Redaktion

Eklat in St. Goarshausen und Ärger im Bopparder Hamm

Blick auf St. Goarshausen, September 2023

Eins muss man der Kommunalpolitik in St. Goarshausen lassen: Langweilig wird es nie. Nirgendwo am Mittelrhein sind Bürgermeister und Stadtrat so unterschiedlicher Meinung wie hier, nirgendwo wird der Streit offener ausgetragen und nirgendwo wartet man ungeduldiger auf die Wahl am 9 . Juni – nur so kommt die Stadt zu einer klaren Entscheidung für oder gegen Stadtbürgermeister Nico Busch. Vorläufiger Höhepunkt des Konfliktes ist die öffentliche Ankündigung von 7 Vereinen, die 700-Jahr-Feier der Stadt platzen zu lassen. Es geht um den Festakt am 29. Juni, für den laut städtischer Website „die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen.“ Die Vereine sehen das anders. „Trotz intensiver Bemühungen und enthusiastischer Planung …. konnte seitens Buschs keinerlei Engagement aufgebracht werden, um das Jubiläum gebührend zu feiern“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Das Desinteresse des Stadtchefs sei „erschütternd“ und nach – O-Ton – „monatelanger Untätigkeit hinsichtlich Planung und Organisation“ stehe man nicht länger zur Verfügung. Unterschrieben ist die Erklärung vom neuen Gewerbeverein „Impuls-Schmiede“, den Initiativen „Pro GOH“ und „St. Goarshausen entdecken“, dem Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr, 2 Karnevalsvereinen und dem Yachtclub. Busch steht bereits wegen der Organisation von „Rhein in Flammen“ in der Kritik. Die Veranstaltung lief 2022 so aus dem Ruder, dass man sich in St. Goarshausen bis heute nicht einig ist, ob und wie sich die Stadt weiterhin am Großfeuerwerk beteiligt. Bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni tritt Stadträtin Anna Maria Ledwinka gegen Busch an. Der Job ist ehrenamtlich. Pressemitteilung der 7 Vereine (PDF)

Im Bopparder Hamm nachts um halb 1

Jäger und Winzer sind sich nicht immer einig, aber beide wollen mehr Ruhe in der XXL-Weinlage Bopparder Hamm.„Egal, ob bei Tageslicht oder in der Dunkelheit, ständig sind Freizeitsportler anzutreffen,“ klagt Jagdpächter Wolfgang Petersen in der „RZ“. Man wünsche sich, „dass in den Abend- und Nachtstunden von 20 bis 8 Uhr niemand mehr auf den Weinbergswegen unterwegs ist.“ Niedergetrampelte Wildschutzzäune, Nachtwanderer mitten im Wingert und frei laufende Hunde machen es für alle Beteiligten gleichermaßen schwer. Rhein-Zeitung (€)

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1 Gedanke zu „Eklat in St. Goarshausen und Ärger im Bopparder Hamm“

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    vielen Dank für Ihren spannenden Artikel zum Eklat in St. Goarshausen.
    Ich gebe Ihnen völlig Recht, es ist ein öCentlich ausgetragener Konflikt, welcher schon längere Zeit schwelt. Ich habe das Gefühl, dass es hier um eine öffentliche Hinrichtung von Nico Busch als Bürgermeister geht.
    Um so interessanter finde ich veröffentlichte Pressemitteilung der Vereine, also auch von Pro GOH. Als ehemaliges Mitglied von Pro GOH stelle ich mir die Frage, wo ist der Sinn für Pro GOH diese Veröffentlichung zu unterstützen?
    Zahlreiche Mitglieder des Vereins, wie auch Anna Maria Ledwinka, welche selbst Mitglieder des Stadtrates sind, haben in den vergangenen Sitzungen die Bemühungen von Nico Busch als Bürgermeister, für mein Empfinden, eher sehr deutlich ausgebremst. So wurde zum Beispiel das geplante Budget für die Veranstaltung auf weniger als 1⁄4 der budgetierten Summe reduziert.
    Es gibt in diesem Zusammenhang mit Sicherheit noch viel mehr zu berichten. Ich denke jedoch, hier ist Herr Nico Busch der deutlich kompetentere Ansprechpartner.
    Abschließend werfe ich Frage auf, wurde durch Pro GOH die veröffentlichte Pressemitteilung forciert, um eine bessere Ausgangsposition für die eigene Kandidatin, die Stadträten Anna Maria Ledwinka in Vorbereitung auf die anstehende Wahl zu schaffen?
    Mit freundlichen Grüßen Mirko Keller

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