Für rund 430.000 Euro kam das altehrwürdige „Rhein-Hotel“ in Bad Salzig 2021 unter den Hammer. Damals war der riesige Altbau mit Schwimmbad und Aufzug ein Sanierungsfall, heute ist es eine Ruine und den Ausdruck „Verfall“ muss man spätestens seit der Nacht zum Mittwoch wörtlich nehmen. Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk rückten an, nachdem unter einigem Getöse mehrere Decken eingestürzt waren. Zum Glück war niemand im Gebäude und die tragenden Wände sind noch intakt. Nach SWR-Informationen soll das Gebäude ohnehin abgerissen werden. Die historische Hotelanlage- nicht zu verwechseln mit „Baum’s Rheinhotel“ in der Binger Straße – war laut „RZ“ von einem Bonner Musiker ersteigert worden, angeblich ohne vorherige Besichtigung. Ende 2021 ließ er dem Salziger Ortsbeirat Pläne für eine Kernsanierung vorlegen. Die Rede war von einer Aufteilung in 8 bis 10 Wohnungen. „Das Gebäude ist sehr wichtig für Bad Salzig“, sagte Ortsvorsteher Andreas Nick damals und wünschte dem Projekt „viel Glück für die Realisierung“. SWR, Polizeiinspektion Boppard (Pressemitteilung), Rhein-Zeitung (€, Pläne 2021)
Foto: Polizeiinspektion Boppard
Die Sockenwirtschaft von Bornich
Der Höhenort Bornich hat keine 1000 Einwohner, aber hält aber gleich mehrere Mittelrhein-Rekorde. Hier gibt es den jüngsten Bürgermeister (Elias Metz, 23), die einzige noch florierende Winzergenossenschaft und seit einigen Jahren auch die höchstgelegene Pop-up-Weinwirtschaft. Die ungewöhnliche Gastro-Idee hat der Bornicher Feierabend-Winzer Jörg Dillenburger von einem Kurzurlaub in der der Pfalz mitbracht. Jeden zweiten und vierten Donnerstag wird auf dem Bornicher Rathausplatz Wein ausgeschenkt, natürlich ausschließlich aus den Lagen der Winzergenossenschaft an der Loreley. Als Barwagen dient ein umgebauter Holztransporter aus dem Jahr 1966. Der Weinausschank unter freiem Himmel genießt auf den Höhen mittlerweile Kultstatus und zieht neben Einheimischen auch immer mehr Besucher aus den umliegenden Dörfern an. Außergewöhnlich ist auch das Erkennungszeichen: An den Ausschanktagen zwischen Ostern und Ende September hängt eine riesige Socke an einer Fahnenstange. Rhein-Zeitung (€)
Ein Kapitän in Kempten
Während der Corona-Krise verlor der Binger Tobias Völker seinen Bürojob. Eigentlich hätte ihm nichts besseres passieren können. Der Rhein-Fan und Freizeitkapitän machte sein Hobby zum Beruf und übernahm die Bootsschule im Stadtteil Kempten. Heute betreibt er unter der Marker Rheintastisch neben der schwimmenden Fahrschule einen Charter-Service für Motorboote, eine SUP-Vermietung und eine kleine Flotte mit Miet-Mopeds. Drumherum gibt es die passenden Event-Angebote – von der Weinprobe auf der Motoryacht bis zum SUP-Yoga. Der SWR hat Völker in Bingen besucht und eine sehenswerte Reportage auf dem Wasser gedreht. Bester Völker-Satz: „Jetzt ist der Rhein mein Arbeitgeber.“ SWR (Video)
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