Willi Pusch lässt nicht locker. Der Vorsitzende der „Bürgerinitiative gegen Umweltschäden durch die Bahn“ macht im Radio-Interview mit SWR 4 Druck auf Bundesverkehrsminister Volker Wissing. Wissing hatte im Sommer bekannt gegeben, was eine neue Bahntrasse durch Taunus und Westerwald kosten würde: 7 Milliarden Euro. Seitdem sei aber nichts passiert, kritisiert Pusch. O-Ton in Richtung Berlin: „Das muss man auch mal richtig Gas geben.“ Die Trasse soll das Mittelrheintal vom Bahnlärm entlasten und den wachsenden Güterverkehr übernehmen. Bevor die Planung konkret wird, braucht es allerdings ein weiteres Gutachten: Ministerium und Bahn brauchen den formalen Nachweis, dass die Strecke auch wirklich gebraucht wird. Der eigentliche Planungs- und Bauprozess dürfte Jahrzehnte dauern.

Bahngleise in Bacharach. Foto: Frank Zimmer

Bahngleise in Bacharach. Foto: Frank Zimmer

Im SWR argumentiert Pusch ziemlich clever: Er führt nicht nur die Gesundheit der Anwohner ins Feld – die vielen Entscheidern in Berlin vermutlich egal ist – , sondern auch knallharte Wirtschaftsinteressen. Die Industrie brauche eine moderne und leistungsfähige neue Strecke, erklärt der Aktivist aus Kamp-Bornhofen. Ohne Güterzüge könnte außerdem der Personenverkehr ausgebaut und damit ein klimafreundlicher Tourismus angekurbelt werden. SWR

Im Herzen Bacharachs

Wer sich eine Existenz im Welterbetal aufbauen will und rund 800.00 Euro übrig hat, könnte z. B. nach Bacharach kommen. Im Stadtkern steht das „Hotel zur Post“ zum Verkauf. Zum Preis einer mittelgroßen Eigentumswohnung in München-Ost gibt es hier einen Betrieb mit 14 Zimmern inklusive Gastraum und Wohnung für den zukünftigen Besitzer. Laut Immobilienanzeige ist das Anwesen baulich und betriebswirtschaftlich gesund und „generiert eine sehr gute Bruttorendite“. Die derzeitige Eigentümerin will sich zur Ruhe setzen. Immobilienscout 24

Das wahre Bingen

Boppard, Rüdesheim oder Oberwesel kann jeder, aber Bingerbrück muss man wollen. Der Binger Stadtteil mit dem plastischen Spitznamen „Kaltnaggisch“ ist ein Ort der Extreme. Oben, auf der Elisenhöhe, wohnen die Wohlhabenden, die am Rochusberg nichts Passendes gefunden haben. Unten im Tal gibt es die Bahn, Netto, Kick und viel Durchgangsverkehr. Das Schöne –  z.B. der Park am Mäuseturm – erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Laut Matthias Schmandt ist der vermeintliche Underdog Bingerbrück aber in Wahrheit der Platzhirsch. Der promovierte Historiker und Leiter des Binger „Museums am Strom“ hat herausgefunden, dass die Geschichte Bingens hier begonnen hat und nicht in der heutigen Innenstadt. Die Römer bauten ihren ersten Stützpunkt am Bingerbrücker Rupertsberg und damit in „Kaltnaggisch“. Schmandt ist sich sicher: „Bingerbrück ist das alte militärische Zentrum und damit das ältere Bingen“. Allgemeine Zeitung (€)

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