Die katholische Kirche hat sich von einer ihrer Top-Liegenschaften in Bingen getrennt. Laut „AZ“ geht das ehemalige Oblatenkloster auf dem Rochusberg an den ortsansässigen Immobilienunternehmer Jan Rickel. Das fast 120 Jahre alte Anwesen mit unverbaubarem Panoramablick steht seit 2022 leer; damals wurde das Kloster wegen Nachwuchsmangels geschlossen und die beiden letzten Padres zogen aus. Die katholische Kirchengemeinde als Eigentümerin tat sich mit der weiteren Nutzung schwer. Nicht, dass es an Interessenten gefehlt hätte: Die unbezahlbare Lage nahe der Rochuskapelle lockte Altbau-Fans, Millionäre, Makler und Immobilienspekulanten. Bingens katholischer Pfarrer Markus Lerchl und das Bistum Mainz als Aufsichtsbehörde waren allerdings wählerisch. Jan Rickel bekam schließlich den Zuschlag , weil er auf die wesentlichen Bedingungen einging. Erbpacht für 99 Jahre statt Verkauf und keine Nutzung, die – O-Ton „dem Charakter der katholischen Wallfahrtsstätte Rochuskapelle/-berg sowie den weltanschaulichen Grundsätzen der römisch-katholischen Kirche“ widerspricht. Rickel müsse außerdem Räume für die Rochuswallfahrt und die Rochusbruderschaft zur Verfügung stellen, heißt es in der „AZ“. Die Sonderklauseln inklusive „Heimfalloption“ bei Vertragsverstößen wurden demnach notariell abgesichert. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Allgemeine Zeitung (€)
Foto: Stadt Bingen
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