reh Kendermann ohehin in Party-Stimmung: Der 100. Firmengeburtstag steht bevor. Allgemeine Zeitung

Termine des Tages

Festung Ehrenbreitstein – Der Postillon Live – 14. November, 20 Uhr. tor-zum-welterbe.de

Lahnstein – „The Italian Tenors“ / Konzert in der Stadthalle – 14. November, 20 Uhr. lahnstein.de

Foto des Tages

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